Ansakonferenz

Ein Trainingstag mit Sasa Kalajdzic

Der LASK-Stürmer liefert Spieltag für Spieltag ab. Aber wie sieht sein Alltag aus? Der Wiener gibt in einer "Ansakonferenz Spezial" exklusive Einblicke:

Sasa Kalajdzic schlendert gut gelaunt in Richtung Nebeneingang der Raiffeisen Arena.

Gut, er hat ja auch nicht die tägliche Aufgabe von Lukas Jungwirth. Doch auch der grinst, als er seinen Arbeitsplatz besetzt. Obwohl er gleich 40 Eier aufschlagen wird, um Eierspeis für all seine Kollegen zuzubereiten.

Der Trainingstag des LASK beginnt um 8:30 Uhr. "Nach der Ankunft hole ich meine Sachen aus dem Regal, ziehe mich um und dann gibt’s gleich mal Frühstück", erzählt Kalajdzic, den die "Ansakonferenz" einen Arbeitstag lang begleiten durfte.

VIDEO: Exklusive Einblicke! Ein Trainingstag mit Sasa Kalajdzic

Das Brot wird in einer Bäckerei direkt im Stadion gebacken. Dazu gibt es Gemüse, Wurst, Käse, Müsli, und was es halt sonst noch so braucht. "Uns fehlt hier nichts", so der Stürmer.

"Kaffee ist ein Muss!"

Danach ist erst mal kurz Pause. Die Spieler zerstreuen sich, es gibt für jeden ein eigenes Zimmer im Stadion, mehrere Aufenthaltsräume. Kalajdzic entscheidet sich mit zwei Teamkollegen für eine Lounge im zweiten Stock.

"Kaffee ist ein Muss, ohne geht’s nicht", grinst er. Und ohne Schmähführen in weiterer Folge auch nicht.

Danach wird’s ernst. Ein, zwei Tage vor den Spielen ist um 9:45 Uhr Gegner-Analyse angesagt, ab 10 Uhr wird im Kraftraum aktiviert, eine halbe Stunde später geht’s auf den Trainingsplatz.

Zwischen Tischtennis und Familienleben

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Der Wiener kommt in Linz richtig in Fahrt
Foto: ©GEPA

Von den Kabinen aus führen wenige Treppen hoch zum Restaurant, das in der Regel auch für Laufkundschaft frei zugänglich ist. Ein umfangreiches Mittagsbuffet lockt nicht nur die Kicker an.

Danach ist individuelles Programm angesagt. Die einen spielen Tischtennis ("Art Smakaj ist der beste!"), die anderen lassen sich von den Physios behandeln, "und manche bleiben bis 17 Uhr und trainieren wie die Wilden, weil sie das brauchen". Ersatzgoalie Tobias Schützenauer ist so ein Fall.

Kalajdzic erzählt von sich: "Ich habe meinen Rhythmus, meine Routine, die ziehe ich durch. Es gibt Tage, an denen ich länger hier bleibe, an anderen Tagen fahre ich rasch zu meiner Familie heim. Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre alt. Ich will so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen."

"Unsere Devise als Familie ist: Wenn wir alles zusammen machen, ist es egal, wo wir sind."

Frau und Kind leben selbstverständlich auch in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. "Unsere Devise ist: Wenn wir alles zusammen machen, ist es egal, wo wir sind", sagt er.

Wobei das nicht auf Linz bezogen ist, sondern eher auf etwaige Stationen in der Zukunft. "In Linz fühlen wir uns sehr wohl, uns fehlt’s hier an nichts", sagt der 28-Jährige.

"Ich habe mich gefragt, was mich am glücklichsten macht"

Ob sein Sohn in wenigen Jahren dem Fußball wohl auch so verfällt, wie der Papa einst? "Seit ich sechs oder sieben Jahre alt war, gab es immer nur Fußball", sagt er.

Der Sohnemann sitzt bei LASK-Spielen inzwischen auch schon mal auf der Tribüne, hat sogar schon das Sitzfleisch für zwei Mal 45 Minuten.

SV Donau, danach Donaufeld – Kalajdzic war im Nachwuchs kein Supertalent, war nie in einer Akademie.

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Ein Tag im Fokus der LAOLA1-Kameras

"Ich war in einer HTL und habe mir im Maturajahr Gedanken gemacht, was ich nach der Schule machen will. Ich habe mich gefragt, was mich am glücklichsten macht. Die Antwort war Fußball. Damals habe ich bei Donaufeld in der Wiener Stadtliga gespielt. Ich habe meinen Eltern gesagt, ich will es versuchen, Fußballer zu werden", erzählt der Stürmer.

Ein Mitspieler, der gleichzeitig in der Admira-Akademie arbeitete, empfahl ihn für ein Probetraining. Der Rest ist Geschichte: Admira Juniors, Admira-Profis, VfB Stuttgart, Wolverhampton, Leihe zu Eintracht Frankfurt, jetzt Leihe zum LASK. Und dazwischen zahlreiche Verletzungen.

Zwei Schritte zurück

Als sich die Linzer im vergangenen September den Angreifer leihweise schnappten, war das ein großer Coup. Aber es dauerte, ehe Kalajdzic nach langer Pause wirklich ankam, erst im Frühjahr erkämpfte er sich ein Stammleiberl und seine Leistungskurve zeigt seither steil nach oben.

Er sagt: "Vor ein paar Monaten hätten einige sicher noch gesagt, dass der Schritt eine Katastrophe war, jetzt sagen alle, ich habe alles richtig gemacht. Zwei Schritte zurückzugehen, war richtig. Es tut mir gut, in der Heimat zu sein. Mein Körper hat sich wieder an regelmäßigen Profi-Fußball gewöhnt. Ich fühle mich sehr gut."

"Die WM ist ein Ziel, das kann ich mittlerweile offen sagen. Ich muss aber meine Hausaufgaben machen, das ist der LASK."

Es könnte eine denkwürdige Saison für den Wiener mit serbischen Wurzeln werden. Der LASK spielt noch um zwei Titel mit, danach steht die WM an. Die Chancen auf einen Kaderplatz stehen gut, im ersten Lehrgang 2026 feierte Kalajdzic sein ÖFB-Comeback.

"Die WM ist ein Ziel, das kann ich mittlerweile offen sagen. Ich muss aber meine Hausaufgaben machen, das ist der LASK", weiß er.

Die Zukunft?

Und dann? Die Leihe läuft aus, Wolverhampton ist soeben aus der Premier League abgestiegen, der Vertrag in den West Midlands läuft noch ein Jahr.

Kalajdzic winkt ab: "Was passiert? Ich weiß es nicht und fokussiere mich auch gar nicht darauf. Es kann so viel passieren im Sommer, kann in alle Richtungen gehen."

Und dann geht’s heim zur Familie.

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