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WM? Olympia? Kraft: "Auf jeden Fall der schönste Sieg!"

Für Stefan Kraft hat der Skiflug-Weltmeistertitel am Kulm einen riesigen Stellenwert. Der ÖSV-Überflieger im Interview:

WM? Olympia? Kraft: Foto: © GEPA

Stefan Kraft hat es geschafft! Der Salzburger erfüllte sich am Samstag einen Traum und segelte am Kulm zu seinem ersten Weltmeister-Titel im Skifliegen.

Es war ein Erfolg, der letztlich etwas überraschend kam, nachdem die Durchgänge am Samstag wetterbedingt an der Kippe standen und auch Kraft nach den Freitags-Flügen einiges auf Timi Zajc aufzuholen hatte (Alle Infos >>>).

Letztlich war aber doch Kraft der strahlende Sieger. Der Skiflug-Titel vor heimischem Publikum hat für den 30-Jährigen einen enormen Stellenwert, wie er nach der Siegerehrung erklärt - und das kommt von einem Mann, der bereits WM-, Olympia-Gold und die Vierschanzentournee gewann.

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Frage: Sie waren schon Weltmeister, sind Olympiasieger und haben vor drei Wochen in Bischofshofen einen Heimsieg gelandet. Wie reihen Sie diesen Sieg ein?

Kraft: "Es ist auf jeden Fall der schönste Sieg. Es war unglaublich, es waren so viele Leute da. Wir haben immer in der Kabine gesagt, bitte dürfen wir heute runter. Du willst keine Silbermedaille so emotionslos, wie es gewesen wäre. Du willst einfach runter, du willst in die 20.000 Leute reinfliegen. So cool, dass sie es noch durchgezogen haben und dass der Wind noch nachgelassen hat."

Frage: Viele von den Fans sind auch noch für die Siegerehrung dageblieben. Wie haben Sie das empfunden?

Kraft: "So eine Siegerehrung habe ich noch nie erlebt. Es war sehr, sehr viel Anspannung. Das Herz hat immer noch schneller geschlagen. Es war sehr emotional und sehr schön, dass noch so viele dageblieben sind. Die Nationalhymne, ich habe so viele mitsingen gehört mit mir, das hat man echt laut gehört, das geht echt ans Herz. Es war die schönste Siegerehrung."

Frage: Sie haben sich nach schwächerem Training sehr stark gesteigert. Haben Sie noch mit Gold gerechnet?

Kraft: "Man hofft immer, man probiert das Beste zu machen. Gestern Vormittag hat es gar nicht gut ausgeschaut. Ich habe genau gewusst, was ich heute zu tun habe und ich habe es Gott sei Dank auch genau so hingebracht. Dann wie ich gelandet bin, habe ich mir gedacht, ja, es ist möglich, er (Timi Zajc, Anm.) muss auch erst 220 hupfen, fast. Es war schwierig heute, es war ein bisschen ein langer Tag, es war turbulent. Wenn du als Letzter oben sitzt, ist es schwer. Ich habe vielleicht auch das Quäntchen Glück gehabt."

Frage: Wie sehr war es vor Beginn des dritten Durchganges zum letztmöglichen Zeitpunkt ein Nervenspiel?

Kraft: "Wir sind sehr lange im Hotel geblieben, Wir haben immer wieder gerastet. Michi (Zimmerkollege Hayböck) hat schon dreimal die Schuhe angehabt, ich nur die Jacke. Ich bin nur ein bisschen ruhiger geblieben. Wir haben immer abgewartet. Aber man ist immer nervöser und nervöser geworden. Ich glaube, wir haben einen Wettkampf gehabt, wer öfter aufs Klo geht. Es war glaube ich eine enge Kiste, aber schön, dass wir dann noch einmal durften. So um 14:30 Uhr waren wir dann bei der Schanze."

Frage: Wie sehen Sie die Chancen für das österreichische Team am Sonntag im Teambewerb (Anm. ab 14:00 Uhr im LIVE-Ticker)?

Kraft: "Ich möchte das noch einmal erleben. Ich glaube, dass es noch einmal richtig gut ist. Der Wind wird genial sein. Das Ziel, die Hillsize (235 m) einmal zu überfliegen, das habe ich schon noch vor. Die Siegerehrung zu erleben, war genial. Das wünsche ich den anderen Kollegen auch. Wir haben gute Chancen. Wir müssen aber alle acht Sprünge runterbringen. Wir haben gesehen, dass das da nicht einfach ist. Wenn unten ein kleiner Aufwind drinnen ist, glaube ich schon, dass der Schanzenrekord drinnen ist. Ich glaube nicht 250 m, aber 245, 246. Ich würde es gerne probieren."

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