WSG Wattens und die Schwächephase zur Unzeit

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Mit einem kräftig aufgerüsteten Kader startete die WSG Wattens im vergangenen Sommer in die HPYBET 2. Liga.

Routiniers wie Ione Cabrera oder Andreas Dober sollten dabei helfen, das ausgegebene Ziel, den Aufstieg, zu erreichen.

Mit sechs Zählern Vorsprung auf den einzigen Aufstiegskonkurrenten, die SV Ried, ging es in die Winterpause, in der die Wattener mit der Verpflichtung von Sinan Kurt noch einmal für Aufsehen sorgten.

Vor der 23. Runde gegen Vorwärts Steyr (Sonntag, 10:30 Uhr im LIVE-Stream und LIVE-TICKER) hat sich das Bild geändert.

Ried ist an Wattens vorbeigezogen, die Leistungen der Tiroler sind unkonstant geworden. "Es gibt immer die Phasen, in denen es gut läuft, und dann gibt es welche, in denen dir ein wenig das Glück fehlt", sagt WSG-Kapitän Ferdinand Oswald auf LAOLA1-Nachfrage.


Stimmungskiller

Gleich zu Beginn der Frühjahrsrunde setzte es für Wattens im direkten Duell ein klares 0:3 im heimischen Stadion gegen die SV Ried. Es war wohl dieses Spiel, das bei den Innviertlern endgültig das Bewusstsein dafür geschaffen hat, dass noch alles möglich ist.

"Wir wussten immer, dass es noch ganz eng werden kann. Man darf auch nicht vernachlässigen, dass es unser Auftaktprogramm richtig in sich hatte", sagt Oswald.

Der 28-jährige Tormann der Tiroler gibt aber zu, dass der Verlust der Tabellenführung nicht spurlos an seinen Teamkollegen und ihm vorübergeht: "Die Stimmung ist jetzt natürlich nicht so berauschend."

Mehr tun, als weiter hart zu arbeiten und zu versuchen, alle acht Spiele zu gewinnen, könne man jetzt nicht, sagt er.

Rollenwechsel



"Mir erzählt keiner, dass der Aufstiegsdruck bei uns größer ist, nur weil wir es öffentlich kommuniziert haben."

Oswald über Druck im Aufstiegskampf

Dabei schien es so, als hätten sich die Rieder gerade richtig wohlgefühlt in ihrer Rolle als Jäger, präsentierten sich gekonnt kleinlaut und vermieden Kampfansagen.

"Wer das geglaubt hat, der wollte das wohl auch glauben. Mir erzählt keiner, dass der Aufstiegsdruck bei uns größer ist, nur weil wir es öffentlich kommuniziert haben. Ried hat das vielleicht nicht gemacht, aber deswegen müssen sie nicht weniger aufsteigen als wir", ist sich der WSG-Goalie sicher.

Zu viel Erwartungshaltung also bei der WSG? "Nein, das nicht", sagt Oswald. Man habe im Frühjahr nur ein Spiel verloren, es seien einfach zu viele Unentschieden gewesen.

War es im Herbst noch eine Stärke der WSG auch enge Spiele für sich zu entscheiden, fehlt nun oft der entscheidende Punch. "Wir waren auch im Herbst nicht immer das bessere Team", gibt auch der Kapitän zu.

Wattener Probleme



Was im Herbst definitv besser geklappt hat bei der Silberberger-Elf, war das Offensivspiel. Nimmt man die fünf Tore beim Sieg gegen den FAC einmal aus, gelangen in Jahr 2019 lediglich fünf weitere Treffer (in sechs Spielen).

Neuzugang Sinan Kurt, der schon für Gladbach, Bayern und die Hertha spielte, sollte das Angriffsspiel weiter beleben. Bisher gelang das noch nicht.

"Für ihn ist es auch schwer, weil er zuvor fast gar nicht gespielt hat. Er muss seinen Platz finden, was natürlich nicht leicht ist, wenn man in ein funktionierendes Team kommt", nimmt ihn Oswald in Schutz. Und: "Ich denke, dass er noch sehr wichtig für uns werden kann."

Auch auffällig ist, dass die Tiroler 26 Punkte in Heimspielen geholt haben, nur 18 auf fremden Plätzen, in gleich vielen Spielen.

"An unserem Hexenkessel liegt es nicht", lacht Oswald. Er vermutet ein anderes Auftreten in Heimspielen, ohne es erklären zu können.

"Das Leben geht weiter"



"Klar, die Chance ist dieses Jahr vielleicht besonders groß, weil es nur einen echten Konkurrenten gibt, nächstes Jahr versuchen vermutlich mehr Teams oben anzugreifen."

Über die große WSG-Chance

Eines ist aber auch sicher, die Wattener werden sich nicht kampflos geschlagen geben, wollen jetzt ihrerseits aus der Rolle des Jägers Druck auf die SV Ried aufbauen. Oswald: "Wir sollten vielleicht aufhören, zu viel auf Ried zu schauen, es sind noch acht Runden, da ist noch nichts verloren."

Nun müssen die Tiroler ihre Hausaufgaben erledigen. Das bedeutet ganz klar, dass man sich keine Ausrutscher mehr erlauben darf.

Aber was passiert, wenn der selbsterklärte Aufstiegskandidat das ausgegebene Ziel verpassen sollte? "Dann sind wir morgen auch noch alle da. Klar, die Chance ist dieses Jahr vielleicht besonders groß, weil es nur einen echten Konkurrenten gibt, nächstes Jahr versuchen vermutlich mehr Teams oben anzugreifen."

Mit dem Worst-Case will sich Ferdinand Oswald aber ohnehin nicht befassen.

Er will seinen Kollegen als Kapitän eines für die nächsten Aufgaben vermitteln: "Alles versuchen, das Ziel noch zu erreichen. Und wenn es nicht klappen sollte, dann geht das Leben trotzdem weiter."

Textquelle: © LAOLA1.at

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