Herbst 2016: Gewinner und Verlierer SK RAPID WIEN

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Was war das für ein durchwachsener Herbst für den SK Rapid!

Vor der Saison wagten sich die Hütteldorfer aus der Deckung, gaben mit neuem Trainer und aufgrund von Rekord-Transfers erstmals seit langem wieder den Meistertitel als Ziel aus. Nach einem vielversprechenden Start ging es aber in die falsche Richtung.

Fehlende Konstanz und ein immer größer werdender Rückstand führten zur Ablösung von Trainer Mike Büskens und Sportdirektor Andreas Müller. Damir Canadi und Fredy Bickel sollen nun die Saison retten.

Zu wenig Ausgewogenheit im Kader, zu hohe Erwartungen in die Neuzugänge und große Verletzungssorgen ließen Rapid bisher nie in Schwung kommen.

Zusätzlich konnten die Niederlagen gegen die vermeintlich "Kleinen" nie abgestellt und der Bonus der neuen Heimstätte Allianz Stadion nur anfangs genützt werden.

Die Hütteldorfer taumelten durch den Herbst, Negativ-Serien inklusive. Erst zuletzt unter Canadi, der mit einer Systemumstellung auf ein 3-5-2 für ein Umdenken im Team sorgte, verließ Rapid die schiefe Bahn.

Der Meistertitel wird auch dieses Jahr nur ein Traum bleiben, selbst die Europacup-Startplätze sind zwischenzeitlich schon in weite Ferne gerückt. Diese werden aber das große Ziel der Grün-Weißen für das Frühjahr sein.


DAUERBRENNER:

Spieler Position Spielminuten Einsätze Startelf
Louis Schaub Mittelfeld 1706 20 20
Joelinton Sturm 1514 19 17
Thomas Schrammel Verteidigung 1470 17 16
Richard Strebinger Tor 1440 16 16
Mario Pavelic Verteidigung 1260 14 14

Hier geht's zur kompletten Einsatzstatistik-Liste:

GEWINNER:

RICHARD STREBINGER:

Aufgrund der Verletzung von Jan Novota ist der 23-jähirge Keeper schon im Frühjahr zur Nummer eins aufgestiegen, nun hat er sich aber binnen kürzester Zeit bei insgesamt drei Trainern (Barisic, Büskens, Canadi) in die Pole Position gebracht. Die Leistungs-Steigerung ist klar zu erkennen, der ehemalige Bremen-Legionär zählt mit seinen Reflexen auf der Linie zu den Besten und bewahrte Rapid in dieser Saison schon des öfteren vor Punktverlusten bzw. rettete einen Zähler. Mit einer Fangquote von 72,58 Prozent ist er ligaintern Dritter hinter Sturms Christian Gratzei und Admiras Andreas Leitner.

JOELINTON:

Beim Brasilianer muss vor Augen gehalten werden, unter welchen Voraussetzungen er bei Rapid gestartet ist. Mit 19 Jahren kam er nach fast einem ganzen Jahr ohne Spielpraxis zu Rapid und war dort als dritter oder vierter Stürmer eingeplant. Durch Verletzungen war er von Anfang an gefordert, absolvierte teamintern die zweitmeisten Einsätze (18) und hat sich im Spiel der Hütteldorfer aufgrund seines Einsatzes, Kampfeswillen, technischen Fähigkeiten und Torgefahr zu einem unverzichtbaren Faktor entwickelt - mit nun gerade einmal 20 Jahren. An der Effizienz vor dem Tor muss er noch arbeiten, trotzdem ist er mit 3 Tore und 3 Assists bei Rapids Scorern ganz vorne dabei.

TAMAS SZANTO:

Stefan Schwab und Louis Schaub spielten einen starken Herbst, von ihnen erwartet Rapid das aber auch. Bei Szanto war das ganz anders. Der 20-jährige Ungar avancierte unter Mike Büskens zum Shootingstar und stellte von Anfang an seine Qualitäten unter Beweis. 15 Einsätze, 3 Tore und 2 Assists nach nur wenigen Monaten als Profi sprechen für ihn, auch wenn er im Endspurt des Herbstes noch die Konstanz vermissen ließ. Trotzdem ist Szanto ein Versprechen für die Zukunft, der sich in Rapids kreativer Zentrale in Zukunft sicher noch öfter austoben darf.


TOPSCORER:

Spieler Position Tore Assists Scorerpunkte
Stefan Schwab Mittelfeld 4 3 7
Louis Schaub Mittelfeld 5 1 6
Thomas Murg Mittelfeld 3 3 6
Joelinton Sturm 3 3 6
Tamas Szanto Mittelfeld 3 2 5

Hier geht's zur kompletten Torschützen-Liste:

VERLIERER:

JAN NOVOTA:

In weniger als einem Jahr verschlug es den routinierten Slowaken vom Stammplatz im Tor auf die Tribüne. Die Gründe dafür sind nicht einmal rein sportlicher Natur. Denn aufgrund der Vielzahl an Legionären im Kader opferte Mike Büskens für den Österreicher-Topf den Platz des Torhüters. Offiziell konnte der 33-Jährige die Entscheidung verstehen, trotzdem wird er mit seiner Situation nicht allzu glücklich sein.

IVAN MOCINIC:

Das Problem des 23-jährigen Kroaten bei Rapid ist jenes, dass die Erwartungshaltung in ihn als Rekordtransfer von Anfang an riesig war. Mocinic kam von HNK Rijeka, hätte aber den Grün-Weißen sofort den Stempel aufdrücken sollen. In den ersten Spielen merkte man, welches Potenzial in ihm schlummert. Doch dann kam der Einbruch, Mocinic wollte alles zerreißen, kassierte durch seinen Übermut zu viele Karten und fiel spielerisch in ein Loch, aus dem er bisher nicht herauskam (14 Einsätze, kein Scorerpunkt). Er war auch ein Mitgrund, warum Canadi die Legionärs-Frage stellte. Doch Mocinic hat sicher das Zeug dazu, mit etwas Geduld zu einem Führungsspieler zu reifen.

TOMI CORREA MIRANDA:

Tomi freut sich über jeden einzelnen Einsatz - wie zuletzt gegen Bilbao oder auch gegen Salzburg. In dieser Saison waren das aber auch schon die einzigen Spiele, in denen er mitwirken durfte. Schon vor der Saison war von Seiten des damaligen Sportdirektors Andreas Müller und Mike Büskens klar, dass es für den 32-jährigen Spanier schwer werden würde, doch der Stürmer dachte nicht an einen Abschied und wollte sich durchbeißen. Ohne Erfolg. Wie lange er sich das bei nur 84 Spielminuten antut, bleibt abzuwarten. Der Vertrag läuft noch bis 2017 plus Option auf ein weiteres Jahr.

Das LAOLA1-Team der Herbstsaison:


Textquelle: © LAOLA1.at

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