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Freund: "Rapid profitiert von Red Bull"

Salzburg-Sportchef Christoph Freund über Rapid, Stefan Stangl und Transferzeit:

Freund:

Am Sonntag (16:30 LIVE) empfängt Red Bull Salzburg den SK Rapid.

Während es beim Meister in der Länderspiel-Pause ruhig zuging, gab es bei den Wienern einen sportlichen Umbruch samt neuem Trainer: Damir Canadi.

"Überrascht hat mich die Wahl nicht. Damir ist ein sehr guter Trainer, das hat er in den letzten Jahren unter Beweis gestellt und das hat jeder mitbekommen. Er hat sich sehr gut entwickelt und ist sicher einer der interessantesten Trainer in Österreich“, sagt Christoph Freund bei LAOLA1.

Der sportliche Leiter des Tabellendritten nahm sich ausführlich Zeit, um über die aktuellen Themen rund um den FC Red Bull Salzburg zu sprechen.

THEMA RAPID

Rapids Ergebnis der Länderspielpause
  • Wie denkt Salzburg über den Umbruch in Hütteldorf?

Die Neuausrichtung wurde freilich auch in Salzburg genauestens verfolgt.

"Es ist die Angelegenheit von Rapid Wien, man war offensichtlich unzufrieden mit der Situation und so ist dann das Fußball-Geschäft. Aber es ist natürlich ein großer sportlicher Neuanfang mit neuem Trainer, Trainer-Team und Sportdirektor."

Freilich hoffen die Salzburger, dass sich der Erfolg durch diese Neubesetzung erst später einstellt. "Es kann natürlich einen Trainer-Effekt geben, aber wir konzentrieren uns auf uns."

Im Duell mit dem Tabellenfünften kann Salzburg mit einem Heimsieg den Vorsprung auf den Rivalen auf acht Punkte ausbauen. Doch die Partie ist traditionell mehr als nur ein normales Bundesliga-Spiel.

  • Was sagt Salzburg zu den Seitenhieben Rapids?

In jüngerer Vergangenheit konnte sich Rapid Seitenhiebe nicht verkneifen, etwa nach dem CL-Aus der Salzburger, als Präsident Michael Krammer gegenüber „Sky“ meinte: "Schade, dass Salzburg in der Champions League ausgeschieden ist. Aber wenn wir Meister werden, werden wir das richten."

Rapids Geschäftsführer Wirtschaft, Christoph Peschek, präsentierte im Oktober stolz Red-Bull-Konkurrent „Dark Dog“ als neuen Sponsor: "Bei uns können die Salzburger lange nach ihrem Getränk suchen. Wir sind ein Red-Bull-freies Stadion, und das wird auch so bleiben."

Was sie glauben sagen zu müssen, ist ihre Entscheidung. Fakt ist aber, dass wir in den letzten drei Jahren Meister und Cupsieger geworden sind. Und das wollen wir heuer wieder erreichen.

Freund über Rapid-Sticheleien

Die Sticheleien lassen Freund ebenso kalt: "Was sie glauben sagen zu müssen, ist ihre Entscheidung. Fakt ist aber, dass wir in den letzten drei Jahren Meister und Cupsieger geworden sind. Und das wollen wir heuer wieder erreichen."

Generell hält der 39-Jährige aber auch fest: "Ein starkes Rapid ist wichtig für den österreichischen Fußball. Umgekehrt profitiert aber Rapid enorm vom FC Red Bull Salzburg, nämlich besonders was die Qualität im Titelkampf sowie die allgemeine sportliche Qualität im österreichischen Fußball betrifft. Natürlich gehört aber auch die Rivalität dazu."

THEMA OSCAR

Oscar sc
  • Hat Trainer Oscar wieder Freude am Job in Salzburg?

In der Länderspiel-Pause wurde ein Interview mit Salzburg-Trainer Oscar veröffentlicht, in dem der Spanier auch die sportliche Führung lobte. Seine Laune dürfte sich zuletzt wieder gebessert haben.

Freund: "Wir haben eine gute Zusammenarbeit, sind im ständigen Austausch. Das zwischen Vereinsführung und dem Trainer viele Themen diskutiert und besprochen werden, ist wichtig und gehört zum Fußball dazu. Nur so kommt man voran und immer wieder zu guten und richtigen Entscheidungen. Wir sind ebenso wie Oscar zufrieden mit der Entwicklung in den jüngsten Spielen."

Beim 0:1 zu Hause gegen Nizza setzte Oscar erstmals auf eine Vielzahl der Neuverpflichtungen und wurde nicht enttäuscht.

  • Haben die Neuzugänge mittlerweile das Vertrauen des Trainers gewonnen?

"Das hat sich sicher geändert, weil die Neuzugänge gut trainiert und bestätigt haben, dass sie sehr gute Leistungen bringen und der Mannschaft helfen können. Ich war immer überzeugt, dass wir einen sehr guten Kader in der Breite und mit hoher Qualität haben. Das soll sich auch in den nächsten Wochen noch bezahlt machen. Oscar hat sicherlich mehr Vertrauen in die Spieler gewonnen, weil sie gut gespielt haben."

Das führte zur besten Saisonleistung, dem bemerkenswerten 2:0 in Nizza in der Europa-League-Gruppenphase – mit den Neuzugängen Andre Wisdom, Josip Radosevic, Marc Rzatkowski, Fredrik Gulbrandsen und Munas Dabbur in der Startelf.

"Es war ein tolles Spiel und so wollen wir auch weiter auftreten. Es hängt aber auch immer vom Gegner ab. Nizza hat versucht, herauszuspielen, wie damals Ajax. Wenn wir unser Spiel dann richtig durchziehen, kommt so etwas zustande. Das war sicher eines der besten Spiele in der Red-Bull-Ära."

THEMA TRANSFERS

Im Team spielt er, bei Salzburg nicht
  • Warum ist Stefan Stangl das große Sorgenkind?

Ein großes Sorgenkind gibt es freilich immer noch: Stefan Stangl. Der Linksverteidiger feierte am Dienstag beim 0:0 gegen die Slowakei vor den Augen von Trainer Oscar sein Länderspiel-Debüt für Österreich, doch in Salzburg spielt der 25-Jährige nur im Cup eine Rolle.

"Er hat noch nicht so Fuß gefasst, wie wir uns das erhofft hätten. Nach seiner Verletzung ist er nicht wieder in Schwung gekommen. Dann fehlt auch das Selbstvertrauen. Aber das gehört in einer Karriere dazu. Wir haben jetzt noch einige Spiele im Herbst und im Fußball geht es schnell. Da kann ein Spiel schon viel verändern. Er ist gesund, fit und trainiert gut."

Und wenn nicht? Gibt es Pläne für Veränderungen im Winter? "Veränderungen sind im Winter nicht angedacht", so Freund.

  • Was wird sich im Winter in der Transferzeit bei Salzburg tun?

„Im Winter werden wir wohl nicht viel machen, weil wir einen sehr guten Kader haben und gut aufgestellt sind. Da wird nichts Großes passieren. Xaver Schlager wird fixer Bestandteil der Kampfmannschaft, vielleicht kommt auch noch der eine oder andere Liefering-Spieler dazu.“

Für Yordy Reyna („Er ist aktuell ein Stück weit entfernt zu spielen“) wird nach einer Lösung gesucht.

Im Winter werden wir wohl nicht viel machen, weil wir einen sehr guten Kader haben und gut aufgestellt sind. Da wird nichts Großes passieren. Xaver Schlager wird fixer Bestandteil der Kampfmannschaft, vielleicht kommt auch noch der eine oder andere Liefering-Spieler dazu.

  • Gibt es Angebote für Dayot Upamecano?

Für Dayot Upamecano gibt es indes keine offiziellen Anfragen, das Interesse an seiner Person steigt aber natürlich.

"Er hat eine sensationelle Entwicklung genommen und wir sind uns sicher, dass er eine große Karriere hinlegen wird. Es macht uns stolz, dass wir so einen Spieler bei uns haben. Aktuell ist es perfekt für ihn und wir hoffen, dass er hier noch einige Zeit bleibt."

Nachdem der Franzose nun 18 Jahre alt geworden ist, versucht man den Defensivspieler langfristig an den Verein zu binden. Freund lacht: „Wir würden uns gegen eine Verlängerung nicht wehren.“

Das ist bei Konrad Laimer kürzlich gelungen. "Er ist unser Musterschüler, Prototyp der Akademie und hat eine große Karriere vor sich. Wir sind stolz, dass wir so einen Spieler in unserer Akademie ausgebildet haben. Für seine Entwicklung ist es sicher gut, dass er hier noch einige Zeit spielen kann."

Walke (l.) hat schon verlängert
  • Was passiert mit den Routiniers?

Im Sommer laufen dann einige Verträge aus, auch von den Routiniers Christian Schwegler und Andreas Ulmer sowie Christoph Leitgeb, der sich nach langer Verletzungspause herantastet. Schwegler tendierte schon zu einer Rückkehr in die Schweiz.

„Wir haben Gespräche mit Christian und wir werden uns im Winter noch einmal zusammensitzen. Es ist eine Option für ihn und seine Familie in die Schweiz zurück zu gehen, vielleicht bleibt er aber auch noch länger. Wir wissen, was wir an Christian haben und umgekehrt. Genaues werden wir in der Winterpause in Ruhe klären.“

Bei Ulmer, nach Leitgeb der längstdienende „Bulle“, ist die Verlängerung de facto Formsache: „Ich gehe fix davon aus, dass man Andi noch länger bei Salzburg sehen wird. Er ist ein absoluter Musterprofi und Vorbild für unsere jungen Spieler.“

Auch für die restlichen acht Spiele, in der es für Salzburg auch noch um den Aufstieg in der Europa League geht, ist Freund optimistisch: „Ich habe ein gutes Gefüh, weil wir zuletzt gut gespielt haben.“


So lief das erste Saison-Duell:



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