Widhölzl kritisiert FIS: "Auf Athleten ein bissl geschissen"
Es sei "teilweise wirklich gefährlich" gewesen, sagt der Skisprung-Cheftrainer nach der Wind-Farce in Oslo. Ein Olympiasieger boykottierte das Springen.
Andreas Widhölzl war nach der Wind-Lotterie am Osloer Holmenkollen am Sonntag nicht gut auf die FIS zu sprechen.
Für den heimischen Skisprung-Cheftrainer war die Absage des zweiten Durchgangs "dringend notwendig". Es sei schon der erste nicht in Ordnung gewesen.
"Da muss ich auch mal die FIS kritisieren, weil sie mit aller Gewalt einen Durchgang durchdrücken wollte, damit das Ergebnis dasteht und eigentlich auf die Sicherheit der Athleten ein bissl geschissen wird. Es war teilweise wirklich gefährlich. Das müssen wir so hinnehmen, aber cool war es nicht", fand der 49-Jährige deutliche Worte.
Top-Athleten vom Winde verweht
Der Weltcup-Bewerb der Skispringer wurde von schwierigen Windverhältnissen durcheinandergewirbelt, nach nur einem gewerteten Durchgang feierte der Japaner Tomofumi Naito seinen ersten Sieg.
Spitzenathleten wie Ryoyu Kobayashi (32.), Daniel Tschofenig (37.) oder Vortages-Sieger Gregor Deschwanden (38.) wurden vom Winde verweht. Andere - etwa der deutsche Felix Hoffmann - konnten einen Sturz nur mit viel Mühe verhindern.
Raimund: "Ich mache diesen Scheiß hier nicht mit"
Dessen Landsmann und Normalschanzen-Olympiasieger Philipp Raimund verzichtete überhaupt auf seinen Sprung. "Ich werde hier nicht springen. Ich mache diesen Scheiß hier nicht mit", hörte man den Deutschen im Springerturm sagen, ehe er seine Sachen packte.
"Ich habe den Wettkampf lange im Fernsehen angeschaut, es wurde immer wilder und unabsehbarer", erklärte Raimund seine Entscheidung in der "ARD". Er springe aus Spaß mit und nicht, "um mir Sorgen um meine Gesundheit machen zu müssen."
Raimund sagte weiter: "Ich habe mir gedacht: Also, Leute, ehrlich, ich sehe jetzt nicht, dass ich das unbedingt machen muss."
Er hätte mit dem Olympiasieg in Predazzo und seinem ersten Weltcup-Triumph vergangene Woche in Lahti sowieso "alles erreicht, was ich erreichen will."