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Perfektionistin Eder vor Großschanze skeptisch: "Liegt mir nicht"

Die Salzburgerin erklärt vor dem zweiten Einzelbewerb, warum sie sich auf der Schanze schwertut und was trotzdem positiv stimmen kann.

Perfektionistin Eder vor Großschanze skeptisch: "Liegt mir nicht" Foto: © GEPA

Skispringerin Lisa Eder hat nach ihrem bitteren vierten Platz von der Normalschanze bei der Olympia-Premiere für die Frauen vom großen Bakken am Sonntag (18.45 Uhr/im LIVE-Ticker >>> und auf ORF 1) eine zweite Chance.

Für eine Medaille muss sie aber über sich hinauswachsen, denn Großschanzen sind nicht das Lieblingsterrain der Salzburgerin. Zudem hatte sie im Training mit der 141-m-Schanze in Predazzo noch ihre Schwierigkeiten.

"Ich habe noch keine Lösung gefunden. Es ist 50:50, dass ich das hinkriege", sagte Eder im APA-Gespräch. Auf Großschanzen tue sie sich generell schwer und die Olympia-Anlage liege ihr gar nicht. "Sie hat null Radius und einen extrem langen Tisch, das sind zwei Sachen, die ich überhaupt nicht mag."

Ihre Ausgangslage sei schwierig. "Weil ich weiß, dass auf der Großen einiges fehlt. Erwartungen hab ich nicht mehr viel, mein Wettkampf, wo ich mir die größten Chancen ausgerechnet habe, ist schon vorbei."

Eder soll mit "Wut im Bauch" locker bleiben

Sie habe im zweiten Bewerb nichts mehr zu verlieren und könne es befreit angehen. "Natürlich habe ich jetzt keinen Druck mehr, ich kann locker reingehen in das Ganze. Die Nervosität ist jetzt für fünf Jahre aufgebraucht, da habe ich nichts mehr in mir. Vielleicht schaffe ich es, dass ich ganz locker bleibe und super Sprünge mache", sagte Eder.

Österreichs Trainer Thomas Diethart hofft, dass seine Nummer 1 eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität an den Tag legt. "Ich glaube, dass sie ein bisschen Wut im Bauch hat, was für sie im Normalfall recht gut ist, dass sie ein bisschen aggressiver dazu geht, das hat sie schon öfter bewiesen, wenn sie in der Angreiferposition ist", sagte Diethart über die zu Saisonbeginn auch auf Großschanzen zweimal aufs Weltcuppodest gekommene Leogangerin.

Diethart muss bei Eder auch bei Podestplätzen des Öfteren Aufbauarbeit leisten. "Sie ist wahnsinnig selbstkritisch. Wenn sie bei einem Wettkampf Zweite wird und ein Sprung nicht perfekt war, dann sieht sie nur das. Das ist sie perfektionistisch", sagte Diethart. Er glaubt, dass der Salzburgerin trotz der wenig optimalen Vorzeichen ein Coup gelingen kann. "Eine Medaille hätten wir natürlich schon gern, das Ziel wird für die Lisa sicher immer noch stehen", sagte Diethart.

Mit zwei perfekten Flügen sei viel möglich. Einmal in dieser Saison bezwang Eder bei ihrem ersten Weltcup-Erfolg auch die slowenische Dominatorin Nika Prevc - allerdings auf einer Normalschanze.

Prevc geht nach Mixed-Sieg auf zweites Gold los

Prevc' schärfste Widersacherinnen auf der Großen im Fleimstal dürften die Norwegerin Eirin Maria Kvandal und die Japanerin Nozomi Maruyama sein.

Die slowenische Weltmeisterin hat in dieser Saison im Weltcup neun Großschanzenbewerbe gewonnen, auf der Olympia-Normalschanze musste sie sich hinter der Norwegerin Anna Odine Ström mit Silber begnügen. Für diese "Niederlage" rehabilitierte sich die Weltcupdominatorin aber bereits mit Gold im Mixed-Bewerb mit dem slowenischen Team.

Eders Teamkolleginnen kommen nicht für Podestplätze infrage. Die auf der Normalschanze strauchelnde Julia Mühlbacher fühlt sich nach den ersten Trainings aber etwas im Aufwind. "Ich bin viel besser reingekommen als auf der Kleinen, das macht schon mehr Spaß", sagte Mühlbacher, die im Idealfall in Richtung der Top Ten schielen darf.

Kombiniererin Lisa Hirner und die erst 18-jährige Meghann Wadsak sind krasse Außenseiterinnen.

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