Die Salzburger Kaderpläne für die neue Saison

Die Salzburger Kaderpläne für die neue Saison Foto: © GEPA
 

Die Blumen sprießen, die Tage werden wärmer, der Sommer kommt immer näher. Und damit auch die Transferzeit.

Für den FC Red Bull Salzburg bedeutet das traditionell auch einen potenziellen Umbruch im Kader. Zahlreiche Spieler des Serienmeisters haben sich in dieser Saison ins Rampenlicht gespielt, stehen auf den Wunschlisten der großen Klubs. Es ist logisch, dass der eine oder andere Stammspieler den nächsten Schritt machen wird.

Doch wie gut sind die "Bullen" aktuell darauf vorbereitet? Welche Spieler stehen in der neuen Saison zur Verfügung? Welche Liefering-Talente sind bereit für die Profi-Mannschaft? Welche Leihspieler könnten nach einer Rückkehr eine Rolle spielen?

LAOLA1 analysiert den Kader der Mozartstädter:

TOR

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Cican Stankovic geht als Nummer eins des Serienmeister aus der Saison. Ob er als solche auch in die neue Saison geht, ist offen. Mit Nico Mantl haben die Salzburger im Winter einen talentierten Deutschen verpflichtet, der im Sommer voll angreifen wird und perspektivisch als neue Nummer eins gilt.

Die Zeit von Alexander Walke als RBS-Goalie wird hingegen zu Ende gehen, der Vertrag des 37-Jährigen läuft aus, gut möglich, dass er in anderer Funktion im Verein bleibt. Wer die neue Nummer drei wird, ist fraglich. Carlos Coronel ist bis zum Winter an den Partner-Klub in New York verliehen. Die Leihe des Deutschen Philipp Köhn (23) beim Schweizer Zweitligisten FC Wil endet. Der Vertrag von Daniel Antosch läuft aus, er ist aktuell Kooperationsspieler in Horn und kein Thema mehr in Salzburg. Vermutlich wird aber einfach Liefering-Keeper Adam Stejskal als Nummer drei in die Saison gehen.

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

ABWEHR

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Die Außenverteidiger-Positionen bleiben auch weiterhin die großen Fragezeichen - der erste Anzug sitzt, doch der Plan B wirkt nicht ganz ausgereift, es besteht auf beiden Seiten Handlungsbedarf. Auf der rechten Seite hat Rasmus Kristensen bisher eine richtig starke Saison hingelegt, ihm werden Wechselgedanken nachgesagt. Die Backups - Albert Vallci und Patrick Farkas - spielen nicht auf dem Niveau des Dänen, Ersterer ist zudem noch monatelang verletzt, Zweiterer nur noch ein Jahr unter Vertrag. Dem 18-jährigen Bosnier Amar Dedic wurde in dieser Saison der nächste Schritt zugetraut, gelungen ist er ihm aber bisher noch nicht. Universell einsetzbar ist Bernardo. Der Brasilianer kann in der Viererkette überall spielen, sein Verbleib in der Mozartstadt ist aber fraglich - er ist von Brighton nur ausgeliehen, Salzburg versucht jedenfalls alles.

Kilian Ludewig wäre einer für die rechte Seite, er erholt sich bei seiner Leihstation Schalke gerade erst von einem Mittelfußbruch, er soll in der neuen Saison seine Chance bei den "Bullen" bekommen. Darko Todorovic könnte im Sommer von Hajduk Split fix verpflichtet werden. Auch eher kein Thema ist Jasper van der Werff - die Leihzeit des 22-jährigen Schweizers beim FC Basel endet, der Innenverteidiger war zuletzt (mangels Alternativen) regelmäßig als Rechtsverteidiger im Einsatz, konnte aber nicht unbedingt überzeugen.

Der jahrelange Stamm-Linksverteidiger Andreas Ulmer ist nach wie vor gesetzt, aber eben auch schon 35 Jahre alt. Auch auf der Position des Kapitäns wird es dahinter dünn. Bernardo, Max Wöber, Vallci, Farkas und Dedic können Linksverteidiger, aber außer vielleicht Ersterem keiner auf dem gewünschten Niveau. Gute Ansätze zeigt der 18-jährige Malier Daouda Guindo, der seit Winter beim FC Liefering Talentproben abgibt. Gideon Mensah ist an Vitoria Guimaraes verliehen, die Portugiesen werden die Kaufoption in der Höhe von 2,2 Millionen Euro aber dem Vernehmen nach nicht ziehen.

In der Innenverteidigung steht mit Kamil Piatkowski schon ein Sommer-Neuzugang fest - der 20-jährige kommt vom polnischen Klub Rakow, hat schon sein Länderspiel-Debüt hinter sich und darf sich in seiner Heimat über sehr positive Kritiken freuen. Er kann aufgrund seines Speeds auch Rechtsverteidiger spielen. Dafür steht hinter Wöber ein Fragezeichen, der Wiener dürfte mit einem neuerlichen Wechsel ins Ausland liebäugeln. Ein Thema für Christoph Freund wird auch Andre Ramalho, dessen Vertrag läuft nämlich 2022 aus. Oumar Solet ist bisher einiges schuldig geblieben, soll sich aber in den vergangenen Wochen im Training sehr gesteigert haben und könnte kommende Saison eine gewichtigere Rolle einnehmen. Mit Bernardo und Vallci gibt es zwei weitere Möglichkeiten für die Abwehr-Zentrale. Auf mehr Spielzeit bei den Profis darf der 20-jährige Niederösterreicher David Affengruber hoffen. Vom FC Liefering drängen mit Bryan Okoh, Lukas Wallner und Sandro-Luca Molnar weitere Talente nach. Keinen Fuß auf den Boden beim Genoa CFC kriegt Jerome Onguene, die Italiener werden auf die Kaufoption tendenziell verzichten.

MITTELFELD

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Die Möglichkeiten in der Zentrale sind mannigfaltig. Zlatko Junuzovic und der bis Saisonende gesperrte Mo Camara waren im Herbst gesetzt. Mit Antoine Bernede gibt es seit dem Frühjahr einen dritten im Bunde, der Anspruch auf ein Stammleiberl erhebt. Beim Franzosen wäre ein Abgang im Sommer nicht ganz überraschend, wahrscheinlicher ist aber ein Verbleib. Nicolas Seiwald hat Talentproben abgegeben und dürfte weiter forciert werden, wenngleich bei ihm eine Leihe Sinn machen könnte, sollte die Konkurrenz bleiben.

Der seit einer Ewigkeit verletzte Ousmane Diakite ist auch noch da und ein heißer Leih-Kandidat. Und Maurits Kjaergaard scheint bereit für den Sprung zu den Profis, wobei er auch auf den Flügelpositionen spielen könnte. Der 18-jährige Malier Mamady Diambou scheint noch nicht soweit zu sein, wird mittelfristig aber auch ein Thema. Von den Leihgaben darf sich Peter Pokorny Chancen ausrechnen, der 19-jährige Slowake stellt noch bis Sommer beim SKN St. Pölten seine Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis. Die Leihspieler Majeed Ashimeru (Anderlecht), Samson Tijani (Hartberg) und Youba Diarra (RB New York) spielen in den Plänen keine Rolle.

Nach einem Abgang schaut es bei Enock Mwepu aus, der Sambier orientiert sich offenbar in Richtung Premier League. Somit wird am rechten Flügel wohl ein Platz frei. Für Noah Okafor etwa, der sich auf dieser Position schon mehrmals versuchen durfte. Der junge Schweizer hat die hohe Ablöse bisher noch nicht gerechtfertigt, kommt aber immer besser in Fahrt und hat sich im Frühjahr recht gut entwickelt. Luka Sucic darf sich ebenfalls gute Chancen ausrechnen, auf der linken Seite hat ihm der bärenstarke Brenden Aaronson nämlich den Rang abgelaufen.

Auch Kjaergaard könnte auf außen ein Thema werden. Masaya Okugawa steht zwar noch unter Vertrag, doch der Japaner kommt immer besser in Bielefeld an, der deutsche Bundesligist hat eine Kaufoption im Sommer. Eine Rückkehr von Luis Phelipe aus Brasilien wäre eher eine Überraschung.

Gut entwickeln sich Nene Dorgeles und Amankwah Forson - die beiden 18-Jährigen sind im Winter aus Mali bzw. Ghana gekommen und haben in Liefering schon Talentproben abgegeben. Wenn ihre Entwicklung in diesem Tempo weitergeht, werden sie in der kommenden Saison ihre ersten Chancen bei den Profis bekommen.

STURM

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Patson Daka wird in der neuen Saison bei einem größeren Klub auf Torjagd gehen, das ist längst ein offenes Geheimnis. Auch bei Mergim Berisha steht angesichts des Vertragsendes 2022 ein Abgang an, der deutsche U21-Teamspieler hat viel Interesse geweckt. Doch um die Zukunft im Sturm muss in Salzburg - das hat die Geschichte nach den Abgängen diverser Goalgetter gezeigt - niemandem bange sein. Mit Sekou Koita, der schon in dieser Saison vor seiner Sperre eine beeindruckende Trefferquote aufzuweisen hatte, steht der nächste Torjäger Gewehr bei Fuß.

Karim Adeyemi zeigt mehr und mehr, dass er nicht umsonst als Wunderkind gilt/galt. Und auch dahinter lauern einige große Talente. Junior Adamu beweist in diesen Tagen beim FC St. Gallen, dass er auch auf höherer Ebene als beim FC Liefering reüssieren kann. Benjamin Sesko entwickelt sich prächtig und ist bereit für den nächsten Schritt. Mit dem pfeilschnellen Elias Havel, Luka Reischl und Antonin Svoboda gibt es beim FC Liefering schon die nächsten Kandidaten. Samuel Tetteh ist bis zum Sommer nach St. Pölten verliehen, wird in Salzburg aber keine Rolle spielen.

TRAINER

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Jesse Marsch verlässt den Serienmeister nach zwei Jahren wieder und kehrt als Cheftrainer zu RB Leipzig zurück, wo er vor seiner Ankunft in der Mozartstadt schon als Co-Trainer gearbeitet hat. Mit Matthias Jaissle steht sein Nachfolger bei den "Bullen" schon fest. Der 33-Jährige ist erst im Winter vom U18-Coach zum Trainer des FC Liefering aufgestiegen, hat in der 2. Liga mit den "Jungbullen" bislang überzeugt.

Wer seinem Trainerteam angehören wird, ist noch offen. Gut möglich, dass Rene Aufhauser, der seit Dezember 2015 als Assistenzcoach bei den Salzburgern arbeitet, im Sommer bei einem anderen Klub die Herausforderung als Mann in der ersten Reihe annehmen wird.

Weiterhin in Salzburg die Fäden zieht Sportchef Christoph Freund. Der 43-Jährige wurde zuletzt bei einigen deutschen Klubs hoch gehandelt, unter anderem in Frankfurt und Leipzig, hat sich aber für einen Verbleib in Salzburg entschieden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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