Gab es erneut Sabotageakte an Italiens Bahnlinien?
Betroffen sein sollen die Hochgeschwindigkeitsstrecken Rom-Neapel und Rom-Florenz.
Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken Rom-Neapel und Rom-Florenz ist es am Samstag zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr gekommen.
Nach Angaben der Staatsbahnen FS (Ferrovie dello Stato) liegen zwei mutmaßliche Sabotageakte vor. Ein dritter Vorfall wird derzeit noch überprüft. Auf der Strecke Rom-Neapel stellten Bahntechniker Schäden an Kabelschächten fest, in denen Leitungen für die Steuerung des Zugverkehrs verlaufen.
Die Kabel wiesen Brandspuren auf. Auf der Strecke Rom-Florenz kam es infolge eines weiteren mutmaßlichen Sabotageakts zwischen den Bahnhöfen Tiburtina und Settebagni zu Verspätungen und Umleitungen. Ein dritter Vorfall wird zwischen Capena und Gallese auf derselben Hochgeschwindigkeitslinie untersucht.
Justizbehörden haben Ermittlungen aufgenommen
Die Justizbehörden haben Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe der Vorfälle zu klären. Verkehrsminister Matteo Salvini verurteilte die mutmaßlichen Sabotageakten und kritisierte sie als "kriminelle Akte gegen Italien", während die Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina im Gange sind.
"Die Überwachung wurde verstärkt und die Kontrollen intensiviert, um diese Verbrecher aufzuspüren", erklärte Salvini. Er habe die "Hoffnung, dass niemand solche kriminellen Handlungen verharmlost oder rechtfertigt, die das Leben von Menschen gefährden."
Eine anarchistische Gruppe hatte am Montag die Verantwortung für Sabotageakte an der Bahninfrastruktur in Norditalien übernommen, durch die am vergangenen Samstag - dem ersten vollen Tag der Olympischen Winterspiele - der Zugverkehr gestört wurde.
Die Polizei meldete drei verschiedene Vorfälle an unterschiedlichen Orten. Diese führten zu Verspätungen von bis zu zweieinhalb Stunden bei Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen, insbesondere im Raum Bologna. Verletzt wurde niemand, Züge wurden nicht beschädigt. Die Justiz ermittelt.