Tiroler gegen Bewerbung für Olympia 2026

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Die Tiroler Wähler haben einer Bewerbung der Region Innsbruck für die Olympischen Winterspiele 2026 eine Absage erteilt. Lediglich 46,65 Prozent haben bei der Volksbefragung für eine Bewerbung gestimmt, 53,35 Prozent sind dagegen.

Während sowohl in den ländlichen Gemeinden, als auch in den Austragungsorten mehrheitlich mit Ja abgestimmt wurde, entschieden sich die Einwohner der Städte dagegen. In Innsbruck waren sogar 67,41 Prozent gegen eine Bewerbung.

Auch die Auszählung der Stimmkarten am Montag ändert am Ergbnis nichts, das vorläufige Endergebnis lautet 46,75 Prozent für "Ja" und 53,25 für "Nein".

Tirol und Innsbruck werden nach dem "Nein" der Bevölkerung dem IOC kein Angebot für Olympische Winterspiele 2026 legen. Dies erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in einer Aussendung am Sonntagabend. "Die Entscheidung pickt!", so Platter. Während das ÖOC naturgemäß enttäuscht von dem Ergebnis der Volksbefragung war, zeigte sich die Oppositionspartei Liste Fritz gegenüber der APA "froh".

"Persönlich enttäuscht"

Das tief sitzende Unbehagen weiter Teile der Bevölkerung gegen das IOC und seine jahrzehntelange Gigantomanie habe in wenigen Monaten nicht abgebaut werden können, erklärte der Landeshauptmann. "Ich war und bin überzeugt, dass unser Angebot für redimensionierte Spiele eine Chance für Tirol, aber natürlich auch eine Chance für die Olympische Bewegung gewesen wäre", so Platter. Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) betonte indes, die Wichtigkeit des breiten Dialogs mit der Bevölkerung im Vorfeld der Volksbefragung.

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel zeigte sich über den negativen Ausgang "persönlich enttäuscht". "Wir haben die letzten Monate leidenschaftlich um diese Chance gekämpft, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die Zeichen der Zeit für ein maßvolles Tiroler Angebot gesprochen hätten", meinte Mennel. Enttäuscht war auch der Ex-Skistar und Kopf der Unterstützerbewegung Benjamin Raich: "Niederlagen im Sport tun weh, sind aber dazu da, wieder aufzustehen und noch stärker zurückzukommen."

Gänzlich anders sah das Ergebnis naturgemäß die Liste Fritz, die als einzige Partei gegen eine Bewerbung Stimmung gemacht hatte. "Die Bürger haben entschieden", betonte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider gegenüber der APA.

Trotzdem meinte sie, dass der Anteil der Liste Fritz an dem "Nein" eher gering sei. "Es war einfach 'too much' für die Bevölkerung", sagte Haselwanter-Schneider, die sich selbst ob des "doch sehr deutlichen Ergebnisses" überrascht zeigte. Gleichzeitig richtete die Klubobfrau einen Appell an Landeshauptmann und Bürgermeisterin, sich "jetzt wieder um die Probleme der Tiroler zu kümmern". Versprechen, die im Vorfeld im Falle einer Austragung von Olympischen Spielen gemacht wurden, beispielsweise ein Teuerungsverbot oder leistbare Wohnungen in Innsbruck, müssten auch ohne Olympia umgesetzt werden, forderte Haselwanter-Schneider.


Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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