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"Brutal, wie eine Maschine": ÖSV-Adler Hörl überflügelt alle

Das ÖSV-Duo dominiert das Super-Team-Springen in Zakopane. Dabei strahlt der Sieg gar nicht so hell, wie er eigentlich sollte.

"Brutal, wie eine Maschine": ÖSV-Adler Hörl überflügelt alle

47,6 Punkte Vorsprung, umgerechnet rund 26 Meter Sprungweite: Der Sieg des österreichischen Duos im Super-Team-Bewerb ist trotzdem nur teilweise eine Machtdemonstration.

Kurz vor den olympischen Spielen ist das Starterfeld in Zakopane dezimiert. Viele große Namen setzen in Zakopane aus, beim Super-Team darf sowieso jede nur zwei Springer nominieren.

Beeindruckend ist der klare Sieg von Jan Hörl und Stephan Embacher aber allemal.

Keine Super-Gegner im Super-Team

Stefan Kraft und Daniel Tschofenig haben die Fahrt nach Zakopane im eng durchgetakteten Olympia-Winter ausgelassen. Auch Tournee-Sieger und Weltcup-Führender Domen Prevc lässt die Reise in den Süden Polens aus. Mit Ryoyu Kobayashi, Ren Nikaido und Philipp Raimund waren auch die Plätze zwei bis vier der Weltcup-Wertung nicht im Super-Team-Springen vertreten.

Von den Top Ten des Weltcups waren nur der Slowene Anze Lanisek und eben die beiden Österreicher Hörl und Embacher für die Zwei-Mann-Teams gemeldet. Dass die ganz große Konkurrenz nicht dabei war, soll den Triumph der ÖSV-Adler aber nicht schmälern.

"Klar waren nicht alle am Start, aber sie haben es extrem gut gemacht," lobt Cheftrainer Andreas Widhözl seine beiden Springer. "Hut ab, es war ein toller Erfolg".

Und: "Grundsätzlich sieht man: wenn bei uns zwei nicht dabei sind, sind immer noch zwei bis vier da, die extrem gut springen. Da sieht man bei anderen Nationen, dass dann viel zusammenbricht."

Jan Hörl fliegt in einer eigenen Liga

Das Format des Super-Team-Bewerbs bringt Strapazen mit sich. Nach der Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag noch drei Durchgänge unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren, ist ein ungewöhnlich langer Arbeitstag für die Skispringer.

"Ich bin doch nicht mehr gewohnt, dass ich fünf Sprünge am Tag mache," meint Jan Hörl im "ORF" nach dem Springen, "da waren nachher die Knie ein bisschen weich".

Geschadet hat die Anstrengung seinen Leistungen aber offenbar nicht. Zwei Mal 141 Meter waren die Bestweite im Super-Team-Springen, nur Anze Lanisek kam mit einem Satz über 140 Meter in Hörls Nähe

Entsprechend stolz ist der Held des Tages auf seine Sprünge: "Zwei waren Bombe", freute sich Jan Hörl. Der dritte Durchgang war mit dem enormen Vorsprung aus den ersten beiden nur noch Formsache, die beiden ÖSV-Adler brachten den Sieg ganz locker nach Hause.

Ob Hörl mit dieser Tagesform nicht gerne gegen Weltcup-Dominator Prevc angetreten wäre? Der Pongauer lacht nur: "Den Vergleich haben wir eh morgen.“

Nach dem Team-Triumph ist vor dem Einzelspringen

Auch Stephan Embacher zollte seinem Teamkollegen Respekt: "Brutal" und "wie eine Maschine" sei Hörl gesprungen. "Bei seinem zweiten Sprung habe ich mir gedacht, das wer der ident gleiche. Als ob sie den ersten Sprung noch einmal abgespielt hätten", streut der bald 20-jährige Skispringer der Konstanz seines erfahrenen Teamkollegen Rosen.

"Das Ergebnis ist mega, erster Platz mit Jan gemeinsam. Wir sind ein super Team, es war ein cooler Tag.“

Trotz des überlegenen Sieges als Team war Embacher mit seinem eigenen Auftritt nicht ganz zufrieden. “Die Sprünge waren leider noch nicht ganz so gut, sie waren immer sehr spät", fand Embacher seinen Fehler auf dem Schanzenteller.

Als Vater des Erfolges sah Embacher Jan Hörl, den überragenden Springer des Tages. "Das meiste ist dem Jan zu verdanken. Er hat sehr viel Vorsprung herausgeholt, ich hab es eher verwertet."

Diese Selbstkritik seines Teamkollegen wollte Hörl nicht so stehen lassen: "Es hat keiner von uns ausgelassen, Stephan hat auch einen super Job gemacht." Am Ende überwog aber auch bei Embacher nach seinem erstem Sieg in einem Weltcup-Springen die Zufriedenheit: "Das passt schon. Morgen ist auch wieder ein Tag", will er im Einzelspringen am Sonntag gleich wieder angreifen.

Die Vorzeichen dafür stehen gut, in der Qualifikation sprang Embacher heute Nachmittag auf den fünften Platz. "Morgen werde ich schauen, dass ich auch einmal auf die Kante bringe, dann fliegt das schon wieder", freute sich Embacher auch nach fünf Sprüngen an einem Tag auf den nächsten Wettbewerb.

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