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Vergleiche mit Crosby und Gretzky: Kanadas nächstes Wunderkind

Mit 19 Jahren ist Celebrini der jüngste kanadische Eishockeyspieler der Olympia-Geschichte. Warum er bereits mit Crosby und Gretzky verglichen wird.

Vergleiche mit Crosby und Gretzky: Kanadas nächstes Wunderkind Foto: © GETTY

Wenn Kanada am Donnerstag in Mailand in das olympische Eishockeyturnier startet, richtet sich der Blick nicht nur auf Connor McDavid, Sidney Crosby oder Nathan MacKinnon.

Sondern auch auf einen 19-Jährigen, der erst am Anfang seiner Karriere steht - und doch schon jetzt zu den prägendsten Figuren dieses Turniers zählen könnte.

Macklin Celebrini bestreitet gegen Tschechien (16:40 Uhr im LIVE-Ticker >>>) sein erstes Olympia-Spiel.

Als jüngster kanadischer Eishockey-Spieler der Geschichte unter den fünf Ringen. Und als einer, von dem selbst Teamkollegen und Trainer überzeugt sind, dass er bei diesen Spielen eine Schlüsselrolle übernehmen kann.

McDavid von Celebrini beeindruckt

Connor McDavid zeigte sich bereits im Vorfeld beeindruckt von seinem jungen Mitspieler.

Man merke sofort, "wie viel er investiert, wie hart er arbeitet und wie sehr ihm das alles bedeutet", sagte der Oilers-Star über Celebrini. Für einen 19-Jährigen nicht nur ins Team zu kommen, sondern eine große Rolle zu erhalten, sei "unglaublich".

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Macklin Celebrini blickt auf sein Olympia-Debüt voraus.
Foto: ©GETTY

In den Trainingseinheiten vor Turnierbeginn deutete sich bereits an, welches Vertrauen der Trainerstab in ihn setzt. Celebrini lief regelmäßig in einer Top-Linie an der Seite von McDavid und Tom Wilson auf – ein deutliches Signal dafür, welche Rolle ihm im kanadischen Kader zugetraut wird.

Dass ein Teenager in einem mit NHL-Superstars gespickten kanadischen Kader diese Aufmerksamkeit erhält, ist kein Zufall. Es ist das Resultat einer Entwicklung, die seit Jahren als außergewöhnlich gilt und inzwischen auch statistisch historisch wirkt.

Kindheit im Hochleistungsumfeld

Geboren am 13. Juni 2006 in North Vancouver, wuchs Celebrini in einem Umfeld auf, das Professionalität früh zur Selbstverständlichkeit machte.

Sein Vater Rick, ein renommierter Sportwissenschaftler im US-Profisport, arbeitete unter anderem für die Golden State Warriors. Die Familie lebte zeitweise in Kalifornien, wo Macklin und sein zwei Jahre älterer Bruder Aiden Zugang zu modernsten Trainingsmethoden erhielten.

Doch trotz der Nähe zur NBA war Eishockey früh seine Leidenschaft. Trainer beschrieben ihn schon als Kind als außergewöhnlich analytisch, detailverliebt und ehrgeizig. Eigenschaften, die ihn rasch zu einem der begehrtesten Nachwuchsspieler Nordamerikas machten.

Dominanz im Nachwuchs und College

Sein Durchbruch kam bei den Chicago Steel in der USHL.

Dort dominierte Celebrini als 16-Jähriger die Liga, wurde Topscorer und zum Player of the Year gewählt. Mit 86 Punkten in 50 Spielen spielte er nicht nur produktiv, sondern kontrollierte Spiele auf eine Weise, die Scouts an deutlich ältere Spieler erinnerte.

An der Boston University folgte eine historische College-Saison. Mehr als 60 Punkte und schließlich der Hobey Baker Award als bester NCAA-Spieler - als einer der jüngsten Gewinner überhaupt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt er als sicherer Nummer-1-Pick im NHL Draft.

2024 wählten ihn die San Jose Sharks an erster Stelle. Eine Franchise im Neuaufbau, die ein neues Gesicht suchte - und es in Celebrini fand.

Der Durchbruch im zweiten NHL-Jahr

In seiner zweiten NHL-Saison hat Celebrini den Schritt vom Top-Talent zum dominierenden Spieler endgültig vollzogen. Mit 81 Punkten liegt er als 19-Jähriger auf Rang vier der NHL-Scorerwertung, noch vor Superstars wie Leon Draisaitl, David Pastrnak oder Kirill Kaprizov.

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So konnte Celebrini heuer schon vielfach jubeln.
Foto: ©GETTY

Noch bemerkenswerter ist der Kontext: San Jose befindet sich weiterhin im Umbruch, verfügt nicht über die offensive Tiefe vieler Topteams.

Dennoch produziert sein junger Center auf MVP-Niveau. Der Abstand zu seinem nächstbesten Teamkollegen Will Smith beträgt 42 Zähler. Das zeigt, wie sehr die Sharks bereits von einem 19-Jährigen abhängig sind.

In Nordamerika wird inzwischen ernsthaft diskutiert, ob Celebrini San Jose sogar in die Playoffs führen kann. Ein Szenario, das vor Saisonbeginn kaum realistisch erschien.

Doch wer ihn in dieser Saison regelmäßig beobachtet, erkennt schnell, warum diese Diskussion nicht übertrieben wirkt.

Vergleiche mit Crosby und Gretzky

Vergleiche mit Crosby, seinem großen Idol, begleiten Celebrini seit Jahren.

Nicht, weil beide identisch spielen, sondern wegen ihrer Reife. Wie Crosby kontrolliert er Tempo und Raum, liest Spielsituationen schneller als viele Gegenspieler und übernimmt Verantwortung in allen Zonen.

Auch analytische Modelle stützen diese Einordnung. In einer Ära-adjustierten Analyse seiner Punkteproduktion - also bereinigt um unterschiedliche NHL-Epochen - bewegt sich seine Scoringrate als Teenager in Bereichen, die historisch nur von absoluten Ausnahmespielern wie Crosby oder Wayne Gretzky erreicht wurden.

Die Analyse seiner Scoringrate (Stand: 31. Dezember 2025):

Kanadas Kapitän bestätigte den Eindruck zuletzt selbst: Celebrinis Aufstieg sei "kein Zufall", sagte Crosby und lobte insbesondere dessen Arbeitseinstellung, Wettbewerbsfähigkeit und Reife für große Bühnen.

Solche Aussagen haben Gewicht - gerade in einem Land, in dem Erwartungen an junge Talente traditionell enorm sind.

Gelassen im größten Moment

Trotz aller Aufmerksamkeit wirkt Celebrini bemerkenswert geerdet. Schon die Nominierung für das olympische Team bezeichnete er als schwer in Worte zu fassen. Es sei "alles surreal" und eine riesige Ehre, Kanada zu vertreten.

In Kanada wird dabei nicht nur seine Produktivität bewundert, sondern auch seine Art. Teamkollegen und Beobachter beschreiben ihn als ungewöhnlich bodenständig für einen Spieler seines Hypes - höflich, fokussiert und mit jener unaufgeregten Selbstverständlichkeit, die kanadische Hockeyfans seit jeher an ihren Stars schätzen.

Dass er auf die Frage nach seinen größten Stärken zuletzt augenzwinkernd sein selbstgebackenes Bananenbrot erwähnte, passt ins Bild.

Tatsächlich bei Olympia auflaufen zu dürfen, ist für ihn auch emotional. Vom legendären Goldtor Sidney Crosbys 2010 in Vancouver hat er nur vage Erinnerungen, wie er selbst sagt. Doch jedes erneute Anschauen lasse ihn die Emotionen spüren, die damals das ganze Land erfassten.

Nun soll er selbst Teil solcher Momente werden.

Der moderne Franchise-Center

Was Celebrini von vielen Ausnahmetalenten unterscheidet, ist die Kombination aus Talent und Professionalität.

Ernährung, Regeneration, Videoanalyse - vieles davon ist für ihn seit der Jugend selbstverständlich. Beobachter beschreiben ihn als mental außergewöhnlich stabil, als Spieler, der Druck eher sucht als meidet.

Gleichzeitig ist er kein reiner Offensivkünstler. Er arbeitet defensiv, gewinnt Zweikämpfe und übernimmt Verantwortung in allen Spielsituationen. Genau diese Vielseitigkeit macht ihn zum Prototyp des modernen Franchise-Centers.

Die nächste Bühne

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Bei der WM 2025 war Celebrini bereits einer der Leistungsträger Kanadas - auch bei Olympia?
Foto: ©GETTY

Mit seinem olympischen Debüt beginnt nun das nächste Kapitel.

In einem Team voller NHL-Superstars ist Celebrini nicht mehr nur Perspektivspieler, sondern bereits Leistungsträger. Kanada erwartet Gold - und vertraut dabei auch auf einen 19-Jährigen.

Für die NHL ist er einer der spannendsten jungen Spieler seit Jahren. Für die Sharks längst das Zentrum ihres Neuaufbaus. Und für Kanada vielleicht schon jetzt mehr als nur die Zukunft.

Macklin Celebrini steht am Anfang seiner Karriere. Doch schon jetzt wirkt es, als würde die NHL nicht nur den nächsten Star erleben – sondern den nächsten Spieler, der eine Ära prägen kann. Das kann er nun auch auf der Welt-Bühne beweisen.

Ranked: Die Top-Verdiener der NHL

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