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Lamparter: "Wäre sinnlos, mich über Silber zu ärgern"

Die großen Emotionen blieben bei Johannes Lamparter nach Silber von der Großschanze zwar aus. Ärger über die verpasste Goldmedaille machte sich aber nicht breit.

Lamparter: "Wäre sinnlos, mich über Silber zu ärgern" Foto: © GETTY

Johannes Lamparter hat in der Nordischen Kombination mit Silber von der Großschanze für die 16. Medaille Österreichs bei den Olympischen Spielen 2026 gesorgt.

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Der Traum von der Goldmedaille im zweiten Wettkampf der Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo war lange am Leben, bis Jens Luraas Oftebro mit zwei Attacken auf der Schlussrunde die entscheidende Lücke zum Tiroler erlief.

Der Norweger krönte sich zum ersten Doppel-Olympiasieger in der Nordischen Kombination seit Samppa Lajunen (FIN) 2002 in Salt Lake City.

Normalschanzen-Silber war emotionaler

Große Jubelstürme löste Silber beim Überqueren der Ziellinie zwar nicht aus, doch von Ärger oder gar Frust war bei Lamparter keine Spur.

"Ich bin schon sehr zufrieden. Man arbeitet den ganzen Sommer darauf hin, dass Körper und Geist in der Verfassung sind. Daher wäre es sinnlos, mich über Silber zu ärgern", sagte der 24-Jährige im "ORF"-Interview.

Silber im Normalschanzen-Bewerb sei aus dem Grund emotionaler gewesen, "weil es einfach die erste Olympia-Medaille war. Aber man gewinnt nicht jeden Tag Medaillen, daher bin ich sehr happy mit dem Job, den ich heute gemacht habe."

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"Habe mitgekriegt, dass Jens mit mir spielt"

Wie nach dem Sprung schon angekündigt, begann Lamparter den Langlauf über 10 Kilometer sehr schnell.

Schon nach 1,2 Kilometern hatte der Österreicher einen Vorsprung von 12,6 Sekunden auf Sprungleader Ryota Yamamoto herausgeholt. Der Japaner war acht Sekunden vor ihm gestartet.

Er hatte nicht damit gerechnet, dass er Oftebro damit überraschen könne: "Ich habe mitgekriegt, dass der Jens mit mir spielt. Er hat die anderen ausgenutzt, dass sie die Führungsarbeit machen."

Viel mehr ging es darum, die Verfolgergruppe so klein wie möglich zu halten, um den Kreis der Medaillen-Anwärter zu reduzieren. "Ich bin die ersten zwei Runden nicht auf 100 Prozent, aber schon auf Zug gelaufen. So ist die Gruppe nicht allzu groß geworden."

Oftebro zog sich im Windschatten heran

Im Windschatten der Konkurrenz arbeitete sich Oftebro im Laufe der zweiten Runde an Lamparter heran. Der Gesamtweltcup-Leader musste anerkennen, nicht im Alleingang zu möglichem Gold laufen zu können.

"Wenn es klappert, weil zwei Medaillen zusammenschlagen, ist es ein gutes Zeichen, dass man erfolgreich war."

Johannes Lamparter

Als der 25-jährige Norsker gemeinsam mit dem späteren Bronze-Gewinner Ilkka Herola (FIN) und Skoglund der Anschluss gelungen war, hatte es der zweifache Gold-Gewinner plötzlich eilig.

"Er wollte sofort vorbei und andrücken", schilderte Lamparter, der diese Tempoverschärfung noch problemlos mitgehen konnte.

"Ich war so am Limit"

Auf der Schlussrunde hatte der Skandinavier aber mehr Pfeile im Köcher.

Den ersten Angriff konnte Lamparter noch abwehren. "Er wollte alleine weg, ich bin aber mit und er hat rausgenommen. Ich war so am Limit, dass ich nicht drübergehen konnte", gab er zu verstehen.

Für den letzten Anstieg hatte er sich vorgenommen, nochmal alles zu geben, "wenn ich es drauf habe." Dann hätte ihn der Norweger aber überrascht, als er aus dem Windschatten heraus mit Tempoüberschuss hinaufkletterte und den 24-Jährigen entscheidend stehen ließ.

"Ich muss meinen Hut vor dem im Moment überragenden Oftebro ziehen, er ist einfach extrem stark", zollte Lamparter dem neuen norwegischen Aushängeschild in der Nordischen Kombination Respekt.

Noch eine Chance auf Gold

Und er selbst bilanzierte zufrieden.

"Wenn man eine Medaille umhängen hat und es klappert, weil zwei Medaillen zusammenschlagen ist es ein gutes Zeichen, dass man erfolgreich war", betonte Lamparter.

Für ihn bietet sich im Teamsprint über 2 x 7,5 Kilometer am Donnerstag (10:00 Uhr/14:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>) noch eine Chance, sich zum Olympiasieger zu küren. An seiner Seite wird wohl Stefan Rettenegger vor seinem Bruder Thomas den Vorzug bekommen.

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