Gasser in Wind-Lotterie im Pech

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Anna Gasser wird im Slopestyle-Bewerb bei Olympia ein Opfer der Wind-Lotterie. Die Kärntnerin kann in beiden Läufen Sprünge nicht stehen und muss sich schließlich mit Rang 15 begnügen.

Gold sichert sich Jamie Anderson. Die US-Amerikanerin wiederholt ihren Olympiasieg von 2014. Den Sieg fixiert die 27-Jährige bereits im 1. Lauf, ihre Marke von 83 Punkten erreicht keine Konkurrentin.

Laurie Blouin (CAN) gewinnt drei Tage nach einem schweren Trainingssturz Silber, Enni Rukajavari (FIN) holt Bronze.

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"Es war schon sehr gefährlich, ich bin froh, dass mir nichts passiert ist", meint Gasser nach dem Bewerb.

"Wenn ich mich verletzt hätte, weil man einen Contest unter solchen Bedingungen abhält, wäre das schlimm gewesen. Ich bin nicht auf mich selbst böse, ich bin nur böse und enttäuscht, dass es unter den Verhältnissen durchgeführt wurde", so die Kärntnerin weiter.

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"Alle wollten Absage - nur Anderson nicht"

Mitstreiterin Anderson hatte sich bei ihr am Montag nicht gerade beliebt gemacht. "Alle Mädels wollten, dass es verschoben wird, außer sie, weil sie wusste, dass sie bei solchen Verhältnissen einen Sicherheitsrun machen kann. Alle waren dagegen", erzählte Gasser.

Die Organisatoren hätten schon nach Lösungen gesucht, dann aber gesagt, wenn es heute nicht stattfindet, werde alles gecancelt.

"Sie hätten es absagen sollen"

"Das finde ich nicht fair, also hatten wir einen Druck. Dann sagte Jamie, Mädels, es ist nicht so schlimm, probieren wir es. Sie war der ausschlaggebende Punkt. Ich wusste, dass ihr das taugt. Weil bei guten Verhältnissen reicht ein Sicherheitslauf nicht."

Im Weltcup wäre ein Contest bei diesen Bedingungen nicht durchgeführt worden, ist sich Gasser sicher. Nicht anzutreten war aber keine Überlegung. "Olympia ist alle Jahre. Natürlich ist es schade, wenn man genau auf was hintrainiert, dass dann so was passiert."

Die drittplatzierte Rukajärvi sprang Gasser zur Seite: "Es war ziemlich gefährlich. Man wusste nicht, was einen erwartet. Sie hätten es absagen oder verschieben sollen." Anderson und Blouin indes meinten, es hätte keine Diskussionen vor dem Start gegeben.

Mehr als 50 Prozent Sturzquote

Nachdem am Vortag die Qualifikation wegen starken Windes abgesagt worden war, wurde die Finalentscheidung am Montag mit allen Teilnehmerinnen in nur zwei statt drei Runs durchgeführt.

Unterm Strich absolvierten 25 Teilnehmerinnen insgesamt 50 Runs, 32 davon endeten mit einem Sturz. Das Niveau war eines olympischen Bewerbs unwürdig, zumal die Boarderinnen in den vergangenen Jahren ihre Tricks stark verbessert und sich die Szene deutlich entwickelt hatte.

"Vom Veranstalter enttäuscht"

"Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin vom Veranstalter enttäuscht, dass er das heute durchgezogen hat", schüttelte Gasser abermals den Kopf.

"Jede hatte einen anderen Wind, und echt Gute wie die Japanerinnen hatten einfach keine Chance. Man hat wirklich ein Glück haben müssen mit dem Wind und dass man keine Böe bekommt. Eine olympische Medaillenentscheidung soll keine Wind-Lotterie sein."

"Die Runs in Sotschi waren besser"

Die Freestylerinnen wurden unter ihrem Wert verkauft, das wusste auch Gasser. "Vom Fahrerischen können wir Mädels mehr, das war jetzt keine gute Show für unseren Sport. Die Runs in Sotschi waren besser als hier. Es gibt so viel Progression im Sport, dass es schade ist, dass wir das nicht zeigen haben können."

Aufgrund der langsamen Verhältnisse wegen des Gegen- und Aufwindes landeten viele Läuferinnen einfach zu kurz.

Anderson: "Run hätte nicht fürs Finale gereicht"

"Im ersten Run habe ich noch den Double gezeigt, ich dachte mir, vielleicht brauche ich das. Jetzt im Nachhinein, nachdem ich den Winning Run von Jamie gesehen habe, denke ich mir, hätte ich ihn nicht riskieren müssen. Aber das weiß man einfach nicht", sagte Gasser.

Sie selbst griff bei der Landung in den Schnee, weil sie zu weit war, und verzichtet auf einen weiteren Trick. Anderson gab zu: "Bei anderen Contests hätte mein Run kaum für das Finale gereicht."

Gasser vom Winde verweht

Als Zwölfte ging Gasser in die Entscheidung, hielt sich in der Rail-Sektion schadlos, geriet aber auf dem vorletzten Kicker zu weit. "Ich kann nicht einmal sagen, dass ich selber viel Schuld daran hatte. Ich hatte einfach eine Windböe nach unten und bin fünf Meter weiter als geplant gesprungen."

Sie wisse, wenn sie ihren Run gelandet hätte, wäre sie vorne mit dabei gewesen, aber wenn der Speed nicht passe, gehe das nicht. Im Big Air hofft sie nun auf faire Verhältnisse, dort ist sie Topfavoritin.

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