Das Erfolgsrezept der ÖSV-Speed-Damen

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12 Jahre lang mussten Österreichs Ski-Damen auf eine Kristallkugel in der Abfahrt warten - am Ende dieser Saison gab es durch Nicole Schmidhofer, Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer in der Disziplinen-Wertung gleich einen Dreifachsieg.

Die ÖSV-Speed-Damen blicken - mit Ausnahme der WM, wo man leer ausging - auf eine höchst erfolgreiche Saison zurück. Teamgeist und ein funktionierendes Mannschaftsgefüge haben Schmidhofer und Co. zu bravourösen Leistungen geführt.

Zusammenhalt und Vertrauen sind oberste Gebote im Team von Trainer Roland Assinger.

Der Kärntner wechselte 2012 innerhalb des ÖSV von den Herren zu den Damen, seit 2013 ist er für die Speedfahrerinnen im Weltcup zuständig. Schmidhofer, Siebenhofer, Venier, Cornelia Hütter, Tamara Tippler, Mirjam Puchner und Christine Scheyer sind jene sieben Athletinnen, die in seiner Gruppe gemeinsam trainieren.

Mit Schmidhofer (3), Siebenhofer (2), Venier (1) und Puchner (1) konnten in dieser Saison vier Läuferinnen Rennen gewinnen, auch Hütter und Tippler fuhren aufs Podest.

"Wir pushen uns nach oben"

Ein Fight, der allein auf der Piste ausgetragen wurde, abseits gingen die Kolleginnen stets gemeinsam auf einen Cafe oder Einkaufen. "Wir haben das sehr dem Roli Assinger zu verdanken. Er hat von Anfang an die Gruppe immer sehr gut zusammengehalten. Wir haben einen guten Teamspirit, wir helfen immer zusammen. Der Kampf wird auf der Piste ausgetragen, und so soll es auch sein", erklärte Siebenhofer in Soldeu.

"Wenn man so viele Tage im Jahr gemeinsam unterwegs ist, dann muss man sich schon gut verstehen und ein gutes Klima haben, sonst ist es schwierig", weiß die Steirerin. "So aber fährt man mit Freude, wir haben alle gemeinsam einen Spaß, pushen uns nach oben und können gute Erfolge feiern."

Die Leistung der anderen wird anerkannt

Als Assinger vor Jahren zu den Damen wechselte, bemerkte er, dass die Kooperation innerhalb der Teams vieler Nationen viel angenehmer gewesen sei als bei den Herren. "Es gibt keine Streitigkeiten oder Zwistigkeiten. Es ist bei den Damen viel homogener. Mir ist aber auch wichtig, dass sie Konkurrenten sind, wenn sie am Start wegfahren. Aber im Ziel, nachdem man sich kurz sammelt und die Fahrt kurz Revue passieren lässt, die Leistung der anderen anerkannt wird. Man kann sich ja dann auch was abschauen", sagt er im APA-Gespräch.

Es sei in diesem Winter so ein Zug entstanden, und das Schönste sei es für einen Trainer, wenn mehrere Läuferinnen gewinnen. Wie Schmidhofer, Siebenhofer, Venier und Puchner 2018/19. "Heuer haben wir vier Siegläuferinnen gehabt. Wenn wir noch Hütter und Scheyer dazuzählen, dann haben wir sechs, die in ihrer Karriere schon gewonnen haben."

Wenn dann eine Läuferin im Training schneller sei als die andere, die dann aber das Rennen gewinne, dann führe das zu einem "das kann ich auch". Und so sei es heuer entstanden, dass das kompakte Team nach jahrelanger Arbeit Erfolge einfuhr. "Da gehören auch viele andere Trainer dazu, die die letzten sechs Jahre gearbeitet haben."

Vertrauen soll nicht gestört werden

Für Assinger steht Vertrauen über alles, die Zusammenarbeit ist auch bei den Trainern gefordert. "In einer Abfahrt ist man immer auf Messers Schneide unterwegs, auch im Training. Da brauchen wir ein bedingungslosen Vertrauen von den Läuferinnen zu den Trainern. Wenn ein Trainer nach einem Sturz funkt, dass es wie besichtigt geht, dass sie auch das Vertrauen haben, dass es wirklich so ist."

Das Vertrauen will er auch nicht von außen gestört haben. "Mittlerweile gibt es sehr viele Faktoren, die das von außen beeinflussen. Bei uns ist klar definiert, wenn jemand einen Berater hat, dann ist das innerhalb der Gruppe so abgesprochen. Ich setze mich mit dem dann in Verbindung." Als Beispiel nannte er den Bruder von Puchner, der oft mit dabei sei. "Das ist für die Miri sehr wichtig. Es gibt keine Komplikationen."

Bei jeder Läuferin noch Potenzial

Nach den Vorstellungen von Assinger sollte die Gruppenzusammensetzung so bleiben. "Es wäre ideal, wenn das so weiterläuft, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen."

Potenzial sei noch bei jeder Läuferin vorhanden. "Die Arbeit geht nicht aus. Wir haben sicher sehr gute Dinge gemacht, aber es gibt auch Dinge, die nicht so funktionieren, wie wir uns das vorstellen. Damit meine ich auch das Trainerteam, die Serviceleute, konditionstechnisch oder physiotherapeutisch in der Präventivarbeit. Da kann man sicher noch mehr herausholen."

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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