Widhölzl: "Das wird mir auf die Nerven gehen"

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Mit Neo-Cheftrainer Andreas Widhölzl haben Österreichs Skispringer das erste Training nach der Coronavirus-Zwangspause absolviert.

Der Tiroler sprach dabei auch erstmals über seine neue Aufgabe. Er gesteht: "Natürlich wird mir das Stehen im Scheinwerfer auf die Nerven gehen, aber ich bin in dieser Sache viel offener geworden und es gehört zum Job dazu." Der 18-jährige "Swida" sei er aber nicht mehr: "Ich habe mich schon verändert."

Als Ziel nennt er den neuerlichen Gewinn des Gesamtweltcups.

Aktive Sprünge? "Nicht getraut"

Widhölzl gewann in seiner 15 Jahren dauernden Weltcup-Karriere 18 Einzel- sowie sechs Teambewerbe und zählt zu den erfolgreichsten Springern Österreichs.

"Eigentlich wollte ich heuer bei den Masters mitspringen, aber ich habe mich nicht getraut. Also runter kommen würde ich immer, aber die Haltung wäre wahrscheinlich nicht so schön", sagte der 43-Jährige bei einem Mediengespräch am Donnerstag.

"Ich bin seit fünf Jahren nicht mehr gesprungen. Der 18-jährige Swida bin ich nicht mehr, ich habe mich schon verändert. Natürlich wird mir das Stehen im Scheinwerfer auf die Nerven gehen, aber ich bin in dieser Sache viel offener geworden und es gehört zum Job dazu", weiß der dreifache Familienvater.

"Diese Position wollte ich immer übernehmen"

Nach seiner Tätigkeit als Lehrer am Stamser Skigymnasium, als Co-Trainer im Nationalteam und Trainer im Kontinentalcup übernahm Widhölzl den begehrtesten Posten im österreichischen Springersport.

"So eine Chance bekommt man nicht oft, aber ich hatte keinen zeitlichen Stress. Ich wollte in Österreich bleiben und diese Position wollte ich schon immer übernehmen. Ich war fünf Jahre Co-Trainer und es ist schon was anderes, eine leitende Position zu übernehmen", sagte der Tiroler.

"Nahe an den Athleten dran sein"

Nach seiner aktiven Karriere machte Widhölzl eine Ausbildung zum Sozialpädagogen. "Ich hatte einfach den Hintergedanken gehabt, dass, wenn ich mit jungen Sportlern arbeite, dass ich sie verstehe und warum sie in der Gruppe so agieren. Ich glaube schon, dass ich davon profitieren kann." Es werde viel Arbeit auf ihn zukommen, aber er habe gute Leute um sich herum.

Guter Zusammenhalt sei wichtig, sowie auch die Zusammenarbeit mit dem Damen-Team und Kombinierern. Widhölzl: "Ich möchte aber nicht nur oben stehen und derjenige sein, der mit der Fahne freigibt. Ich möchte sehr nah an den Athleten und dem ganzen Geschehnis sein." Sehr viel Zeit hat er in den vergangenen Wochen in Telefonate investiert.

Gesamtweltcup und Medaillen als Ziel

Die Ziele für die kommende Saison sind schon definiert. "Klar ist für mich das sportliche Ziel für dieses Jahr wieder ein Gesamtsieg von Kraft. Wer den Stefan kennt, weiß, dass er nicht mit weniger zufrieden sein wird", sagte Widhölzl.

"Unser Ziel ist, dass wir überall um Medaillen mitspringen. Wir haben großes Potenzial und einen sehr interessanten Kader mit sehr erfahrenen Leuten wie Stefan und junge gute Athleten wie Marco Wörgötter und Clemens Leitner. Natürlich ist das Nationalteam an vorderster Front und die müssen abliefern. Aber es geht auch darum, dass ich oben eine kompakte Mannschaft zusammenbekomme."

Am 15. Juni fahren die ÖSV-Adler auf Trainingslager nach Faak am See in Kärnten. An zwei Tagen steht Sprungtraining auf dem Programm, an den anderen Tagen wird an der Physis und der mentalen Stärke gearbeitet.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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