Ski-WM: Diese Stars sind zum Zusehen verdammt

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Mit der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo steht das Saisonhighlight für die Skirennläufer vor der Tür. Nach der Eröffnungsfeier am Sonntag wird ab Montag zwei Wochen lang um Edelmetall gekämpft (zum Programm >>).

Wie so oft sind aber auch in Italien einige Asse zum Zusehen gezwungen. Nachdem dem Herren-Zirkus mit Speed-Ass Aleksander Aamodt Kilde im Jänner der aktuelle Gesamtweltcupsieger verletzungsbedingt abhandenkam, erwischte es bei den letzten Damen-Bewerben in Garmisch-Partenkirchen noch einen weiteren Superstar.

Lokalmatadorin und Gold-Anwärterin Sofia Goggia stürzte unglücklich bei einer lockeren Abfahrt in Richtung Parkplatz und fällt mit einer Schienbeinkopf-Fraktur für die Wettkämpfe in ihrer Heimat aus. Nach vier Siegen in den bisherigen fünf Weltcup-Abfahrten galt die 28-jährige Olympiasiegerin von 2018 als sichere Medaillenbank für Österreichs südlichstes Nachbarland.

Doch nicht nur Goggia und Kilde werden in Cortina vermisst, auch der ÖSV muss aufgrund von Verletzungen, vor allem bei den Damen, auf starke Läuferinnen verzichten. Besonders hart erwischt es hier das Speed-Team von Cheftrainer Christian Mitter, das ohne Nicole Schmidhofer, Nina Ortlieb und Ricarda Haaser in die Dolomiten reisen wird.

LAOLA1 listet die großen Abwesenden der Alpinen-Ski-WM 2021 auf und zeigt, welche Top-Läufer in den Speed- bzw. Technik-Bewerben in Cortina zum Zusehen gezwungen sind. Herangezogen wird dafür die Weltrangliste der FIS. In die Liste aufgenommen werden außerdem Läufer, bei denen hinter ihrem Antreten ein großes Fragezeichen steht, weil sie aktuell noch verletzt sind und sich erst kurzfristig entscheidet, ob ein WM-Start möglich ist oder nicht.

HERREN

Abfahrt:

Von den Top-10 der Herren-Abfahrts-Weltrangliste fallen für Cortina gleich drei namhafte Läufer komplett aus oder fahren wie Thomas Dreßen und Mauro Caviezel nach Verletzungspausen mit einem großen Fragezeichen im Gepäck zur WM. Dreßen musste sich vor Weihnachten einer Hüft-OP unterziehen und war im Weltcup in der laufenden Saison noch kein einziges Mal am Start.

Erst bei den letzten Speed-Rennen in Garmisch war der Wahl-Oberösterreicher erstmals vor der WM im Weltcup mit dabei, absolvierte in seiner Heimat aber nur das Abfahrtstraining und verzichtete vorerst auf eine Rennteilnahme. Ins Aufgebot des DSV schafft es der Kitz-Sieger von 2019 trotzdem. Nach den Trainingsläufen vor Ort soll laut dem deutschen Alpinchef Wolfgang Maier entschieden werden, ob ein Start Sinn macht oder eben nicht.

In einer ähnlichen Situation befindet sich der Super-G-Gesamtsieger der vergangenen Saison, Mauro Caviezel. Der Schweizer war zwar bis Bormio noch im Einsatz, nach einem Trainingssturz im neuen Jahr und der folgenden Gehirnerschütterung, sowie einer Außenbandverletzung und einer Knochenprellung im Knie, aber längere Zeit außer Gefecht.

In Garmisch sollte er eigentlich erstmals wieder mit dabei sein, verzichtete aber doch auf die Rennen und fährt ohne Renneinsatz im Jahr 2021 nach Italien. Da seine Pause kürzer war als bei Dreßen, ist er sicher auch in Cortina d'Ampezzo ein heißer Medaillenkandidat.

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Mit Aleksander Kilde erwischte es einen der absoluten Superstars beim Super-G-Training in Hinterreit. Dort wollte sich der Norweger vor dem Kitzbühel-Wochenende den letzten Schliff holen, stürzte aber bei einem Trainingslauf und fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. In Cortina wäre der Allrounder vor allem in Abfahrt und Super-G eine heiße Medaillenaktie für die Elche gewesen, dank seiner Vielseitigkeit wäre Kilde aber auch im Riesentorlauf die Mitfavoriten-Rolle zuzutrauen gewesen.

Außerdem finden sich mit Urs Kryenbühl und Ryan Cochran-Siegle zwei Kitzbühel-Opfer in der Zuschauerrolle für Cortina. Der Amerikaner Cochran-Siegle stürzte in der Traverse und fällt mit einer Halswirbelfraktur wohl noch länger aus. Ein WM-Start ist definitiv vom Tisch. Auch nicht dabei ist der Schweizer Kryenbühl nach seinem Abflug am Zielsprung (Bild). Neben einem Bruch des Schlüsselbeins zog er sich in Kitz außerdem einen Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie zu, für ihn ist die Saison gelaufen.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Thomas Dreßen Deutschland Abfahrt Verletztenstatus 0,00
Aleksander Aamodt Kilde Norwegen Abfahrt 5. 1,49
Urs Kryenbühl Schweiz Abfahrt 6. 1,68
Ryan Cochran-Siegle USA Abfahrt 8. 2,73
Mauro Caviezel Schweiz Abfahrt 10. 3,17

Super-G:

Ähnlich wie in der Abfahrt setzen sich die großen Abwesenden im Super-G zusammen. Vor allem Kilde wäre als Weltranglisten-Dritter ein Top-Favorit auf die Medaillen gewesen. Cochran-Siegle wäre wohl eher als Außenseiter ins Rennen gegangen.

Von den beiden Fragezeichen Caviezel und Dreßen kann vor allem Caviezel, falls rechtzeitig fit, ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Dreßen würde bei einem Start wohl eher als gefährlicher Außenseiter gelten.

Name

Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Mauro Caviezel Schweiz Super-G 2. 0,32
Aleksander Aamodt Kilde Norwegen Super-G 3. 0,36
Thomas Dreßen Deutschland Super-G Verletztenstatus 4,94
Ryan Cochran-Siegle USA Super-G 12. 6,00

Riesentorlauf:

Wie in den Speed-Disziplinen erwischt es auch im Riesentorlauf einige Läufer aus der absoluten Weltklasse. Von den Top-11 der FIS-Weltrangliste sind vier Läufer in Cortina nicht dabei. Vor allem das Rennen in Adelboden erwies sich als Killer. Von den vier genannten Athleten erlitten drei ihre Verletzungen beim Klassiker in der Schweiz. US-Riesentorlauf-Spezialist Tommy Ford stürzte am Chuenisbärgli kurz vor dem Ziel und zog sich schwere Verletzungen im Knie und an der Hand zu. Außerdem verletzte er sich an Kopf und Nacken.

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An ähnlicher Stelle wie Ford kam auch der norwegische Shootingstar Lucas Braathen zu Sturz, der kopfüber im Ziel landete. Für den Sölden-Sieger war die Weltcup-Saison und die Hoffnung auf seinen ersten WM-Einsatz somit vorzeitig dahin.

Im gleichen Rennen erwischte es mit Atle-Lie McGrath einen weiteren aufstrebenden Norweger. Dazu kommt Kilde, der sich als Weltranglisten-Siebenter ebenfalls berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille machen hätte können.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Tommy Ford USA Riesentorlauf 6. 2,64
Aleksander Aamodt Kilde Norwegen Riesentorlauf 7. 4,20
Lucas Braathen Norwegen Riesentorlauf 10. 4,74
Atle Lie McGrath Norwegen Riesentorlauf 11. 5,12

Slalom:

Bei den Herren sind die Top-30 der Weltrangliste glücklicherweise allesamt fit und könnten nur aufgrund von Aufstellungsentscheidungen ihrer Trainer die WM verpassen. Die Ski-Fans dürfen sich in Cortina also zumindest im Slalom auf ein Duell der kompletten Elite im Stangenwald freuen.

DAMEN

Abfahrt:

Wie bei den Herren müssen auch bei den Damen einige Top-Läuferinnen in der Abfahrt zusehen. Neben Lokalmatadorin Sofia Goggia, die mit ihrer in Garmisch erlittenen Schienbeinkopf-Fraktur für die WM ausfällt, müssen auch zwei ÖSV-Hoffnungen auf ein Antreten in der Provinz Belluno in Venetien verzichten.

Nicole Schmidhofer erlitt ihre Knieverletzung schon vor Weihnachten in Val d’Isere, für Nina Ortlieb war die Saison nach ihrem Sturz im ersten Training in Crans Montana beendet. Wie ihre steirische Teamkollegin verletzte sich auch die Vorarlbergerin schwer am Knie.

Zwar nicht ganz vorne in der Weltrangliste zu finden sind Ricarda Haaser und Christine Scheyer, die aber in Abwesenheit der beiden zuvor genannten Athletinnen eigentlich als Fixstarterinnen in beiden Speed-Disziplinen - Haaser außerdem im Riesentorlauf - gegolten hätten.

Eigentlich, weil Haaser mit einem erst wenige Tage vor WM-Beginn diagnostizierten Bandscheibenvorfall passen muss und auch Scheyers Start beim Großereignis mit einem Fragezeichen versehen ist. Immerhin musste die Vorarlbergerin beim letzten Bewerb vor der WM wegen Knieschmerzen kurz vor dem Start zurückziehen. Sie steht aber im Gegensatz zu ihren Kolleginnen immerhin im Aufgebot für Cortina.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Sofia Goggia Italien Abfahrt 1. 0,00
Nicole Schmidhofer Österreich Abfahrt 11. 4,42
Nina Ortlieb Österreich Abfahrt 13. 4,85
Christine Scheyer Österreich Abfahrt 34. 16,15
Ricarda Haaser Österreich Abfahrt 44. 20,71

Super-G:

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In der zweiten Speed-Disziplin ergibt sich das gleiche Bild wie in der Abfahrt. Mit Goggia und den beiden ÖSV-Damen Schmidhofer und Ortlieb können drei Medaillenanwärterinnen nicht teilnehmen.

Nach zwei fünften Plätzen in den letzten beiden Super-Gs vor der WM ist Scheyer durchaus eine Überraschung zuzutrauen, vorausgesetzt, die Knieschmerzen lassen einen Start überhaupt zu. Haaser hat als Saison-Top-Ergebnis zwar einen siebten Platz stehen, wäre aber maximal als Außenseiterin ins Rennen gegangen.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Sofia Goggia Italien Super-G 5. 1,40
Nicole Schmidhofer Österreich Super-G 9. 5,67
Nina Ortlieb Österreich Super-G 11. 6,15
Christine Scheyer Österreich Super-G 32. 17,93
Ricarda Haaser Österreich Super-G 54. 23,78

Riesentorlauf:

In den beiden technischen Disziplinen Riesentorlauf und Slalom stehen die Damen aktuell verletzungstechnisch besser da als ihre männlichen Kollegen. Die absoluten Top-Stars sind fit, sehr dezimiert ist aber wie im Speed-Bereich das ÖSV-Team.

Neben Goggia, die ähnlich wie Kilde bei den Herren als Allrounderin auch im Riesentorlauf eine realistische Medaillenchance gehabt hätte, fällt auch die norwegische Weltranglisten-14. Maria Tviberg kurzfristig für Cortina aus.

Richtig bitter wird es für das ohnehin gebeutelte ÖSV-RTL-Team in der Woche vor WM-Beginn. Mit Katharina Truppe muss eine Fixstarterin wegen eines Muskel- und Sehnenrisses im Adduktorenbereich kurzfristig passen. Dazu kommt Haaser, die wohl ebenfalls einen Startplatz im Riesentorlauf erhalten hätte. Damit fehlt Cheftrainer Christian Mitter kurzftistig das halbe "Riesen"-Aufgebot.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Maria Tviberg Norwegen Riesentorlauf 14. 7,06
Sofia Goggia Italien Riesentorlauf 17. 11,58
Katharina Truppe Österreich Riesentorlauf 25. 15,28
Ricarda Haaser Österreich Riesentorlauf 52. 19,50

Slalom:

Mit Truppe, die im Slalom sicher bessere Chancen gehabt hätte und zumindest als gefährliche Außenseiterin an den Start gegangen wäre, muss das Slalom-Team kurzfristig auf eine Leistungsträgerin verzichten. Außerdem fallen die schwedische Slalom-Hoffnung Anna Swenn-Larsson und ÖSV-Pechvogel Bernadette Schild mit schweren Verletzungen für die Titelkämpfe in Cortina aus.

Die Schwedin, bei ihrer Heim-WM in Aare 2019 Zweite im Slalom, kann ihre Silberne wegen einer Knöchelverletzung nicht verteidigen, Schild zog sich beim Slalomtraining auf der Reiteralm bereits den zweiten Kreuzbandriss seit Oktober 2019 zu.

Name Nation Disziplin Weltranglisten-Position FIS-Punkte
Anna Swenn-Larsson Schweden Slalom 6. 7,80
Katharina Truppe Österreich Slalom 7. 8,19
Bernadette Schild Österreich Slalom 9. 8,91
Textquelle: © LAOLA1.at

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