"Diva" Hubers erfüllter Traum auf Heimschanze

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Drei Königen ist der Tag gewidmet, im Areal der Paul-Außerleitner-Schanze hat es am Donnerstagabend aber zwei Könige gegeben.

Der eine war der nun zweifache Tournee-Gesamtsieger Ryoyu Kobayashi, auch wenn der Japaner mit Rang fünf den Grand Slam mit Siegen auf allen vier Schanzen des Klassikers anders als vor drei Jahren verpasste. Sieg Nummer vier schnappte ihm mit Daniel Huber einer weg, mit dem sich viele freuten - alle im ÖSV-Team, aber auch ausländische Konkurrenten.

29 Jahre als musste der Salzburger werden - und zwar am vergangenen Sonntag - bevor er nun seinen größten Sieg landete. "Ein sehr emotionaler Tag. Es war ein sehr harter und langer Weg für mich", bilanzierte Huber zufrieden und glücklich. "Es war das große Ziel, irgendwann einen Weltcup zu gewinnen. Und das mir das heute so gelungen ist, ist unfassbar. An so einem leicht verschneiten Tag daheim in Salzburg in Bischofshofen. Ich habe gewusst, ich habe es drauf, es fehlt nicht viel."

Diesmal sei der Tag gewesen, an dem er schon gemerkt habe, dass er die nötigen PS zusammenbringt. "Ich habe mich so gut gefühlt und war schon lange nicht mehr so klar in meinem Konzept, in meinem Gefühl. Das wollte ich einfach genießen." Nervös sei er vor dem finalen Sprung dann schon etwas gewesen, die Erinnerung an seinen Sieg als Halbzeit-Führender ebendort bei den Österreichischen Meisterschaften habe ihm mental da aber doch ein bisschen geholfen.

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"Unfassbarer Moment, auf den ich 20 Jahre hingearbeitet habe"

Seine ersten Gedanken im Moment des Triumphs hätten dann seiner Familie gegolten. Obwohl sein Heimatort Seekirchen nicht weit entfernt liegt, konnten seine Lieben wegen des corona-bedingten Ausschlusses der Zuschauer in seiner großen Stunde nicht live an der Schanze dabei sein.

"Die daheim sind den ganzen Weg mit mir mitgegangen, der kein leichter Weg. Vor allem meine Frau, die dann schon auch sehr viel abkriegt von der Sportart und von mir, weil Spitzensport sehr fordernd ist."

Den Moment auf den Siegespodest hat Huber genossen. Seine Augen blieben geschlossen, während aus den Lautsprechern die österreichische Bundeshymne erklang und im Hintergrund ein Feuerwerk abging. "Das ist ein unfassbarer Moment, auf den ich über 20 Jahre lang hingearbeitet habe", erklärte der nunmehrige Gesamtweltcup-Elfte. Die versammelte ÖSV-Crew inklusive ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober applaudierte, ein gemeinsames Jubel-Foto durfte natürlich auch nicht fehlen.

Huber "ein bisschen die Diva im Team"

Hubers Zimmerkollege während dieser Tournee war Stefan Kraft, für den selbst nicht viel zusammenlief. Diesmal stand aber die Freude über die Leistung des anderen fast drüber: "Herrlich! Er ist doch einer meiner besten Freunde, sehr schön. Er hat immer mehr Selbstvertrauen bekommen. Er war schon oft nahe dran, und jetzt hat er es voll durchgezogen."

Für Kraft ist Huber ein akribischer Arbeiter. "Er kann auch etwas kompliziert sein, aber er lässt sich schwer etwas dreinreden."

Kraft gab mit einem Augenzwinkern auch preis, dass Huber "ein bisschen die Diva" im Team sei. Huber lüftete das Geheimnis dahinter: "Ich bin manchmal ein Sturschädel, definitiv. Aber ich glaube, was gemeint ist, dass wenn ich Hunger habe, kann ich ein bisschen ungut werden." Diese Gefahr bestehe aber nur, wenn er unterwegs ist. Denn er sei Hobby-Koch, tischt daheim oft auf. "Ich koche sehr viel und sehr gerne. Ich glaube auch ganz gut, meine Frau hat sich zumindest noch nie beschwert."

ÖSV-Chefcoach Andreas Widhölzl freute es, dass die Arbeit mit Huber solche Früchte getragen hat. "Wir haben bei der Hocke und beim Ski noch etwas geändert - das hat ihn unterstützt, weil er immer ein bisschen Probleme gehabt hat, dass er im Flug über den Ski drüberkommt", erläuterte der Trainer. "Es ist cool, dass wir den Sieg jetzt bei der Tournee zum Abschluss geschafft haben. Wir haben nicht gut angefangen, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen."

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