Nach dem lächerlichsten und peinlichsten Fehler meiner Karriere gab es keine andere Möglichkeit, den Sieg zu feiern.
Nach seinem großen Erfolg am Sonntag konnte sich der 22-Jährige den Spaß erlauben und seine KTM bei der Siegesfeier an jener Stelle in Kurve 2A auf die Strecke legen, an der er am Vortag gestürzt war.
Der Spielberg-Triumphator sagt mit einem breiten Lächeln im Gesicht: "Nach dem lächerlichsten und peinlichsten Fehler meiner Karriere gab es keine andere Möglichkeit, den Sieg zu feiern."
"Ich habe diese Chance in den Müll getreten"
Er gesteht, dass es schwierig gewesen sei, die Enttäuschung des Sprints hinter sich zu lassen.
"Es hat sehr wehgetan, weil es nicht viele Möglichkeiten gibt, schneller als Ducati und Aprilia zu sein", betont Acosta. Er hätte Probleme damit gehabt zu verstehen, dass er diese Chance "in den Müll getreten hat."
Doch er sei der Einzige gewesen, der nichts zu verlieren gehabt hätte. "Ich kämpfe nicht um die Weltmeisterschaft", stellt Acosta fest.
Ein weiterer Crash nimmt den Druck
Der Rennsonntag startete für ihn ebenfalls nicht nach Wunsch.
Ich dachte mir: Wenn ich heute wieder stürze, würde das rein gar nichts ändern.
Das Warm-Up am Vormittag musste Acosta nach einem Crash in Kurve neun vorzeitig beenden. Genau dieser Sturz half ihm allerdings dabei, sich selbst keinen Druck zu machen.
Acosta: "Ich dachte mir: Wenn ich heute wieder stürze, würde das rein gar nichts ändern. Mein letzter Sieg war bereits drei Jahre her."
Nicht aus der Ruhe bringen lassen
Zu Beginn des Grand Prix hatte der Spanier zunächst noch Probleme, verlor beim Start zwei Positionen und fiel auf Platz fünf zurück.
Acosta berichtet: "Ich habe mir etwas schwergetan, zu Jorge (Martin, Anm.) und Marco (Bezzecchi, Anm.) aufzuschließen, aber auch Ai (Ogura, Anm.) zu überholen."
Das habe ihm allerdings auch geholfen, sich die nötige Zeit zu nehmen und nichts zu überstürzen.
Keine Chance für Martin
Schließlich legte der 22-Jährige eine ähnliche Aufholjagd wie Jorge Martin tags zuvor im Sprint hin.
In Runde neun setzte Acosta das rennentscheidende Manöver gegen den Führenden Martin - und schaute nicht mehr zurück.
Martin hatte gehofft, seinen Landsmann gegen Rennende noch einmal attackieren zu können. "Aber Pedro war heute unantastbar. Er hat unglaublich gebremst", zieht er seinen Hut.
"Pedro hat für mehr als nur einen Sieg gekämpft"
Der MotoGP-Champion von 2024 ist sich sicher: "Pedro hat für mehr als nur einen Sieg gekämpft."
Acosta kann das bestätigen: "Es ist ein persönlich emotionaler Moment. Ich hätte in den letzten drei Jahren das Potenzial gehabt, einen Sieg einzufahren, aber nicht viele Gelegenheiten dazu."
Umso süßer schmeckt dieser Triumph: "Der gestrige Tag hat sehr wehgetan, aber heute zahlt es sich aus."
Mehr als nur ein Premierensieg
In der Stunde des Erfolgs denkt der 22-Jährige an das vergangene Jahr zurück, das weder für ihn noch für KTM ein leichtes war.
Dieser Sieg bedeutet mir viel mehr als alles andere.
Der Spanier freut sich: "So zurückzukommen und den Heim-Grand-Prix für das gesamte Werk zu gewinnen, ist einfach unglaublich. Wir haben es lange versucht und daran gedacht, diesen Sieg zu erreichen."
Seinen ersten MotoGP-Sieg stellt er sogar über seine beiden WM-Titel in Moto3 und Moto2. Nach drei Jahren ohne Sieg wieder an der Spitze zu stehen, dann auch noch in der Königsklasse, sei für ihn nicht zu übertreffen.
Acosta: "Dieser Sieg bedeutet mir viel mehr als alles andere."