"Unfassbarer Moment, auf den ich 20 Jahre hingearbeitet habe"
Seine ersten Gedanken im Moment des Triumphs hätten dann seiner Familie gegolten. Obwohl sein Heimatort Seekirchen nicht weit entfernt liegt, konnten seine Lieben wegen des corona-bedingten Ausschlusses der Zuschauer in seiner großen Stunde nicht live an der Schanze dabei sein.
"Die daheim sind den ganzen Weg mit mir mitgegangen, der kein leichter Weg. Vor allem meine Frau, die dann schon auch sehr viel abkriegt von der Sportart und von mir, weil Spitzensport sehr fordernd ist."
Den Moment auf den Siegespodest hat Huber genossen. Seine Augen blieben geschlossen, während aus den Lautsprechern die österreichische Bundeshymne erklang und im Hintergrund ein Feuerwerk abging. "Das ist ein unfassbarer Moment, auf den ich über 20 Jahre lang hingearbeitet habe", erklärte der nunmehrige Gesamtweltcup-Elfte. Die versammelte ÖSV-Crew inklusive ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober applaudierte, ein gemeinsames Jubel-Foto durfte natürlich auch nicht fehlen.
Huber "ein bisschen die Diva im Team"
Hubers Zimmerkollege während dieser Tournee war Stefan Kraft, für den selbst nicht viel zusammenlief. Diesmal stand aber die Freude über die Leistung des anderen fast drüber: "Herrlich! Er ist doch einer meiner besten Freunde, sehr schön. Er hat immer mehr Selbstvertrauen bekommen. Er war schon oft nahe dran, und jetzt hat er es voll durchgezogen."
Für Kraft ist Huber ein akribischer Arbeiter. "Er kann auch etwas kompliziert sein, aber er lässt sich schwer etwas dreinreden."
Kraft gab mit einem Augenzwinkern auch preis, dass Huber "ein bisschen die Diva" im Team sei. Huber lüftete das Geheimnis dahinter: "Ich bin manchmal ein Sturschädel, definitiv. Aber ich glaube, was gemeint ist, dass wenn ich Hunger habe, kann ich ein bisschen ungut werden." Diese Gefahr bestehe aber nur, wenn er unterwegs ist. Denn er sei Hobby-Koch, tischt daheim oft auf. "Ich koche sehr viel und sehr gerne. Ich glaube auch ganz gut, meine Frau hat sich zumindest noch nie beschwert."
ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl freute es, dass die Arbeit mit Huber solche Früchte getragen hat. "Wir haben bei der Hocke und beim Ski noch etwas geändert - das hat ihn unterstützt, weil er immer ein bisschen Probleme gehabt hat, dass er im Flug über den Ski drüberkommt", erläuterte der Trainer. "Es ist cool, dass wir den Sieg jetzt bei der Tournee zum Abschluss geschafft haben. Wir haben nicht gut angefangen, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen."