Schmidhofer: "Jede Fahrt ein Überraschungsei"

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Am Samstag hätten endlich auch die Speed-Damen in die Weltcup-Saison starten sollen. Der erste von zwei geplanten Super-G in St. Moritz ist aber dem Wetter zum Opfer gefallen - am Sonntag gibt's die nächste Chance.

Für Nicole Schmidhofer ist die Rückkehr in den Schweizer Nobel-Skiort immer wieder besonders, hier wurde die Steirerin 2017 Super-G-Weltmeisterin. "Ich freue mich, dass es endlich losgeht", sagt "Schmidi". "Es ist ein guter Boden für mich und ich hoffe, dass ich auch dementsprechend in die Saison starte."

Für Schmidhofer und Co. ist es ein Start ins Ungewisse, die Corona-Pandemie hat auch den Ski-Weltcup im Griff. Die 31-Jährige hatte sich im November wie mehrere ihrer ÖSV-Speed-Kolleginnen an Covid-19 erkrankt und war einige Tage mit Kopfschmerzen sowie Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns außer Gefecht.

"Ich habe keine Ahnung, wo ich mich angesteckt habe. Es geht so schnell, dass man es hat, man glaubt es nicht. Ich bin brutal fanatisch gewesen, ich habe mich fast daheim eingesperrt und es trotzdem bekommen", erzählt Schmidhofer.

Das Fragezeichen bei Schmidhofer

Etwas Positives bringt ein positiver Test dennoch mit sich, denn zumindest coronabedingt sollten in dieser Saison keine Ausfälle mehr drohen. Darauf baut auch Schmidhofer: "Der Nervenkitzel fällt weg, dass man jedes Mal hinschwitzt, dass man hoffentlich negativ ist. Laut Ärzten sollte es in den nächsten zwei, drei Monaten kein Thema mehr sein. Ich hatte es und hoffe, das ist jetzt soweit erledigt und kommt hoffentlich nicht mehr. Damit sollte es für mich außer Reisebeschränkungen keine Einschränkungen geben, Rennen zu fahren."

Körperlich fühlt sie sich nach der Erkrankung jedenfalls wieder "fit und gut beinand", die Belastungstests seien alle sehr positiv verlaufen.

"Ein bisschen ein Fragezeichen ist nur: Wie bringe ich das Wochenende rüber? Die Trainingsleistungen waren nicht so konstant wie letztes Jahr, ich bin entweder konstant schnell oder konstant langsam gefahren. Jede Fahrt war ein Überraschungsei. Es sind viele gute Schwünge dabei, aber auch mal eher weniger schnelle. Ich schaffe es einfach nicht, vom Start bis ins Ziel mich am Limit zu bewegen. Ich fahre manchmal zu schön und zu rund und dann wieder zu gerade, mir fehlt das Mittemaß", erklärt Schmidhofer. "Ich hoffe, dass ich am Wochenende mal einen richtig guten Lauf von oben bis unten zusammenbringe."

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Normalerweise tasten sich die Speedfahrerinnen langsam an die Geschwindigkeit heran - mit Trainings vor den Abfahrten in Lake Louise. Da die Überseerennen wegen Corona gestrichen wurden, werden für Schmidhofer und Co. die beiden Super-Gs am Wochenende in St. Moritz ein Kaltstart.

"Der erste Lauf zählt dieses Jahr", ist sich die Steirerin bewusst. "Es ist wichtig, dass ich am Samstag mal den Lauf zusammenbaue, den ich schon den ganzen Herbst suche, dann passt das. Irgendwann muss mit meinem Alter die Erfarhung rauskommen, auf die baue ich jetzt einfach. Im Super-G zählt der erste Lauf und das geht mir momentan nicht so leicht von der Hand. Es ist noch sehr viel Steigerungspotenzial da."

In der Abfahrt waren die Trainingstage in der Saisonvorbereitung rar, nur sechs bis sieben Tage konnte effektiv in der schnellsten Disziplin trainiert werden. Schmidhofer macht sich diesbezüglich aber wenig Sorgen, "weil man eh immer die Trainings vor der Abfahrt hat. Da kann man sich schon gut herantasten. Ich hoffe schon auch, dass ich mit meiner Erfahrung ein bisschen was gutmachen kann."

Schmidhofers Ziel: So lange wie möglich um die Kugel mitfahren

Hat Schmidhofer in der Saison 2018/19 mit dem Sieg im Abfahrts-Weltcup vor Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer sowie Rang zwei im Super-G-Kugelkampf noch ein starkes ÖSV-Team angeführt, mussten die Österreicherinnen im vergangenen Winter die Vormachtstellung im Speed abgeben. In der Abfahrtswertung war Venier als Siebente die Beste, es folgten Nina Ortlieb (8.) und Schmidhofer (9.). Besser sah es im Super-G aus mit Schmidhofer als Dritter, Venier als Fünfter und Ortlieb als Sechster.

"Ich will wieder vorne mitfahren, jede von uns hat darauf hintrainiert, Rennen zu gewinnen. Für mich ist das Ziel, so lange wie möglich um die Kugel mitzufahren und Top drei zu sein", gibt Schmidhofer die Richtung klar vor. "Wenn uns gelingen würde, wieder mannschaftlich so stark zu werden, wäre das cool, denn es war eine unglaublich lässige Stimmung. Die ist letzte Saison zum Schluss ein bisserl verloren gegangen. Das Ziel muss einfach sein, wieder bei den besten dabei zu sein und das so gut es geht mit der ganzen Mannschaft."

Wo die ÖSV-Damen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz stehen, wird sich erst am Samstag zeigen, Trainingsvergleiche gab es heuer aufgrund der besonderen Corona-Situation nicht.

Auch Schmidhofer ist gespannt. "Es kann von 'Wir gewinnen das Rennen' bis 'Wir sind nicht dabei' – was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann – alles sein."

Textquelle: © LAOLA1.at

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