Scheib nach historischem Triumph: "Wollte unbedingt gewinnen"
Die Österreicherin hat sich in Are für eine herausragende Saison belohnt und Geschichte geschrieben. Nun spüre sie "Erleichterung" und "pure Freude".
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Julia Scheib hat beim Riesentorlauf von Are Geschichte geschrieben.
Als erste ÖSV-Läuferin seit Eva-Maria Bem (2015/16) konnte sie die kleine Riesenslalom-Kristallkugel wieder nach Österreich holen.
Im schwedischen Weltcup-Ort feierte die 27-Jährige ihren fünften Sieg in der laufenden Saison, setzte sich vor Paula Moltzan und Alice Robinson an die Spitze. Weil die Halbzeit-Führende und Scheibs Kugel-Rivalin Camille Rast im Finale schon nach wenigen Toren ausfiel, war der historische Triumph perfekt (zum Rennbericht>>>).
"Es fühlt sich unglaublich gut an. Ich spüre Erleichterung und pure Freude", so Scheib im "ORF"-Interview nach Rennende. "Es war eine lange Reise, für solch einen Erfolg gehört viel dazu. Ich bin sehr dankbar für mein Team und meine Eltern, die mich zum Skifahren gebracht haben", resümiert die Steirerin.
"Habe alles gegeben"
Ausschlaggebend für ihren Triumph war vor allem ein starker zweiter Durchgang: Scheib unterbot die zuvor aufgestellte Bestzeit der US-Amerikanerin Paula Moltzan noch einmal um 36 Hundertstel, ging dabei volles Risiko und zwang dadurch auch Rast dazu, zu attackieren.
"Ich habe in Durchgang zwei alles gegeben, weil ich unbedingt gewinnen wollte. Dass es so aufgegangen ist, ist natürlich super", so Scheib. Sie blickt auf eine konstante Saison zurück, steht am Ende bei fünf Siegen und zwei zweiten Plätzen.
"Dafür, dass es so konstant läuft, müssen viele Faktoren zusammenspielen. Deswegen ein großes Lob an mein Team, die mir heuer viel Vertrauen geschenkt haben", so Scheib.
Scheib kündigt Feier an
Lediglich bei den Olympischen Winterspielen lief es für die 27-Jährige nicht ganz nach Plan – dort wurde sie Fünfte - , das konnte sie aber schnell abhaken.
"Wenn man so eine Saison fährt, sich am Ski so wohlfühlt und eine der Schnellsten im Feld ist, will man natürlich eine Medaille holen. Das ist leider nicht aufgegangen, damit hatte ich etwas zu kämpfen. Ich konnte das aber relativ schnell abhaken", so Scheib angesprochen auf das verpasste Edelmetall in Cortina.
Zum Weltcupfinale im norwegischen Hafjell kann sie nun ohne Druck anreisen. "Ich kann jetzt entspannt zum Finale reisen und dort hoffentlich ein weiteres gutes Rennen zeigen", so Scheib. "Heute wird aber noch gefeiert", kündigt sie an.