Austria Klagenfurt will Rekurs gegen Konkursverfahren einlegen
Der Verein kann die Konkurseröffnung nicht nachvollziehen, der Spielbetrieb soll weitergehen. Helmut Kaltenegger soll neuer Hauptsponsor werden.
Über Zweitligist Austria Klagenfurt ist ein Konkursverfahren eröffnet worden.
Das teilte der Kreditschutzverband von 1870 am Freitag mit. Demnach findet die erste Gläubigerversammlung am 31. März statt.
Die Klagenfurter stiegen in der vergangenen Saison aus der ADMIRAL Bundesliga ab und liegen derzeit in der 2. Liga an der elften Stelle. Der Klub hat seit längerem mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Trotzdem kann man beim Verein den Konkurs nicht nachvollziehen.
Austria-Hauptgesellschafter Zeljko Karajica erklärte vor Journalisten, noch am Donnerstagabend sei man "überzeugt" gewesen, das Konkursverfahren abgewendet zu haben: "Das konterkariert die Arbeit, die wir gemacht haben."
Man werde nun Rekurs einlegen, "weil wir glauben und wissen, dass wir zahlungsfähig sind". Insgesamt habe man Mittel in "Millionenhöhe" nachgewiesen: "Wir sind überzeugt, dass wir innerhalb von zwei bis drei Wochen Erfolg haben werden."
Spielbetrieb soll weiterlaufen
Trotz der "Extrarunde", die man nun drehen müsse, hielt Karajica fest: "Der Spielbetrieb der Mannschaften und des Nachwuchses geht eins zu eins weiter." Nicht nur in der aktuellen Saison wolle man weiterspielen, sondern auch die Voraussetzung schaffen, die Lizenz für kommende Saison zu bekommen.
Das bestätigte auch Helmut Kaltenegger, dessen Einstieg als Hauptsponsor geplant ist: "Die Fortführung schaut gut aus. Wir bekommen ein Budget für die laufende und die nächste Saison zusammen, etwa mit den Sponsoren, die wir dazugewinnen können."
Die Konkurseröffnung sei wie ein Schlag für ihn gewesen: "Jetzt, wo alles erledigt werden könnte, wurde auf den Knopf gedrückt. Das hat uns verwundert."
Warum man diese Lösung – angesichts des seit Wochen über dem Verein kreisenden Pleitegeiers – nicht schon früher präsentiert hatte, kommentierte Karajica mit: "Bis die Verträge so weit sind, die Aufteilung der Gesellschaftsanteile geregelt sind und langfristige Sponsorabsicherungen feststehen, hat es länger gedauert. Uns haben vielleicht ein paar Tage gefehlt."
Das sei auch nicht so einfach gewesen bei einem Prozess, "der so negativ presseseitig begleitet wird".
FAC wäre bei Rückgabe der Klagenfurt-Zulassung Erster
Sollte das Konkursverfahren rechtsgültig werden, wäre der Abstieg der Kärntner aus der zweithöchsten Spielklasse mit Saisonende fix.
In diesem Fall müsste der Insolvenzverwalter die Entscheidung treffen, ob der Spielbetrieb fortgesetzt wird. Bei einer Einstellung des Spielbetriebs würden sämtliche Ergebnisse der Klagenfurter in dieser Saison annulliert werden.
Das hätte die kuriose Folge, dass der FAC in der Tabelle von Rang fünf auf Platz eins springen würde. Die Wiener haben ihr Match gegen Klagenfurt verloren, die vor ihnen platzierten Austria Lustenau, Admira, Amstetten und St. Pölten holten gegen den finanzmaroden Verein allesamt Siege.
Die Lizenz für das laufende Spieljahr erhielt die Klagenfurter Austria im April des Vorjahres erst in zweiter Instanz, außerdem musste man aufgrund des verspätet eingereichten Konzernabschlusses mit drei Punkten Abzug in die aktuelle Saison starten.
Damit setzt sich eine Tradition in Klagenfurt fort: 2008 ging der FC Kärnten, 2010 Austria Kärnten in Konkurs.