Ich bin in die letzte Saison reingegangen und war mir ziemlich sicher, dass es das war.
Schon der Start in der vergangenen Saison verlief für die Steirerin nicht nach Wunsch. Die Vorbereitung war schwierig, die Leichtigkeit weg.
"Es hat sich mühsam und schwer angefühlt. Ich bin in die letzte Saison reingegangen und war mir ziemlich sicher, dass es das war", erzählt Hütter.
Der Weltcup-Winter 2025/26: ein ständiges Auf und Ab. "Ich bin mir in gewissen Momenten selbst im Weg gestanden. Da habe ich mir gedacht: Das bist nicht du."
Bei den Olympischen Spielen sei ihr dann "alles zu viel geworden". "Ich habe mir gedacht: Ich kann nicht mehr, wenn ich so weiter tue, drehe ich durch."
"Ich habe mir selbst zu viel Druck gemacht und zu viele Erwartungen auferlegt – nicht nur für Olympia, sondern für die ganze Saison. Ich wollte die ganze Saison ein bisschen perfekt machen und alles genießen. Und es ist einfach gar nichts aufgegangen, was ich mir selbst im Kopf aufgebaut habe. Es war ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. Das hat mich innerlich ein wenig zerstört", gibt Hütter offen zu.
Doch dann kam Hütters allerletztes Olympia-Rennen. Super-G. Bronze. Das langersehnte Ziel erreicht.
Die Medaille in Cortina hat die Speed-Spezialistin in ein Gefühlschaos gestürzt.
"In dem Moment ist mir gekommen: Das ist genau das, was du willst, ich möchte das machen. Das ist noch nicht das Ende für mich."
"Bin ich wirklich schon zu alt?"
Doch dann kam das Weltcup-Finale in Kvitfjell.
"Jeder hat mich gefragt, ob ich aufhöre. Dann war es für mich so: Wenn mich jetzt jeder fragt, bin ich wirklich schon zu alt?", machte sich bei Hütter plötzlich wieder Unsicherheit breit.
Sie nahm sich nach Saisonende noch einmal Bedenkzeit, abseits der Emotionen und des Stresses des Winters.
"Mir ist klar geworden: Ich will das. Ich ziehe das noch ein Jahr durch", erklärt Hütter.
Das wird in Hütters Abschieds-Saison anders
Wie ihre "zweite" letzte Saison werden soll, davon hat die 33-Jährige genaue Vorstellungen: "Ich will es so machen, wie ich bin: ein bissl improvisieren, Vollgas geben und einfach durchziehen."
Vor allem will Hütter, die 2011 mit 19 Jahren in den Weltcup gekommen ist, das letzte Jahr ihrer Karriere aber selbstbestimmter gestalten. Das fängt schon beim Sommertraining an, in dessen Planung sie sich mehr einbringen will.
"Ich will mehr Eigenverantwortung übernehmen und mich allen Entscheidungen zu 100 Prozent stellen – nicht nur als Skifahrerin, sondern auch als Mensch. Ich möchte das letzte Jahr mit meiner persönlichen Note gestalten", sagt Hütter.
Die Saison 2026/27 hat für Hütter mit dem 4. Mai offiziell begonnen – und es wird definitiv ihre letzte als aktive Skirennläuferin. Dessen ist sich Hütter "zu 100 Prozent" sicher.