IOC befasst sich mit Infantino-Rede bei Trumps Friedensrat
Die olympische Charta sei sehr klar, was von den Mitgliedern erwartet werde, so IOC-Präsidentin Coventry.
Das IOC will sich mit dem Auftritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der ersten Sitzung des Friedensrats von US-Präsident Donald Trump befassen.
"Wir werden uns das anschauen und zur angeblichen Unterzeichnung von Dokumenten recherchieren", sagte Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, am Rande der Winterspiele in Mailand.
Infantino, der IOC-Mitglied ist, verkündete "eine echte Partnerschaft" zwischen dem Friedensrat und der FIFA.
Die IOC-Chefin sagte, sie habe zu dem Thema "nicht viel zu sagen", weil sie noch nichts von der Sache gehört habe. Sie verwies darauf, dass die olympische Dachorganisation und ihre Mitglieder sich weiter politisch neutral verhalten werde.
"Ich denke, das ist der einzige Weg für uns als Organisation, Fairness an den Wettkampfstätten zu ermöglichen", sagte Coventry.
Auf Nachfrage betonte sie: "Die olympische Charta ist sehr klar, was von den Mitgliedern erwartet wird."
Infantino: "Jeder muss den Frieden unterstützen"
Infantino nahm bei der ersten Zusammenkunft des von Trump gegründeten, umstrittenen Friedensrats auf dem Podium Platz, ganz in der Nähe von Argentiniens Präsident Javier Milei und Ungarns Regierungschef Viktor Orban.
"Jeder muss den Frieden unterstützen", sagte der Schweizer bei seiner kurzen Rede. Danach zeigte er einen Werbespot, in dem es hieß, dass im Gazastreifen unter anderem Spielfelder sowie ein Stadion für bis zu 25.000 Zuschauer gebaut werden sollen.
Trump sagte, die FIFA werde helfen, 75 Millionen Dollar für Projekte in Gaza zu sammeln, die mit Fußball zu tun haben sollen.
Trump hat Friedensrat-Vorsitz auf Lebenszeit
Kritiker werfen Infantino eine zu große Nähe zu Staaten und Regierungen vor, die westliche Werte nicht teilen.
Auch zu Trump, dessen Land in diesem Jahr gemeinsam mit Kanada und Mexiko die WM ausrichtet, hat der 55-Jährige eine enge Verbindung. Bei der WM-Auslosung in Washington im vergangenen Dezember wurde Trump der neu eingeführte FIFA-Friedenspreis verliehen.
Seinen Friedensrat gründete Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos, er selbst hat den Vorsitz inne - und zwar auf Lebenszeit. Im Kern soll der Friedensrat globale Konflikte lösen.
Anders als zunächst erwartet, handelt es sich nicht um ein Gremium, das ausschließlich der Überwachung einer Befriedung des Gazastreifens gewidmet ist.