Hinter Hämmerles Mixed-Einsatz steht noch ein Fragezeichen
Der Doppelolympiasieger hat mit einer Verkühlung zu kämpfen. Dusek ging nach seinem dritten Platz jedoch davon aus, dass er selbst nicht starten werde.
Unter dem Applaus von Familien, Freunden und Fanclubs initiierte Teamkollege Lukas Pachner ein mehrfaches Zicke Zacke. Danach huschten Snowboard-Cross-Olympiasieger Alessandro Hämmerle und Bronzemedaillengewinner Jakob Dusek durch das Blitzlichtgewitter und setzten ihren Interviewmarathon fort.
Mit der abfallenden Spannung bemerkte der erkältete Hämmerle dann die Strapazen der letzten Tage. "Ein bisschen feiern werden wir noch, aber ich merke es jetzt brutal, das Bett ruft."
Hinter Hämmerles Einsatz im Mixed-Bewerb am Sonntag mit Pia Zerkhold stand dementsprechend am Donnerstagabend noch ein Fragezeichen.
"Normalerweise machen wir es immer so, dass der Beste vom Einzel auch das Mixed fährt. Grundsätzlich würde ich gern noch das Rennen mit Pia fahren. Aber ich muss schauen, wie ich beieinander bin. Wenn ich merke, ich bin total krank, dann ist mit dem Jakob ein super Mann am Start", sagte Hämmerle.
Dusek: "Gehe davon aus, dass ich nicht am Start stehe"
Damit rechnete angesprochener Jakob Dusek vorerst nicht. Beim Niederösterreicher regierte nach dessen erster Olympia-Medaille die Feierlaune. "Ich gehe davon aus, dass ich am Sonntag nicht am Start stehe. Das werde ich ausnutzen", kündigte Dusek an.
Im feinen Zwirn nahm er am Donnerstag den "Bewerb nach dem Bewerb" in Angriff. "Heute gibt es was zu feiern, dafür sollte man sich schön anziehen. Außerdem ist heute der Opernball. Ich habe mir gedacht, da muss ich mich in Schale werfen, vielleicht kommt einmal eine Einladung."
Österreichs so erfolgreiche Snowboard-Crosser erlebten die Wiederholung des Olympia-Coups, aber auch eine Premiere. Denn nach einigen gemeinsamen Finali bei Großevents, in denen entweder Hämmerle oder Ex-Weltmeister Dusek leer ausgingen, holten beide erstmals auch in einem Rennen jeweils eine Medaille.
Hämmerle darf sich nun doppelter Olympiasieger nennen. "Es sackt ein bisschen, ist aber weit weg von real", meinte der 32-Jährige gut vier Stunden nach seinem Sieg. "Es ist um vieles geiler als vor vier Jahren, weil ich den Moment mit meinen Leuten teilen konnte."
Nach der Heim-WM ist - vermutlich - Schluss
Zumindest ein Jahr will der dreifache Cross-Gesamtweltcupsieger Hämmerle noch fahren. 2027 steht die WM am Montafon auf dem Programm. Es seien "ziemlich sicher" seine letzten Olympischen Winterspiele, sagte Hämmerle. "Es ist immer schwer, ein Ultimatum zu setzen, aber eigentlich ist der Plan, dass ich nach der Heim-WM den Hut drauf haue."
Solange zu fahren, wie beispielsweise sein Semifinalgegner Nick Baumgartner (44), kann sich der 32-Jährige nicht vorstellen. "Die Frequenz, der Input und die Ansprüche, die ich an mich selbst habe, sind zu hoch. Langsam möchte ich einen Fuß in das Leben nach der Sportkarriere setzen und schauen, was dort passiert."
Konkrete Pläne für die zweite Karriere hat Hämmerle, der 2021 ein Fernstudium mit einem Master of Business Administration (MBA) abgeschlossen hat, noch nicht. "Ich denke, es werden einige Türen offenstehen. Vielleicht bleibe ich auch dem Sport verbunden, aber ich habe es mir wirklich noch völlig offengelassen, weil der volle Fokus auf Olympia lag."