Wo Marcel Hirscher auftritt, sorgt er für Aufsehen. So auch am Freitag, als er in einem Instagram-Video überraschend verkündet, dass er entgegen seinen ursprünglichen Plänen in diesem Winter nicht mehr in den Ski-Weltcup zurückkehrt.
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"Es geht sich nicht aus. Das Tempo, das ich gehen kann, ist nicht weltcupwürdig", gibt der achtfache Gesamtweltcupsieger offen zu.
Marcel Hirscher macht einen Rückzieher. Er gesteht Schwäche ein. Eine Seltenheit in der so erfolgreichen Karriere des Ski-besessenen Salzburgers. Für einen der größten Skifahrer aller Zeiten ist das bemerkenswert – und im Spitzensport fast schon radikal ehrlich.
Die brutale Gegenwart
Hirscher misst sich nicht an seiner Vergangenheit, sondern an der Gegenwart. Und diese Gegenwart ist brutal: Wer nicht konkurrenzfähig ist, fährt gnadenlos hinterher – unabhängig vom Lebenslauf. Das hat erst kürzlich der Slalom-Krimi in Madonna gezeigt und das weiß freilich auch der Ausnahmeathlet Marcel Hirscher, spätestens seit seinem ersten Comeback.
Der einstige Superstar war bei seiner Weltcup-Rückkehr nach fünf Jahren Pause im Oktober 2024 nicht über einen 23. Rang im Riesentorlauf in Sölden hinausgekommen. In den darauffolgenden Slaloms von Levi und Gurgl blieb er ohne Punkte.
Im Nachhinein gab der mittlerweile 36-Jährige zu, das Comeback sei zu früh gekommen. "Es war eher gefährlich, was ich da gemacht habe."
Genau diesen Fehler will Hirscher nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2024 nicht wiederholen. "Wenn ich wieder Rennen fahre, dann gescheit. Das ist derzeit leider nicht möglich", sagt er nun. Dafür lässt Hirscher auch die Olympischen Spiele im Februar in Mailand/Cortina sausen.