Puchner in Topform: "Hatte heuer mal keine OP"

Puchner in Topform: Foto: © GEPA
 

Ein dritter Platz in der Abfahrt und ein dritter Platz im Super-G in Lake Louise - der Auftakt in die Speed-Saison ist Mirjam Puchner geglückt.

Die Salzburgerin holte nach dem ersten damit auch den zweiten Podestplatz der ÖSV-Damen in dieser Saison. Mit Platz drei im Super-G - dem ersten Podestplatz in dieser Disziplin - hinter Triple-Siegerin Sofia Goggia und Lara-Gut Behrami hat Puchner aber nicht wirklich gerechnet.

Die 29-Jährige spricht von einer "sehr großen Überraschung" für sie: "Letztes Jahr hat es im Super-G gar nicht hingehaun. Ich habe zwar gewusst, dass es im Super-G auch in der Vorbereitung ganz gut gepasst hat. Aber ich hatte heute ein gutes Gefühl und der Lauf hat mir richtig getaugt", erklärt Puchner.

Die Fahrt ihrer Teamkollegin Tamara Tippler, die letztlich hinter Puchner Vierte wurde, hat sie zusätzlich motiviert: "Da habe ich mir gedacht, weil wir doch den gleichen Servicemann haben: Der Ski geht auf alle Fälle. Ich habe mir gedacht: Probier's einfach. Es war dann schon sehr überraschend, dass der Dreier dasteht."

Puchner: "Skifahren, ohne an Schmerzen zu denken"

Ihren ersten Weltcupsieg feierte Puchner 2016 bei der Abfahrt in St. Moritz. Am selben Ort verletzte sie sich knapp ein Jahr später beim Abfahrtstraining im Rahmen der WM schwer. Puchner erlitt bei dem Sturz einen Schien- und Wadenbeinbruch im rechten Bein. Die Folgen der Verletzung sollten sie noch lange begleiten. Ihr zweiter Weltcupsieg gelang Puchner beim Saisonfinale 2019 in Soldeu, wo sie bei windigen Verhältnissen überraschend triumphierte. Unmittelbar danach musste sie erneut auf den OP-Tisch, um sich einen 34 Zentimeter langen Nagel, der noch von der Verletzung 2017 stammte, entfernen zu lassen.

Nach insgesamt vier Operationen und einer langen Leidenszeit scheint Puchner nun ihr Potenzial abrufen zu können. "Ausschlaggebend war, dass ich heuer einfach keine Operation in der Vorbereitung hatte. Das war ja seit der Verletzung damals nicht so. Heuer habe ich in der Vorbereitung mit dem Skifahren angefangen, ohne an Schmerzen denken zu müssen. Das hat mir von Anfang an ein extrem gutes Gefühl gegeben und war für den Kopf fein. Ich konnte einfach frei arbeiten und habe viele mehr Spaß", sagt Puchner.

Dass sie nach den starken Leistungen in Lake Louise nun die Nummer eins im ÖSV-Speed-Team ist, macht für die 29-Jährige keinen Unterschied. "Ob ich jetzt Nummer 1 oder 3 bin - damit beschäftige ich mich weniger. Ich glaube, es ist generell gut für das Team, wenn wir überall dabei sind. Wir sind mannschaftlich stark, haben gut gearbeitet. Wir kommen immer näher ans Podest und irgendwann stehen auch mehrere von uns oben", ist sie sich sicher.

Besonderes Lob gibt es für Puchner von ÖSV-Cheftrainer Christian Mitter: "Sie hat einen gewaltigen Grundspeed. Ich glaube, da geht sogar mehr. Sie kommt an einem guten Tag zu Goggia hin. Sie hat gezeigt, dass sie es kann."

Die an diesem Wochenende alles überragende Sofia Goggia sei "momentan das Maß aller Dinge, an ihr heißt es sich zu orientieren", weiß Puchner, die am Sonntag 0,44 Sekunden hinter der Triple-Siegerin lag. "Jetzt sind wir schon einmal nur noch eine halbe Sekunde hinter der Sofia. Also wir probieren, den Rückstand zu verringern."

Tippler ist stolz auf sich

Mit Startnummer 3 zeigte auch Tippler in ihrer Paradedisziplin eine sehr gute Fahrt, sie konnte die extremen Radien von Goggia und Gut-Behrami nur nicht ganz mitgehen. "Es ist sehr knapp, aber ich bin trotzdem stolz auf mich, dass ich den Lauf mit dem (wenigen/Anm.) Training richtig attackiert habe", meint die Steirerin, die keine optimale Vorbereitung gehabt hatte. "Letztes Jahr war ich eine Sekunde oft weg, jetzt fehlen mir fünf Zehntel auf den Sieg. Damit kann man leben."

Mit Ramona Siebenhofer - genau eine Sekunde zurück - auf Platz acht landete eine dritte Österreicherin innerhalb der ersten zehn. "Man will natürlich ganz nach vorne, aber nach dem, was ich letztes Jahr so gezeigt habe, bin ich sehr zufrieden mit einem Top-Ten-Platz", erklärt die noch immer verschnupfte Steirerin.

Nicole Schmidhofer belegte in ihrem dritten Comeback-Rennen mit 1,40 Rückstand den 15. Platz. "Unten, wo es richtig schnell wird, da tue ich mir noch ein bisschen schwer. Aber ich kann nur darüber lachen, ich habe eine Mega-Freude", sagt sie.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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