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Marcel Hirscher triumphiert in Saalbach

LAOLA1 Foto: ©

Marcel Hirscher feiert seinen 63. Weltcupsieg und ist somit Österreichs alleiniger Rekordhalter! Der 29-Jährige gewinnt den Slalom von Saalbach mit 0,38 Sekunden Vorsprung vor Loic Meillard (SUI) und Henrik Kristoffersen (NOR) .

Für Hirscher, der erstmals bei einem Rennen in seinem Heimatland Salzburg am Podest steht, ist es der 31. Erfolg im Slalom.

Manuel Feller verbessert sich mit einem tollen zweiten Lauf von Platz 17 auf Rang vier.

Michael Matt, nach dem ersten Durchgang noch Zweiter, fällt in der Entscheidung auf den 5. Platz zurück.

Marco Schwarz wird Neunter. Wie schon in Levi präsentiert sich das Team mannschaftlich stark.

Christian Hirschbühel landet auf Platz 19. Marc Digruber beendet den Slalom als 22.

Ergebnis des Slaloms in Saalbach>>>

Im Gesamtweltcup hält Hirscher nach sieben bestrittenen Rennen bei 620 Punkten und hat 268 Zähler Vorsprung auf Henrik Kristoffersen.

Ewige Bestenliste Weltcup-Siege>>>

Schwierige Bedingungen

Hirscher gewann das aufgrund der Pistenverhältnisse äußerst anspruchsvolle Ersatz-Rennen für Val d'Isere mit 0,38 Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Loic Meillard sowie 0,47 auf den Norweger Henrik Kristoffersen.

Das ÖSV-Team schnitt im zweitletzten Rennen vor der Weihnachtspause hervorragend ab, Manuel Feller landete auf Platz vier (0,66), Michael Matt auf fünf (0,78) und Marco Schwarz auf neun (1,02).

"Danach kommt nur noch Buckelpiste"

Nach dem ersten Durchgang hatte Hirscher auf Loic (12.) einen satten Vorsprung von 2,13 Sekunden, knapp vier Zehntel blieben am Ende übrig. Auch weil der siebenfache Gesamtweltcupsieger noch wertvolle Informationen über Löcher auf der Piste bekommen hatte.

"Der erste Lauf war solide, im zweiten war ich auf der Sicherheitslinie. Es war am Ende eine sehr knappe Entscheidung. Der untere Teil war hart beim Limit zu dem, was man Skirennfahren nennt, danach kommt nur noch Buckelpiste", erklärte der Disziplinführende.

Schon im ersten Lauf war die Piste rasch gebrochen, am besten hatte sich von den Österreichern mit "höheren" Nummern Schwarz mit der 16 als Elfter (+2,06) gezeigt. Vor dem zweiten Durchgang wurde die Piste mit Wasser und Salz behandelt.

"Ich mag den Berg, leider waren die Bedingungen aber nur so, so", meinte "Wahl-Österreicher" Kristoffersen und verwies darauf, dass man ja Weltmeisterschaften haben will. Einen Abschnitt wie den Schlussteil sei er jedenfalls noch nie im Weltcup gefahren.

Matt: "Den Umständen entsprechend okay"

Olympia-Bronzemedaillengewinner Matt hatte wegen Rückenproblemen nach einem Trainingssturz erst in der Früh über sein Antreten entschieden, der Rückfall von Halbzeitrang zwei auf fünf ließ sich so verschmerzen.

"Den Umständen entsprechend ist das Ergebnis okay, aber der zweite Lauf war nicht gut. Es war extrem schwierig, die Sicht war schlecht, es waren brutale Löcher drinnen. Und je unruhiger es wird, desto schwieriger wird es für den Kopf, weil ich vor zwei Tagen nicht einmal gerade gehen konnte", sagte der Tiroler.

"Zwiespältiges Heimrennen" für Feller

Von 17 auf 4 verbesserte sich Feller, das war Balsam auf den Wunden des von Saalbach kopfgesponserten Athleten nach dem Ausfall im Riesentorlauf.

"Das Ganze war ein bisschen schwierig für mich hier. Natürlich ist es fein, wenn man viele Fans hier hat, aber man muss irgendwie trotzdem die Konzentration bewahren", erklärte der Tiroler.

Nach dem gefahrenen "Semmel" im ersten Durchgang schaffte er die Kehrtwende. "Wir haben viel am Set up verändert, Schuhe und Ski gewechselt.

Auch der neuntplatzierte Schwarz landete wie beim ersten Saisonslalom in Levi in den Top Ten. "Es ist nicht das, was ich draufhabe", war der Kärntner nicht ganz zufrieden. Christian Hirschbühl wurde 19., Marc Digruber 22. Fabio Gstrein hatte als 33. ebenso die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst wie die in dem ausfallsreichen Slalom nicht ins Ziel gekommenen Mathias Graf und Johannes Strolz.

Hirscher sieht "großen Diamanten"

Der Schweizer Meillard wird auf ewig glücklich auf Saalbach zurückblicken - trotz Rumpelpistenverhältnisse. Er war bereits im Riesentorlauf hinter dem slowenischen Sensationssieger Zan Kranjec Zweiter geworden, es sind die ersten Stockerlplätze seiner Karriere. "Das waren zwei harte Tage auf der Piste. Da musste man kämpfen, ich bin sehr glücklich", sagte der 22-Jährige.

"Loic ist einer der großen Diamanten, die sie in der Schweiz haben", merkte Hirscher an. Er selbst hatte nach Riesentorlaufplatz sechs eine unruhige Nacht gehabt - für den Slalom passte die Materialabstimmung dann wieder.

 

Stimmen zum Slalom in Saalbach:

Marcel Hirscher: "Ich würde sagen, der Zielhang war am Limit. Es war schon richtig schwierig. Der 2. Durchgang war aber sicher besser zu fahren mit Nummer 30 als im 1. Durchgang. Es hat jeder alles versucht, perfekte Bedingungen zu schaffen. Zum Teil glückt's, manchmal nicht. Ich habe versucht, oben in die Spuren zu kommen. Im Zielhang habe ich nur geschaut, dass ich durchkommen. Denn da war es knapp an der Unfahrbarkeit. Bei den ersten Toren versucht man immer, ein gutes Gefühl zu bekommen. Vor allem, wenn man auf Bedingungen unterwegs ist, die man heuer noch nie gehabt hat. Aber das geht ja allen so."

Henrik Kristoffersen: "Es waren vielleicht die schlechtesten Bedingungen in meiner Weltcup-Karriere - die letzten sieben Tore. Sie haben zwar gearbeitet. Es war fast schon gefährlich, das war am Limit. So schwierig, unglaublich. Es war eisig und dann war es wieder weich. Und dann kommst du in diese Schläge. Aber so ist es - ein dritter Platz ist nicht super. Aber so ist es. Loic ist ein sehr guter Freund von mir - und Marcel natürlich super."

Loic Meillard: "Ich wäre schon mit einem Top-10-Ergebnis zufrieden gewesen. Zwei Tage in Folge auf dem Podest zu sein, ist wunderschön. Und mit Marcel und Henrik am Podest zu sein, ist ganz speziell."

Manuel Feller: "Der 2. Durchgang war definitiv okay. Ich hab Schuh und Ski gewechselt. Im 1. Lauf wäre dieses Setup aber nicht möglich gewesen, weil die Piste zu unruhig war. Bei diesen Bedingungen müssen wir noch testen. Durch das Salz ist das ganze kompakter geworden, da verzeiht es etwas mehr. Alleine von den Fans her fühlt man sich - egal welche Leistung - wie ein Sieger. Aber man muss natürlich Leistung auf der Piste zeigen. Vor den heimischen Fans will man das zeigen, was man kann - im ersten Lauf war das definitiv nicht der Fall."

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