Puchner sorgt für Sensation, Schmidi holt Kugel

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Rot-weiß-roter Jubeltag beim Saisonfinale in Andorra!

Mirjam Puchner feiert in der letzten Abfahrt der Saison in Soldeu einen Sensationssieg mit drei Hundertstel Vorsprung vor Viktoria Rebensburg (GER) und Corinne Suter (SUI/+0,08).

Für die 26-Jährige ist es ihr zweiter Weltcup-Sieg, den ersten feierte sie beim Saisonfinale 2016 in St. Moritz ebenfalls in der Abfahrt.

Auch Nicole Schmidhofer darf jubeln: Sie krallt sich die Abfahrts-Kugel! Der 29-jährigen Steirerin reicht Platz elf für den Gewinn ihrer ersten Kristallkugel.

Schmidhofer folgt Götschl - alle Siegerinnen des Abfahrts-Weltcups>>>

Tamara Tippler wird Fünfte. Stephanie Venier fährt auf Rang acht und überholt im Abfahrts-Weltcup damit noch Ramona Siebenhofer, die nach einem kapitalen Fehler ohne Punkte bleibt.

Damit gehen im Abfahrts-Weltcup die ersten drei Plätze an Österreich. Es ist das erste Abfahrts-Kristall für die ÖSV-Damen seit jener von Renate Götschl 2007.

Cornelia Hütter kommt bei ihrem Comeback nach der Ende Jänner erlittenen Knieverletzung erneut zu Sturz. Die Steirerin muss mit dem Akja ins Tal gebracht werden, es besteht der Verdacht auf eine neuerliche Knieverletzung.

Ergebnis der Damen-Abfahrt in Soldeu>>>

"Kugel hat hohen Stellenwert"

Das Rennen in El Tarter wurde durch den Wechsel von Sonne und Wolken sowie Wind beeinträchtigt. Als die mit Nummer fünf gestartete Siebenhofer bei ihrer Zielankunft hinter Schmidhofer (Nummer 3) lag, war der Kugelkampf bereits entschieden.

"Die Kugel hat einen hohen Stellenwert, das ist eine Leistung über die gesamte Saison. Ich bin megahappy", sagte Schmidhofer.

Das Rennen sei nicht nach Wunsch verlaufen. "Wenn du teilweise Hocke fährst, wo man eigentlich nicht Hocke fahren kann, weil du normal viel mehr Speed hast, dann weißt du schon, dass dir die Tore entgegenstehen", sprach sie die schwierigen Windverhältnisse an. Sie habe aber erstmals seit drei Wochen wieder einmal richtig gut geschlafen und war bereit, ihre Aufgabe zu erledigen.

Venier: "Rennen von fair weit entfernt"

Venier schnappte mit Tagesrang acht Siebenhofer noch den zweiten Platz in der Disziplinwertung weg. "Das Rennen war von fair weit weg. Aber ich bin happy, dass ich gesamt Zweite bin, der Rest ist mir heute einmal egal. Ich finde es extrem cool, dass wir jetzt zu dritt da oben stehen dürfen."

Siebenhofer hatte einen großen Fehler und haderte mit sich, sie wurde nur 19. und Letzte. "Das ist nicht der Abschluss, den ich mir vorgestellt habe in der Abfahrtssaison. Ich bin auf den dritten Platz zurückgefallen, das ist blöd. Aber cool, dass wir eins, zwei drei ist haben, das ist mega."

Der Sturz von Conny werfe aber einen Schatten auf den Freudentag. Sie selbst habe die beste Saison gehabt, zu sehen, dass sie voll dabei sein könne, sei eine große Motivation fürs nächste Jahr.

Puchner überrascht sich selbst

Die 26-jährige Puchner feierte den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere, nach der Abfahrt 2016 in St. Moritz erneut beim Finale. Sie setzte sich in einem engen Rennen vor der Deutschen Viktoria Rebensburg (+0,03) und der Schweizerin Corinne Suter (0,08) durch.

"Das war sehr überraschend. Ich habe mir gedacht, ich habe nichts zu verlieren. Jetzt bin ich ziemlich erleichtert", meinte die Salzburgerin, die wegen des Hütter-Sturzes am Start lange warten musste. "Wenn eine Teamkollegin stürzt, ist es noch bitterer".

Puchner hatte sich im Abfahrtstraining bei der WM 2017 in St. Moritz das Schien- und Wadenbein im rechten Bein gebrochen, das Comeback bezeichnete sie als hart. "Anfang der Saison habe ich öfter Gedanken gehabt, dass ich mich nicht mehr raussehe. Jetzt kann ich das gut abschließen", erklärte sie.

Tagesfünfte wurde Tamara Tippler (0,24). "Ein gutes Ergebnis, das passt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Ich freue mich. Echt lässig, dass wir so geschlossen stark sind. Irgendwer schlägt zu."

Stimmen

Mirjam Puchner: "Es war schon sehr überraschend. In St. Moritz habe ich die Trainings schon gut absolviert. Da ist es mir nicht so gut gegangen. Ich habe mir aber gedacht: Ich habe nichts zu verlieren. Es war nicht einfach, auch mit der Unterbrechung wegen der Conny. Eine Unterbrechung ist immer schwierig - wenn es eine Teamkollegin trifft noch mehr. Aber ich bin froh, dass es jetzt gut ausgegangen ist. Es war heuer eine Saison mit Auf und Ab. Ich habe gewusst, dass zurückkommen nicht einfach ist. Anfang der Saison hatte ich oft die Gedanken, dass ich mich nicht mehr raussehe. Daran habe ich viel gearbeitet und ich denke, jetzt gehe ich gut aus der Saison raus. Aber die Verletzung hat mich sicherlich geprägt."

Nicole Schmidhofer: "Ich freue mich schon über die Kugel - aber irgendwie ist es noch nicht da. Es ist so lange im Kopf herumgegeistert und heute ist es da. Mit Renate Götschl in einem Satz genannt zu werden, ist etwas ganz Besonderes. 2007, als Renate gewonnen hat, habe ich sie getroffen und gefragt: Darf ich die Kugel mal angreifen. Und jetzt darf ich mir eine aufs Nachtkastl zu stellen. So schwer habe ich die Kugel nicht in Erinnerung. Es ist schon was Besonderes, dass es die eigene ist. Dass die Miri heute noch so einen runterhaut ist unglaublich. Jetzt hatten wir in dieser Saison - bis auf die WM - immer zumindest eine auf dem Podest. Das ist schon unglaublich!"

Es war heute So windig, so unterschiedlich - da bin ich froh, dass ich nicht auf das letzte Rennen angewiesen war für die Kiugel. Ich habe oben gemerkt, dass ich Gegenwind hatte. Aber sei es wie es sei - für mich ist es gut ausgegangen. Was man merkt: Sonne, nicht Sonne. Und es reicht ja schon, wenn der Wind nicht mehr geht."

Stephanie Venier: "Es war heute zach. Ich war am Start so nervös, mich hat es fast überschlagen - ich hätte fast die Nerven weggehaut. Oben ist mir nicht so gelungen. Da war schon Wind drinnen, soll aber keine Ausrede sein. Mit dem 2. Platz im Abfahrtsweltcup bin ich richtig happy. Ich war am Start nervöser als bei der WM. Wenn ich locker voll fahre, dann ist es mein Ding. Überdrehen darf ich auch nicht - ich muss das Mittelding finden."

Ramona Siebenhofer: "Bei einer Welle bin ich nicht gut mitgegangen. Ich hatte Glück, dass ich den Sturz verhindern konnte. Ich habe einen Drall gekriegt und zum Glück die Ski noch auf den Boden gekriegt. Normal kann man abschwingen. Ich habe alles probiert, die Fahrt oben und unten war okay. Aber die Nici hatte eine gute Fahrt und über die Saison war sie die Bessere. Es ist schön, dass wir zu dritt am Podest im Abfahrtsweltcup stehen. Wir arbeiten im Team sehr, sehr gut. Es hat keine einen Privatbetreuer dabei, wir arbeiten alle als Team. Ich möchte mich da bei allen bedanken."

Textquelle: © LAOLA1/APA

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