Reichelts Super-G-Favoriten: "Der fährt gestört"

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Österreichs Speed-Herren blieben vom Anreise-Chaos zur Ski-WM in Aare verschont, sie flogen direkt nach der Garmisch-Absage im Privatjet nach Schweden.

"Wie sich jetzt herausgestellt hat, war die Sache mit dem Privatjet einfach Gold wert, wenn man gesehen hat, wie es den anderen gegangen ist. Da kann man sich einige Körner sparen", sagt Hannes Reichelt.

"Wir haben eh schon gesagt, dass wir jetzt mehr Druck haben", scherzt der Salzburger in Hinblick auf das erste Rennen, den Super-G am Mittwoch (12:30 Uhr im LIVE-Ticker).

"Es gibt einige, die sind eher Nachtmenschen, denen macht das gar nicht aus. Die laufen meistens zur Höchstform auf, wenn sie die Nächte davor nicht so viel geschlafen haben. In meinem gesetzten Alter ist es aber gut, dass ich das nicht mitmachen musste. Ich muss schon büßen, wenn ich mal bis vier oder fünf in der Früh fortgehe", so Reichelt.

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Reichelt: "Aksel wird sich alles reinschmeißen"

Ebenfalls schon länger in Aare und damit vom Chaos verschont geblieben sind die Norweger. Die "Attacking Vikings" sind es auch, die Reichelt für den Super-G ganz oben auf der Rechnung hat.

"Die sind auf dem Schnee brutal stark", sagt Reichelt. Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud und Co. "sind eigentlich auf dem Schnee groß geworden, so wie wir auf so einem Schnee wie in Kitzbühel groß geworden sind".

Gerade Svindal, der in Aare seine letzten beiden Rennen bestreitet, werde "sicher nichts anbrennen lassen. Der wird alles riskieren und sich für sein Knie noch einmal alles reinschmeißen, damit er keine Schmerzen spürt".

Naben den Norwegern zählt Reichelt Kitzbühel-Sieger Dominik Paris und Christof Innerhofer zu den Topfavoriten. "Paris hat einen Flow bekommen, der hat einen Lauf, egal auf welchem Untergrund. Mit Innerhofer muss man immer rechnen, so gestört wie der teilweise fährt", grinst Reichelt.

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Generell könne im Super-G viel passieren. Diesmal vor allem, weil das für Dienstag geplante erste Abfahrts-Training abgesagt werden musste und die Läufer die Strecke somit nur besichtigen können.

Reichelt will "ein Wörtchen mitreden"

Sich selbst sieht Reichelt nicht in der Favoritenrolle, aber "ich hoffe, dass ich da ein Wörtchen mitreden kann". Seine Beziehung zu Aare sei "am Anfang nicht gut", gewesen, doch "letztes Jahr bin ich richtig gute Rennen da gefahren". Der werdende Vater meinte, "dass sich da schon ein gutes Verhältnis entwickeln könnte".

In der Weltcup-Saison 2018/19 ist für den mittlerweile 38-jährigen Reichelt "nicht alles nach Wunsch gelaufen". Angefangen hat es mit einem Zehenbruch, wodurch er das Übersee-Training auslassen musste. "Heuer gehen mir die Chile-Wochen ein bisserl ab beim Material", erklärt Reichelt in Aare, warum er bisher nicht recht auf Touren kam. Hinzu kamen Fehler, Pech mit der Startnummer wie in Kitzbühel, "da sind viele Faktoren nicht richtig gut gelaufen für mich".

Im Super-G schauten nur zwei Top-Ten-Platzierungen heraus - Vierter war Reichelt in Lake Louise, Neunter in Gröden. "Da kenne ich doch andere Zeiten auch, wo du nachher zugeschaut hast mit solchen Ergebnissen", kommentiert er die bisherige Weltcup-Ausbeute. Er fühle sich aber immer noch bereit für einen großen Auftritt bei der WM. "Was mich positiv stimmt, ist, dass ich in Kitzbühel in Form gekommen bin und mir auch in den Trainings denke, es wird besser."

Sinnvoll sei es nur, "wenn du vorne mitfahren kannst, und das traue ich mir definitiv schon zu, weil man einfach auch gesehen hat, dass ich viele Super-Teilzeiten schon gehabt habe".

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