Kraft segelt in Innsbruck knapp am Podest vorbei

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Das Bergisel-Springen in Innsbruck sorgt für mächtig Spannung vor der letzten Station der Vierschanzen-Tournee.

Wie in Garmisch triumphiert der 21-jährige Norweger Marius Lindvik. Er setzt sich mit 1,3 Punkten vor dem Polen Dawid Kubacki durch. Auf Rang drei landet mit Daniel Andre Tande (-4,0 Punkte) ein weiterer Norweger.

Stefan Kraft kommt in einem von wechselnden Bedingungen geprägten Bewerb knapp dahinter auf den vierten Platz (-8,3). Mit Gregor Schlierenzauer erzielt ein weiterer ÖSV-Adler als Sechster eine Top-Platzierung.

Der Tiroler Philipp Aschenwald macht im Finale einige Ränge gut und nimmt den 13. Platz ein. Außerdem dürfen sich Jan Hörl (21.), Michael Hayböck (23.) und Daniel Huber (25.) über Weltcup-Punkte freuen.

Die Tournee-Favoriten Ryoyu Kobayashi und Karl Geiger büßen einige Punkte auf die Konkurrenz ein. Der Deutsche verbessert sich nach Rang 23 im ersten Durchgang auf die achte Stelle, Kobayashi springt auf Platz 14.

Damit reist Kubacki als Führender der Gesamtwertung nach Bischofshofen. Ihm folgen Marius Lindvik (-9,1) und Karl Geiger (-13,3). Kobayashi fällt auf die vierte Stelle zurück, sein Rückstand beträgt 13,7 Punkte.

Tournee-Gesamtwertung nach 3 von 4 Springen>>>

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"Jetzt ist es mir nicht mehr wurscht"

"In Oberstdorf war es mir noch wurscht, jetzt nicht mehr", sagt Kraft zum abermals verpasstem Podest und Platz vier. "Der zweite Sprung hat mir voll getaugt, aber die anderen waren besser. Ein bisschen traurig bin ich schon. Schade, für die Fans wäre ein Stockerl auch cool gewesen."

Ein solches ist auch Gesamt noch möglich. Konfrontiert mit seinem 32,1-Punkte-Rückstand meint der Salzburger aber: "Wenn ich schaue, welche Namen da vor mir sind - da braucht es schon Glück und zwei richtig gute Sprünge, um denen 20 Punkte (etwa 11 m, Anm.) abzunehmen."

Schlierenzauer mit "Sprung fürs Herz"

Gregor Schlierenzauer tat just auf seiner Heimschanze wieder Freudensprünge. Er gewann zunächst das K.o.-Duell mit Kamil Stoch und landete letztlich auf dem sechsten Rang.

"Der war absolut fürs Herz", sagt der zweifache Bergisel-Sieger nach seinem 127,5-m-Flug bei Aufwind. "Wenn man ins Fliegen kommt, zwischen den Ski drinnen hängt, dem Hexenkessel entgegenschwebt, dann ist das ein geiles Gefühl, für das man trainiert." Sein Ziel sei es, zum Abschluss erneut "zwei Sprünge auf diesem Niveau" zu schaffen.

Lindvik: "Unmöglich ist es nicht"

Daniel Huber kommt im zweiten Durchgang zu Sturz, kommt aber glimpflich davon. "Das Genick spüre ich g'scheit. Das wird jetzt noch ärger werden, aber ich hoffe, dass es trotzdem für morgen passt", sagt Huber.

Severin Freund 2016 (Sturz), Richard Freitag 2018 (Sturz), Markus Eisenbichler 2019 (Föhnsturm): Regelmäßig büßten deutsche Skispringer zuletzt ihre Titelchance bei der Tournee am Bergisel ein. 2020: Geiger stürzte zwar nicht, konnte bei tückischen Bedingungen aber nicht an seine zuvor starken Leistungen anschließen. Er ist um den ersten deutschen Tourneetriumph seit Sven Hannawald 2001/02 deutlich ins Hintertreffen gerückt. Auch Kobayashi sprang in Innsbruck nicht mehr mit der schon gezeigten Leichtigkeit.

Jungstar Lindvik selbst wollte nach seinem zweiten Weltcupsieg innerhalb von vier Tagen "keine Worte" haben. "Ich hatte zwei großartige Sprünge. In der Tournee-Gesamtwertung ist schon noch ein Abstand da, aber unmöglich aufzuholen ist es nicht", sagt der Norweger im ORF-Interview.

Bischofshofen eine "Österreicher-Schanze"

Das Finale im Salzburger Pongau lässt gerade für die guten Flieger große Aufholjagden zu, doch wer nach dem Bergisel vorne lag, gewann zuletzt so gut wie immer auch die Tournee. Im vergangenen Jahrzehnt fing nur 2017 Stoch den nach Innsbruck führenden Daniel Andre Tande (NOR) noch ab. Tande, zuletzt von einer Verletzung ausgebremst, sprang am Samstag zum dritten Mal auf ein Bergisel-Podium.

Die Paul-Außerleiter-Schanze ist die "Österreicher-Schanze" unter den vier Tournee-Bakken. Dort triumphierte bereits 23 Mal ein ÖSV-Athlet. Michael Hayböck ist der letzte Name auf dieser Siegerliste. Der Oberösterreicher feierte 2015 seinen ersten Weltcupsieg und wurde damit Tournee-Zweiter hinter seinem Zimmerkollegen Kraft.

Dieser wurde im Vorjahr hinter Kobayashi Zweiter. Davor gewann zweimal der polnische Altmeister Kamil Stoch. Seinem Teamkollegen Kubacki muss er keine Tipps geben: Kubacki landete in der Vorjahres-Quali einen neuen Schanzenrekord (145 m) und im Bewerb auf Platz zwei.

Ergebnis des Bergiselspringens in Innsbruck

Platz Springer Punkte Weiten
1. Marius Lindvik (NOR) 253,3 (133,0/120,5)
2. Dawid Kubacki (POL) 252,0 (133,0/120,5)
3. Daniel-Andre Tande (NOR) 249,3 (126,0/131,0)
4. Stefan Kraft (AUT) 245,0 (123,0/127,5)
5. Stephan Leyhe (GER) 241,6 (125,0/125,0)
6. Gregor Schlierenzauer (AUT) 240,0 (127,5/126,0)
7. Johann Andre Forfang (NOR) 238,4 (131,0/120,5)
8. Karl Geiger (GER 236,5 (117,5/126,0)
9. Peter Prevc (SLO) 236,3 (127,0/122,0)
10. Domen Prevc (SLO) 234,6 (125,0/122,0)
11. Anze Lanisek (SLO) 233,8 (124,0/120,5)
12. Piotr Zyla (POL) 230,9 (117,0/125,0)
13. Philipp Aschenwald (AUT) 230,8 (115,0/127,5)
14. Ryoyu Kobayashi (JPN) 229,8 (122,0/120,0)
15. Kamil Stoch (POL) 229,5 (126,5/118,5)
16. Roman Koudelka (CZE) 228,9 (124,0/123,5)
17. Robert Johansson (NOR) 224,8 (127,0/115,5)
18. Daiki Ito (JPN) 221,9 (122,5/117,0)
19. Killian Peier (SUI) 221,3 (123,0/120,0)
20. Timi Zajc (SLO) 219,8 (123,5/114,5)
21. Jan Hörl (AUT) 219,5 (120,0/122,5)
22. Junshiro Kobayashi (JPN) 215,4 (117,0/122,0)
23. Michael Hayböck (AUT) 214,0 (122,5/119,0)
24. Antti Aalto (FIN) 211,9 (119,0/119,0)
25. Daniel Huber (AUT) 207,7 (126,0/118,5)
26. Constantin Schmid (GER) 205,3 (118,0/115,0)
27. Markus Eisenbichler (GER) 200,7 (114,5/116,5)
28. Naoki Nakamura (JPN) 199,3 (123,0/109,5)
29. Keiichi Sato (JPN) 194,0 (127,5/103,0)
30. Taku Takeuchi (JPN) 193,4 (117,5/110,5)
32. Stefan Huber (AUT) 110,4 (118,0)
35. Clemens Aigner (AUT) 104,7 (118,0)

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Textquelle: © LAOLA1.at

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