Super-Team-Bewerb: Hörl und Embacher als "letzte Hoffnung"
Hörl will zum Abschluss mit wahrscheinlichem Partner Embacher doch noch zuschlagen. So sehen die Skisprungasse das Novum Super-Team.
Der Olympia-Nationenbewerb im Skispringen der Männer wird am Montag (ab 19:00 Uhr im LIVE-Ticker und auf ORF 1) in Predazzo das erste Mal als "Super-Team"-Wettkampf mit jeweils zwei Athleten ausgetragen.
Die Vierer-Entscheidung mit vielen rot-weiß-roten Erfolgen ist Geschichte. Das neue Format wurde aufgrund der Quotenplatzreduktion eingeführt, kommt aber nicht bei allen gut an. Österreich ist mit Jan Hörl und Stephan Embacher trotzdem Medaillenanwärter.
Denn im Einzel von der Großschanze war mit Hörl an der fünften und Embacher an der siebenten Stelle nur Rot-weiß-rot in den Top Ten doppelt vertreten. "Wir haben noch eine Chance, aber viele andere Nationen haben auch zwei starke Leute. Es wird spannend", sagte Hörl, nachdem er wie seine Teamkollegen wie auf der Normalschanze leer ausgegangen war. "Es ist ein bisschen verhext. Bis jetzt wollte es nicht ganz so sein bei den Spielen", beklagte der Salzburger.
Duo Hörl/Embacher im Jänner im Weltcup siegreich
Dass er mit Embacher vor einem Monat den einzigen Weltcup-Super-Team-Bewerb der Saison gewonnen habe, soll ein gutes Omen sein. "Wir haben in Zakopane schon einmal ein sehr positives Gefühl gehabt, wo es uns sehr gut gelungen ist. Sein nach zwei siebenten Rängen wahrscheinlicher Partner sieht es ähnlich. "Ich glaube, wenn wir so eine Performance wie im Einzel abliefern oder uns sogar noch steigern können, dann haben wir schon Chancen auf eine Medaille", sagte der 20-jährige Embacher, der erwartungsgemäß gegenüber dem am Samstag disqualifizierten Daniel Tschofenig den Vorzug bekam.
Altem Format wird nachgeweint
Hörl, vor vier Jahren mit Stefan Kraft, Daniel Huber und Manuel Fettner Team-Olympiasieger, trauert dem Vierer-Bewerb nach, freut sich aber schon auf die Premiere im Duo.
"Das Super Team ist auch ein cooles Format, obwohl es schon wehtut", sagte der Salzburger vor dem Novum, das in drei Durchgängen über die Bühne geht. Auch vielen anderen wie Tschofenig sagt das herkömmliche Format mehr zu.
"Ich finde den normalen Teambewerb einfach cooler, weil eine Nation hat oft zwei gute Springer, aber vier gute, die es braucht, sind eine Seltenheit. Also mir persönlich taugt der normale Teambewerb mehr, aber wir können es jetzt nicht ändern. Mal schauen, was bei den nächsten Olympischen Spielen kommt", sagte Tschofenig.
"Hat auch seinen Reiz"
Auch Deutschlands Einzel- und Team-Olympiasieger Andreas Wellinger ist nicht begeistert. "Das normale Team ist einfach geiler als das Super Team. Das habe ich schon immer gesagt, und das sage ich auch weiterhin so. Man hat im Mixed wieder gesehen, wie spannend ein Vierer-Wettkampf ist. Das hat einen ganz eigenen Flair, den ich sehr mag", sagte der Bayer.
Sein im Predazzo-Normalschanzenbewerb triumphierender Landsmann Philipp Raimund ist hingegen offener. "Es ist schade, dass wir nicht zu viert starten dürfen. Aber das Super-Team mit seinen drei Durchgängen hat auch seinen Reiz. Ich freu mich drauf", sagte Raimund.