Enttäuschte Eder: "Ganz Österreich tut sich schwer"
Österreichs Nummer-eins-Springerin bleibt nur "eine Blechmedaille" bei diesen Spielen.
Österreichs Skispringerinnen haben bei der Olympia-Premiere für die Frauen auf der Großschanze eine Medaille verpasst. Teamleaderin Lisa Eder landete als beste Österreicherin am Sonntag in Predazzo auf Platz sieben.
Normalschanzen-Siegerin Anna Odine Ström führte auf der Großschanze einen norwegischen Doppelsieg vor Eirin Maria Kvandal an. Bronze ging an die Slowenin Nika Prevc (Zum Bericht>>>).
Die Erwartungen des in einem Umbruch befindlichen Springerinnen-Teams waren bereits im Vorfeld bescheiden gewesen. Zweitbeste ÖOC-Athletin wurde die etatmäßige Nordische Kombiniererin Lisa Hirner (18.), Julia Mühlbacher wurde 22., Meghann Wadsak 38.
Der neue Super-Team-Bewerb der Männer bleibt am Montag die letzte Chance für die Springer-Sparte, um im sechsten Bewerb in Italien doch noch die erste Medaille zu holen.
Eder mit klarer Steigerung
Eder hatte nach ihrem vierten Platz von der Normalschanze von großer Nervosität erzählt. Vom weniger geliebten großen Bakken musste die Salzburgerin zunächst mit Rückenwind und einer Anlaufverlängerung umgehen.
Mit einem 125,5-m-Sprung und deutlich weniger Windpunkten verabschiedete sie sich als Halbzeit-15. bereits aus dem Medaillenrennen.
In der Entscheidung der besten 30 setzte Eder auf der 141-m-Schanze bei 132 m auf und verbesserte sich mit guten Noten noch um acht Plätze.
Keine Österreicher-Schanze
"Die Anlage ist brutal hart zu knacken. Ganz Österreich tut sich schwer", sagt Eder, die wie ihre Kollegen in Predazzo vom ersten Sprung an nicht reingefunden hatte.
Dass ihr zum Abschluss ein guter Satz auskam, "wird mich vielleicht meine ganze Karriere beschäftigen", sagt Eder im ORF. "Irgendwie tut der zweite Sprung gut, aber irgendwie regt es mich auch auf."
Ihr bleibe "eine Blechmedaille" von Olympia, sagt Eder. "Schlechte Erfahrungen sind auch gute Erfahrungen."
Hirner als positive Überraschung
Hirner, die im turbulenten ersten Durchgang früh an der Reihe war, fand sich bei einer norwegischen Vierfach-Führung zur Halbzeit überraschend auf Platz 18 wieder. Sie bestätigte ihre Leistung im zweiten Durchgang. "Ich hatte richtig schöne zwei Wochen und habe einen coolen Sprung zum Abschluss gezeigt."
Die hoch ambitionierte Mühlbacher haderte mit ihrer Olympia-Premiere. "Logisch ist es nicht das, was ich drauf habe oder zeigen wollte. Es war von Anfang an der Hund drin - schaut aus, als wäre es nicht unser Pflaster da", sagt die 21-Jährige.