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Anna Gasser & Hanna Karrer: Ein Abklatschen zweier Generationen

Hanna Karrer ist die designierte Nachfolgerin von Anna Gasser. Während die junge Steirerin vor ihrer Olympia-Premiere steht, ist es für die routinierte Kärntnerin der letzte Auftritt im Zeichen der fünf Ringe.

Anna Gasser & Hanna Karrer: Ein Abklatschen zweier Generationen Foto: © GEPA

Der 6. Februar 2026 ist für Hanna Karrer ein ganz besonderer Tag. Die Steirerin feiert nicht nur ihren 18. Geburtstag, es ist auch der Tag der Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele 2026.

Karrer startet bei den Olympischen Spielen im Snowboard-Freestyle und ist mit ihren dann 18 Jahren die jüngste ÖOC-Athletin in Italien. Eine große Geburtstagsparty wird es jedoch nicht geben.

"Bei einem so großen Event Geburtstag haben, wird auf jeden Fall super cool werden, aber ich werde den Geburtstag wahrscheinlich eher nachfeiern, weil wir die nächsten Tage Qualifikation haben", sagt Karrer bei der Olympia-Einkleidung gegenüber LAOLA1.

Gasser zum ersten mal mit "anderem Mädel"

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Hanna Karrer (links) und Anna Gasser (rechts) gemeinsam mit Clemens Millauer (Mitte)
Foto: ©GEPA

Die Snowboard-Bewerbe sowie die Ski-Freestyle-Bewerbe finden alle im Livigno Snow Park nahe der Schweizer Grenze statt.

Da die Eröffnugsfeier im knapp vier Stunden entfernten Mailänder San Siro steigt, wird Karrer wohl auf die Eröffnungsfeier verzichten: "Ich denke, wir werden in Livigno bleiben, da Mailand doch ein bisschen weiter weg ist."

Im Gegensatz zu Karrer wird ihre Teamkollegin Anna Gasser garantiert bei der Eröffnungsfeier dabei sein, denn die zweifache Big-Air-Olympiasiegerin ist gemeinsam mit Benjamin Karl Fahnenträgerin.

Während Karrer zum ersten mal bei Olympia teilnimmt, sind es für Gasser bereits ihre vierten Spiele, dennoch ist es auch für sie jedes Mal aufregend.

"Das sind ganz sicher meine letzten Olympischen Spiele."

Anna Gasser

"Es ist arg, ich muss sagen, alle meine Olympischen Spiele hab ich komplett anders erlebt", sagt die 34-Jährige. Auch bei diesen Spielen gibt es wieder eine Premiere für sie: "Das sind die ersten Olympischen Spiele, wo noch ein anderes Mädel dabei ist."

Gasser nicht nur stolz auf das Sportliche

Neben den zwei Olympia-Goldenen in Pyeongchang und in Peking konnte Gasser zwei weitere Goldmedaillen bei Snowboard-Weltmeisterschaften und fünf Goldmedaillen bei den X-Games gewinnen.

Zudem gewann sie zwei Mal die große und vier Mal eine kleine Kristallkugel. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Snowboarderinnen der Geschichte.

Für Gasser sorgen mittlerweile nicht nur ihre sportlichen Erfolge für Stolz: "Ich glaube, das ist das Schönste, wenn ich mitbewirken konnte, dass jetzt mehr Mädels in Österreich den Sport machen. Wenn ich dann nicht mehr dabei bin, können wir andere Mädels anfeuern, die dann hoffentlich um Medaillen mitspringen."

"Hätte mir das nie erträumt"

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Hanna Karrer bei ihrem ersten Weltcup-Podestplatz
Foto: ©GETTY

Eine, die jetzt schon um Medaillen mitspringt, ist Karrer. Die gebürtige Hartbergerin holte bereits bei den vergangenen Olympischen Jugend-Winterspielen 2024 in Gangwon die Goldmedaille im Slopestyle.

In dieser Saison holte sie im Dezember beim Big-Air-Bewerb in Peking mit Rang zwei ihren ersten Weltcup-Podestplatz.

Mit der Olympia-Teilnahme konnte sich die 18-Jährige schon einen Traum erfüllen: "Ich bin extrem stolz, dass ich überhaupt dabei sein kann. Vor diesem Jahr hätte ich mir das nie erträumt."

Ihre Ziele hängt Karrer bei ihrer Premiere noch nicht allzu hoch: "Ich hab jetzt wenig Erwartungen, ich geb einfach mein Bestes und schau was rauskommt. Wenn ich meine Runs lande, wäre Top Ten auf jeden Fall schon drinnen und alles was besser ist, freut mich natürlich extrem."

Schwierige Vorbereitung für Gasser

Auch für Gasser könnte eine weitere Medaille ein schwieriges Unterfangen werden. Die Kärntnerin zog sich im Sommer eine Schulterverletzung zu.

Bei ihrem Weltcup-Comeback Mitte Jänner in Laax landete sie gleich wieder am Podest, jedoch will Gasser dem Bewerb in der Schweiz nicht allzu viel Gewichtung schenken.

"Geh all in, genieß' die Erfahrung und dann kannst du nur gewinnen"

Anna Gassers Tipp an Hanna Karrer

"Ich muss ehrlich sagen, der Podestplatz in Laax, den kann man nicht 100 Prozent ernst nehmen. Zwei, drei Favoritinnen haben gefehlt, es war kein Speed und auch nicht die höchste Trickschwierigkeit. Natürlich freut man sich über einen Podestplatz, aber das war jetzt nicht das, was es in Italien für eine Medaille brauchen wird", sagt die Doppel-Olympiasiegerin.

Herausforderung Slopestyle

Wie Gasser wird auch Karrer im Big Air und im Slopestyle starten. Obwohl sie im Slopestyle Jugend-Olympiasiegerin wurde, sieht sie ihre Chancen auf der großen Schanze besser.

"Ich bin doch ein bisschen besser im Big Air, weil es einfacher ist. Da muss ich mich auf einen Sprung fokussieren. Im Slopestyle schauen wir mal. Ich wäre schon froh, wenn ich einen Run landen würde. Dann sehen wir, wo ich stehe", sagt die junge Steirerin.

Dass es im Slopestyle schwieriger ist, sieht auch Gasser so: "Im Slopestyle muss noch mehr zusammenpassen, da darf wirklich kein Fehler passieren. Im Slopestyle eine Medaille zu holen, wäre natürlich ein Traum, das hätte fast die höhere Bedeutung wie eine Big-Air-Medaille."

Karrer "kann nur gewinnen"

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Hanna Karrer in der Luft
Foto: ©GETTY

Ihre vierten Olympischen Spiele will Gasser, aber einfach auch genießen: "Das sind ganz sicher meine letzten Olympischen Spiele. Die Chance (auf eine Medaille, Anm.) lebt, aber ich will schönes Snowboard-Fahren zeigen. Das wäre ein schöner Abschluss daheim in Europa, ohne Zeitverschiebung und mit gutem Essen."

Auch ihre junge Teamkollegin soll ihre Olympia-Premiere genießen. "Sie hat nichts zu verlieren. Sie hat gute Tricks, wer weiß, vielleicht überrascht sie uns alle. Mein Tipp an sie: Geh all in, genieß' die Erfahrung und dann kannst du nur gewinnen."

Gasser für Karrer mehr als ein Vorbild

Ob Hanna Karrer in die Fußstapfen von Anna Gasser treten kann, wird sich in Zukunft zeigen.

Bei ihrem ersten Olympia-Auftritt kann sie sich noch einige Tipps von ihrem Idol holen: "Ich freue mich sehr, dass ich das mit ihr durchleben darf. Ich sehe sie nicht nur als Vorbild, ich sehe sie auch als sehr gute Freundin. Immer wenn ich was brauche, kann ich zu ihr kommen. Es sind meine ersten und ihre letzten Olympischen Spiele, es ist quasi ein Abklatschen."

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