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Austria-Salzburg-Torjäger Cosgun: "Musste alles dreimal beweisen"

Bei LAOLA1 spricht der 24-Jährige über die Zeit nach seiner Verletzung, den Moment, als das Interesse von Austria Salzburg aufkam, und sein aktuelles Erfolgsgeheimnis.

Austria-Salzburg-Torjäger Cosgun: "Musste alles dreimal beweisen" Foto: © GEPA

"Er ist der Unterschiedsspieler" - so wurde Denizcan Cosgun auf Nachfrage von den Fans beschrieben.

Mit einer Torbeteiligung von 46 Prozent, acht Toren und vier Assists in 20 Spielen ist der Austria-Salzburg-Spieler aktuell in Topform und besonders wichtig für seine Mannschaft.

Cosguns Weg in den Profifußball verlief jedoch nicht immer einfach, wie der 24-Jährige bei LAOLA1 erzählt: "Ich würde sagen, im Fußball habe ich es nie einfach gehabt, ich hatte mit vielen Hürden zu kämpfen, musste jedem alles dreimal beweisen, was ich drauf habe."

Karrierestart beim Rivalen

Cosguns Karriere begann beim ASV Salzburg, von dem es dann zum Rivalen Red Bull Salzburg in den Nachwuchs ging, wo er von 2012 bis 2020 spielte und die Akademie bis zur U18 durchlief.

Den nächsten Schritt machte er in der ADMIRAL 2. Liga bei Wacker Innsbruck, wo er allerdings vermehrt in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Später wurde er für 18 Monate zum Liga-Konkurrenten SV Horn verliehen. Nachdem die Tiroler mittlerweile insolvent waren, unterschrieb Cosgun bei der SV Ried in der Bundesliga.

Dort nahm das Unglück seinen Lauf: Der Salzburger zog sich im Februar 2023 einen Kreuzbandriss zu, an dem er nach Komplikationen zwei Jahre laborierte. Sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert, er stand ohne Verein da.

"Es ist nicht so einfach, wenn man alleine auf sich gestellt ist. Man hat keinen Trainer, keine Mannschaft, keine Mitspieler um sich herum. Wenn man Tag für Tag in die Kraftkammer geht und für sich selbst trainiert, ist das wirklich nicht einfach für die Psyche, aber für mich war aufgeben nie eine Option", sagt Cosgun.

Ich habe im Kopf nie aufgegeben. Ich habe immer gewusst, dass ich wieder auf den Platz zurückkommen werde.

Cosgun über die Zeit nach seiner Verletzung

Bei Austria Salzburg durfte er dann mittrainieren, bis schlussendlich die Möglichkeit auf einen Vertrag bestand: "Ich habe mich in Salzburg fit gehalten. Die Austria hat mir das angeboten, was ich auch sehr schätze, dann hat es gut funktioniert und gut harmoniert. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt und dann war eigentlich klar, dass ich hier unterschreibe", erzählt der Sommerneuzugang.

Der 24-Jährige hat bei den Maxglanern seine ersten Momente am Platz nach der Verletzung gehabt, hat sich vom aufkommenden Interesse sehr geehrt gefühlt. Auch ein bis zwei andere Möglichkeiten hätte er gehabt, dennoch war klar: "Wenn die Austria mir hier so etwas anbietet, kann ich da schwer nein sagen."

"Habe immer gewusst, dass ich wieder zurückkommen werde"

An seinem Comeback gezweifelt hat der offensive Mittelfeldspieler nie: "Ich komme von einer langen Verletzung. Das war für mich nicht einfach, zwei Jahre außerhalb des Platzes zu stehen, aber ich habe im Kopf nie aufgegeben. Ich habe immer gewusst, dass ich wieder auf den Platz zurückkommen werde", erklärt Cosgun.

Er fügt hinzu: "Dass es bei der Austria dann funktioniert, ist für mich umso schöner als Salzburger Junge."

Mittlerweile läuft es für ihn in der ADMIRAL 2. Liga sehr gut. Dennoch will Cosgun bescheiden bleiben und sich nicht zu sehr auf die Beschreibung "Unterschiedsspieler" der Fans versteifen. Er versuche immer, sein Bestes am Platz zu geben und der Mannschaft mit Toren und Assists zu helfen. Dennoch freut er sich über das Kompliment: "Wenn das die Fans so sehen, umso schöner für mich."

Salzburgs Goalgetter erklärt den Grund seines Erfolgs wie folgt: "Das Erfolgsgeheimnis ist: Gott hat mir sehr viel Kraft gegeben bei der ganzen Sache, dass man sehr bodenständig bleibt und wenn man gute Sachen tut und in sich investiert, dass es auch eines Tages zurückkommt. Der Glaube war ein großer Faktor. Harte Arbeit, niemals aufgeben, auch wenn man so tief im Loch ist. Irgendwann kommt man wieder raus. Wenn man das sieht, dann gibt einem Gott auch alles wieder zurück."

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Für Cosgun spielte der Glaube auf seinem Weg zurück eine große Rolle.
Foto: ©GEPA

Ziel mit der Austria ist, die Saison "einstellig" zu beenden

Sein Team konnte vergangenes Wochenende gegen Liefering einen besonderen 2:0-Sieg feiern (zum Nachbericht >>>). Nach 20 Runden liegt die Mannschaft mit 26 Punkten auf Rang acht, 15 Punkte vom Letzten (Bregenz) entfernt. Für den Aufsteiger eine durchaus gute Leistung. Cosgun wolle mit der Austria die Saison "auf jeden Fall einstellig" beenden.

Abschließend hat er auch ein persönliches Ziel: "Das Maximale herauszuholen, so viele Minuten wie möglich am Platz zu sammeln, am besten noch Tore und Scorer machen. Und mein Ziel ist es, mit der Austria die Saison einmal gut abzuschließen, und dann werden wir sehen, was kommt."

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