Norwegen geht mit Attest gegen Disqualifikation vor
Die Skandinavier wollen die Disqualifikation von Top-Springerin Ström nicht auf sich sitzen lassen.
Mit einem ärztlichen Attest versucht der norwegische Skiverband, die Disqualifikation von Anna Odine Ström nachträglich zu erklären.
Die Skispringerin war beim Auftakt der Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen wegen einer zusätzlichen Sohle in einem ihrer Socken aus dem Bewerb genommen worden.
Wie die FIS mitteilte, wurde bei der Norwegerin nach dem Frauen-Bewerb eine unerlaubte Ausrüstung festgestellt.
Ström, Gesamtweltcup-Dritte sowie Team- und Mixed-Team-Weltmeisterin von Trondheim, wurde daraufhin nach ihrem elften Platz auf der Normalschanze disqualifiziert. Der Eingriff verstößt gegen das geltende Regelwerk.
Medizinische Gründe
Hintergrund der Maßnahme sollen jedoch medizinische Gründe sein. Norwegens Cheftrainer Christian Mayer erklärte gegenüber dem TV-Sender NRK, dass Ström an einer Schiefstellung der Hüfte leide. Um einen Höhenunterschied von rund einem Zentimeter auszugleichen, trage sie am rechten Bein eine Sohle.
"Sie hat sich 2023 in Engelberg verletzt, die Verletzung war auf diese Hüftproblematik zurückzuführen. Deshalb haben wir begonnen, das auszugleichen“, so Mayer.
Für eine solche Anpassung ist allerdings eine ärztliche Genehmigung erforderlich. Diese konnte bei der Materialkontrolle in Garmisch-Partenkirchen nicht vorgelegt werden und wurde erst im Nachhinein eingereicht. Der Weltverband FIS prüft nun das Attest.
Besonders bitter: Ström präsentierte sich im laufenden Olympia-Winter in starker Form. Die 27-Jährige gewann ein Springen in Wisla und stand vor der Two-Nights-Tour dreimal in Folge auf dem Podest.