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Warum Matthias Mayer bei Olympia unschlagbar war

Drei Spiele, drei Mal Gold - Matthias Mayer war bei Olympia immer dann zur Stelle, wenn es zählte. Der ehemalige ÖSV-Star verrät jene Details, die am Ende Gold wert waren.

Warum Matthias Mayer bei Olympia unschlagbar war Foto: © GEPA

Matthias Mayer und Olympische Spiele, das ist wie Skiurlaub und Germknödel - es gehört einfach zusammen.

Der Kärntner hat im Zeichen der fünf Ringe eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben.

Ohne einen einzigen Weltcupsieg in der Tasche raste Mayer 2014 in Sotschi mit Gold in der Abfahrt direkt in den Ski-Olymp. 2018 in Pyeongchang holte er den Olympiasieg im Super-G, dieses Kunststück wiederholte er vor vier Jahren in Peking, dazu kam Bronze in der Abfahrt.

Damit ist er nicht nur der erfolgreichste alpine Skifahrer Österreichs bei Olympischen Spielen, sondern neben dem Norweger Kjetil Andre Aamodt (1992 im Super-G, 2002 in Kombination und Super-G, 2006 im Super-G) auch einer von nur zwei männlichen Skifahrern, denen es gelungen ist, Gold bei drei verschiedenen Olympischen Spielen zu erobern.

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Nach Mayers Rücktritt vom aktiven Skirennsport ist die Liste der rot-weiß-roten Anwärter auf (Gold-)Medaillen in den Speed-Bewerben überschaubar.

Grund genug, Matthias Mayer nach seinem olympischen Erfolgs-Rezept zu fragen.  

(K)Ein Rezept

"Ich habe kein Rezept zusammengeschrieben. Es hat immer intuitiv funktioniert", sagt "Mothl", der stets punktgenau bei den größten Rennen der Saison ablieferte.

"Ich hatte natürlich meinen Plan. Letztendlich kannst du diese zwei Minuten, die du Zeit hast, um so schnell wie möglich ins Ziel zu fahren, aber nicht bis ins Detail durchplanen. Es kann immer etwas passieren. Du darfst dich nur nicht aus der Reihe bringen lassen", so Mayer.

Wie etwa 2018, als Mayer als aussichtsreicher Medaillenkandidat zu seinen zweiten Spielen nach Pyeongchang reiste, im Kombinations-Slalom aber derart heftig stürzte, dass ein Start in der Abfahrt in Gefahr war. Letztlich wurde es ein neunter Rang. Drei Tage nach dem Sturz holte Mayer Gold im Super-G.

Letzten Endes ist es die mentale Einstellung, mit der gewissen Ruhe an den Start zu gehen und zu wissen: Jetzt ist der Moment, wo alles zusammenpasst.

Matthias Mayer über sein Olympia-Erfolgsrezept

2022 begann seine Gold-Fahrt im Super-G mit einer Schrecksekunde, rutschte Mayer beim Start fast mit den Skistöcken weg. Auf den Fehlstart folgte die Bestzeit.

Die Gold-Mission in Peking war ohnehin eine besondere. "Auf den letzten Olympiasieg habe ich mich am akribischsten vorbereitet. Das war auch der schwierigste", sagt der Kärntner rückblickend. Für die chinesische Kälte von etwa minus 20 Grad hatte Mayer unter anderem acht Paar Skischuhe ausgetestet. "Das hat mir letztendlich den Erfolg gebracht."

In der Vorbereitung auf Olympische Spiele hat der ehemalige ÖSV-Star selten etwas dem Zufall überlassen - sei es im Sommer-Training oder unmittelbar vor den Spielen.

"In Kitzbühel habe ich in Olympia-Saisonen teilweise weniger Risiko genommen, bin etwa die Traverse nicht voll gefahren", verrät Mayer.

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Matthias Mayers beeindruckende Olympia-Ausbeute
Foto: ©GEPA

"Letzten Endes", sagt der dreifache Goldmedaillen-Gewinner, "ist es die mentale Einstellung, mit der gewissen Ruhe an den Start zu gehen und zu wissen: Jetzt ist der Moment, wo alles zusammenpasst. Instinktiv drauflosfahren und trotzdem die Leichtigkeit nicht verlieren."

Bormio? Mayer juckt es

2026 in Mailand/Cortina wird Mayer als Zuschauer dabei sein, unter anderem beim Super-G der Männer in Bormio.

Wenngleich es ihn beim Gedanken an die Stelvio jucken würde. "Wenn ich jetzt an Bormio denke - das ist eine extrem lässige Abfahrt, die mir immer gelegen ist - ist schon ein bissl der Gedanke dabei, ich könnte am Start stehen, rein von der Fitness her", grinst Mayer, versichert aber sogleich, dass es kein Comeback geben wird – nicht einmal für die Olympischen Spiele.

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