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"Ich brauche diese Abwechslung": Warum Aicher Allrounderin bleibt

Die Deutsche verkörpert eine aussterbende Spezies im Ski-Weltcup. Wie lange sie alle Disziplinen fahren will, was sie von jährlichen Weltmeisterschaften hält.

"Ich brauche diese Abwechslung": Warum Aicher Allrounderin bleibt Foto: © GEPA

Die Temperaturen bewegen sich allmählich in eine Richtung, in der Emma Aicher sich wohl fühlt.

In rund einem Monat startet traditionell in Sölden die neue Ski-Weltcup-Saison, es geht also in die heiße Phase der Vorbereitung auf den kommenden Winter.

Vor zwei Wochen ist die 22-jährige Deutsche vom Trainingslager in Südamerika zurückgekehrt, ihr Fazit fällt zufrieden aus. Aicher sagt: "Das Kondi-Training ist super verlaufen, auf den Skiern lief es ebenfalls gut."

Bereit für den nächsten Winter

Ihr Fokus sei darauf gelegen, wieder ein Gefühl für die Symbiose aus Ski und Schnee zu finden.

Derzeit, erzählt Aicher, mache sie viel Konditionstraining. "Nächste Woche gehen wir wieder Skifahren", freut sich die Gesamtweltcup-Zweite des letzten Winters bereits darauf.

300 km/h sind "krasser"

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Aicher war beim MotoGP-Wochenende in Spielberg zu Gast.
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Dazwischen ist Zeit für einen Besuch in Spielberg geblieben. Am vergangenen Wochenende verfolgte die zweifache Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2026 die MotoGP aus nächster Nähe.

Anders als Österreichs ehemaliger Tennis-Star Dominic Thiem, der ein Angebot für eine Fahrt auf einer Zweisitzer-KTM dankend abgelehnt hat, hätten für sie ein paar Runden am Red Bull Ring durchaus ihren Reiz.

"Das wäre schon cool. Man kriegt schon Lust, wenn man hier zusieht", meint Aicher, die freilich kein Problem mit hohen Geschwindigkeiten hat. Mit 300 km/h die Start-Ziel-Gerade hinaufzuflitzen sei "krasser" als auf zwei Skiern mit über 140 km/h den Berg hinunter, meint sie.

Aicher bleibt Allrounderin

Bekanntlich kann die Tochter einer schwedischen Mutter und eines deutschen Vaters nicht nur in den Speed-Disziplinen, sondern auch im Stangenwald glänzen.

Ich mag die Abwechslung, einen Tag im Slalom zu fahren und am nächsten Tag die Abfahrts-Skier auszupacken.

Emma Aicher

Die 22-Jährige verkörpert als Allrounderin eine aussterbende Spezies im Ski-Weltcup. In der Abfahrt, im Super-G sowie im Slalom zählt Aicher bereits zur Weltspitze, im Riesentorlauf kämpft sie sich Stück für Stück heran.

Auch in der nächsten Ski-Saison sei ihr Plan, wieder alle vier Disziplinen zu bestreiten. Aicher erklärt: "Ich mag die Abwechslung, einen Tag im Slalom zu fahren und am nächsten Tag die Abfahrts-Skier auszupacken."

"Ich brauche diese Abwechslung"

Solange es ihr Spaß macht und ihr Körper die Strapazen mitmacht, will sie Allrounderin bleiben. Man könne sehr viel von einer Disziplin in eine andere mitnehmen, erklärt Aicher.

"Der Riesentorlauf hilft mir in den Speed-Disziplinen, und umgekehrt. Man lernt immer etwas und kann sich weiterentwickeln, wenn man diesen ständigen Wechsel macht und sich nicht auf ein, zwei Disziplinen versteift." Sie betont: "Ich brauche diese Abwechslung."

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Emma Aicher schlängelt sich durch den Stangenwald.
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Eine Lieblingsdisziplin könne sie nicht definieren. "Ich mag das Skifahren allgemein einfach", so die fünffache Weltcup-Siegerin.

Aicher will noch mehr

Ihre Disziplinen-Vielfalt hat der Deutschen bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo zwei Mal Silber gebracht, im Gesamtweltcup musste sie sich Superstar Mikaela Shiffrin erst beim Weltcup-Finale beugen.

"Das letzte Jahr war schon eine Überraschung", gesteht Aicher. Ihre Erwartungshaltung würde sich durch die Erfolge allerdings nicht verändern. Sie meint: "Ich werde versuchen, mich weiter zu verbessern. Dann läuft es hoffentlich wie letztes Jahr - oder noch besser."

Muss man für den Gesamtweltcup-Sieg in mindestens drei, wenn nicht sogar vier Disziplinen zur Weltspitze zählen, um Shiffrins Dominanz im Slalom auszugleichen?

Es würde auch reichen, wenn man in einer Disziplin ähnlich dominant wie Shiffrin im Slalom wäre.

Emma Aicher

Aicher winkt lächelnd ab: "Es würde auch reichen, wenn man in einer Disziplin ähnlich dominant wie Shiffrin im Slalom wäre." Wenn man zumindest drei starke Disziplinen habe, sei es jedenfalls einfacher, an der Spitze mitzumischen, sagt Aicher.

Brignone zurück - und Shiffrin nicht allein

Shiffrin ist für Aicher aber längst nicht die einzige Anwärterin auf die große Kristallkugel.

"Bei Brignone sieht es danach aus, als könnte sie von Anfang an mitfahren", ist Aicher vor der zweifachen Olympiasiegerin gewarnt. Die erfahrene Italienerin hatte einen Großteil der abgelaufenen Saison nach schweren Bein- und Knieverletzungen verpasst.

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Erst beim Weltcup-Finale hatte Aicher gegenüber Shiffrin das Nachsehen.
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Allgemein, glaubt sie, werden die üblichen Verdächtigen wieder um Kristall fahren. Dazu würden Camille Rast, Alice Robinson, Sofia Goggia, aber auch Julia Scheib zählen.

Aicher sieht die WM-Reform zwiespältig

Zu den Veränderungen an der FIS-Spitze hält sich Aicher hingegen zurück. "Mein Fokus liegt auf mir selbst. Mal abwarten, was passiert."

Die geplante Einführung jährlicher Weltmeisterschaften könne man dagegen aus zwei Blickwinkeln sehen.

"Wenn es jährlich eine WM gibt, kann man mehr Medaillen gewinnen. Gleichzeitig hätten sie allerdings nicht denselben Stellenwert wie bei einer WM, die nur alle zwei Jahre stattfindet."

"Ich könnte mir keinen besseren Job vorstellen"

Ihre Motivation bleibt unabhängig davon dieselbe: Sie will die schnellste Skifahrerin des Planeten sein.

Und betont: "Ich darf jeden Tag Sport machen und Skifahren. Ich könnte mir keinen besseren Job vorstellen."

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