Nach Sturz: Bronze-Gewinner Dusek mit Livigno-Versöhnung
Der Snowboardcrosser war in Livigno im September beim Mountainbiken schwer gestürzt. Nun macht der Bronze-Gewinner seinen Frieden mit dem italienischen Ort.
Snowboard-Crosser Jakob Dusek hat am Donnerstag Vergangenheitsbewältigung der besonderen Art betrieben.
Der Niederösterreicher gewann Olympia-Bronze ausgerechnet an jenem Ort, an dem er sich vor fünf Monaten eine schwere Verletzung zuzog. Mitte September erlitt Dusek beim Mountainbiken in Livigno einen Kreuzband-Einriss, die Teilnahme an den Winterspielen war in Gefahr. Nun aber erfüllte sich der Traum des 29-Jährigen von einem Olympia-Podium.
"Dass ich jetzt hier mit einer Medaille um den Hals stehe, ist schon etwas sehr Spezielles", erklärte Dusek. "Es war lange nicht klar, ob ich in dieser Saison überhaupt fahren kann oder ob ich operiert werden muss." Mit Blick auf Olympia wurde im vergangenen Herbst auf eine Operation verzichtet - eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte.
Nach Verletzung schnell wieder auf Touren
Ein MRT im November zeigte, dass sich das Kreuzband gut erholt hatte. "Ich kann nicht sagen, wie stabil es ist, aber das kann man bei gesunden Kreuzbändern auch nicht. Ich habe auf jeden Fall keine Schmerzen und glaube nicht, dass man noch etwas machen muss."
Dusek verpasste zwar viele Trainingstage und stieg erst Anfang Dezember ins Training ein, doch schon Mitte Jänner holte der Weltmeister von 2023 in Dongbeiya (China) seinen fünften und bisher letzten Weltcupsieg.
Olympia-Bronze glänzt Gold
Den Gewinn von Olympia-Bronze hat für Dusek einen hohen Stellenwert. "Ich würde es an derselben Stelle einordnen wie WM-Gold." Angefeuert wurde der Niederösterreicher unter anderem von seinen Eltern, seiner Freundin, seiner Schwester und der Oma - laut Dusek "mein größter Fan".
Schon beim Aufwachen habe er ein gutes Gefühl gehabt, erzählte der Olympia-Dritte.
"Ich habe gut geschlafen und mich gut gefühlt. Nach der Quali war schon eine Anspannung da, weil es nicht nach Wunsch gelaufen ist, aber dann hat sich das Finale angefühlt wie ein normales Rennen. Ich habe es geschafft, dass ich bei mir bleibe und die Überholmanöver dort gemacht, wo sie wichtig waren. Das war der Schlüssel."