Trade-Deadline! Was passiert bei Raffl und Co.?

Trade-Deadline! Was passiert bei Raffl und Co.?
 

Am Montag, dem 25. Februar um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit fällt die Trade-Deadline der laufenden NHL-Saison. Teams, die noch realistisch um die Playoffs und den Stanley Cup kämpfen, müssen sich bis zu diesem Zeitpunkt um letzte Verstärkungen bemühen.

Für Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl war diese Deadline in den vergangenen Jahren immer eine bedeutungsvolle, die öfter zum Umzug eines österreichischen Legionärs führten.

Wie es 2019 um die Aussichten der Teams bestellt ist, bei denen ÖEHV-Cracks mitwirken, und ob die Österreicher selbst vielleicht vor einem Trade zittern müssen, weiß LAOLA1-Experte Bernd Freimüller:

Arizona Coyotes

Drei Punkte und zwei Ränge außerhalb der Playoff-Plätze in der Western Conference

Was zuletzt geschah:

Jordan Oesterle bekam einen neuen Zweijahres-Vertrag. In Trades im Jänner bzw. Februar kamen Jordan Weal (Philadelphia Flyers) und Emil Pettersson (Nashville Predators) nach Phoenix.

Was ist zu erwarten?

Die beiden Deals mit den Flyers und Predators hatten einen kleinen Nebeneffekt: Mit Jacob Graves bzw. Laurent Dauphin und Adam Helewka gingen drei Minor Leaguers. Dieser Zwei-für-Drei-Deal hatte den Nebeneffekt, dass Arizona von der Höchstgrenze von 50 NHL-Verträgen auf 49 abrutschte.

Denn eines kann in Phoenix immer passieren: Die Aufnahme von "toten Verträgen" im Tausch für junge Prospects oder Draftrechte. Beispiele im jetzigen erweiterten Kader wären Dave Bolland und Marian Hossa.

Sonstige größere Trades würden eher überraschen. General Manager John Chayka hatte heuer kaum die Möglichkeit, seinen Kader auf seine Playoff-Tauglichkeit abzuklopfen, zu zahlreich waren die Verletzungen (mehr als 300 Man Games Lost). Schön langsam wird das Team aber wieder fit und Chayka hat schon mehrmals betont, dass er sich nicht gerne von Deadlines treiben lässt. Angesichts der Verletzungsmisere stehen die Coyotes ohnehin fast sensationell da, was aber auch den Leistungen der inkonstanten Konkurrenz im sehr schwachen Western gestundet ist.

So beunruhigend die langwierige Augenverletzung für Michael Grabner auch ist, einen kleinen angenehmen Nebeneffekt hat sie: Ein Trade, der im ersten Jahr seines Vertrags ohnehin kaum ein Thema gewesen wäre, ist damit völlig vom Tisch.

Nach den Verletzungen von Christian Dvorak und Nick Schmaltz käme ein Center natürlich recht. Jordan Weal war hier jedoch ein guter Zuzug, Brad Richardson ist wieder fit und Dvorak hat seinen Conditioning Stint in der AHL begonnen. Chayka kann genauso gut ein Buyer oder ein Seller werden, wahrscheinlich aber nur im kleinen Rahmen. Richard Panik ist neben Weal, Mario Kempe und Backup-Goalie Calvin Pickard einer von vier anstehenden Unrestricted Free Agents, der launenhafte Slowake ist davon sicher der interessanteste Name. Andererseits sollten die Coyotes eher Scorer suchen denn abgeben...

Detroit Red Wings

Ohne Playoff-Chancen in der Eastern Conference (16 Punkte Rückstand)

Was zuletzt geschah:

Trotz (oder wegen) der bald augenscheinlichen Chancenlosigkeit im Rennen um einen Playoff-Platz wickelte GM Kenny Holland seit Saisonbeginn lange keinen Trade ab. Wäre auch nicht so leicht gewesen, schließlich mangelt es an Cap-Space (derzeit knapp vier Millionen US-Dollar) und Spielern ohne No-Trade oder No-Movement-Clauses. Insgesamt zehn Spieler verfügen über solche, darunter auch Thomas Vanek.

Am Freitag schickte Holland jedoch den soliden Defender Nick Jensen nach Washington, gemeinsam mit einem Fünftrunden-Pick im Tausch für Verteidiger Madison Bowey und einen Pick in der zweiten Runde.

Was ist zu erwarten?

Unproduktive, alte Spieler mit überhöhten Fix-Verträgen (Detroit hat die vierthöchste Payroll der Liga), dazu noch eine Organisation, die nichts von einem krassen Rebuild hält – selbst wenn Holland bis Montag einen Gesinnungswandel durchläuft, werden die Interessenten nicht Schlange stehen. Der kleine schwedische Flügel Gustav Nyquist könnte am ehesten vor einem Adresswechsel stehen, an der Seite des überragenden Dylan Larkin spielte er eine gute Saison und wird im Sommer zum UFA. Goalie Jimmy Howard wäre sicher für einige Teams interessant, aber er möchte eigentlich in Detroit bleiben und die Red Wings haben keinerlei Qualitäts-Goalies am Horizont. Center Luke Glendening ist ein weiterer Kandidat für einen Trade, der aber wohl keinen großen Return (siehe Jensen) einbringen würde.

Große Moves würden überraschen, NTCs, NMCs und langfristige Verträge für Spieler im Alter von 30+, wohin man schaut – die Reserve List der Red Wings ist eine Horror-Show. Thomas Vanek hat immerhin die Gewissheit, dass er heuer im Gegensatz zu den Trade Deadlines 2014, 2017 und 2018 das Heft selbst in der Hand hat. Detroit war die einzige Organisation, die dem 35-jährigen eine NTC gab und es wird wohl auch kein anderes Team geben, das an der Auflösung derselben interessiert ist.

Philadelphia Flyers

Acht Punkte und drei Teams außerhalb der Playoff-Plätze in der Eastern Conference

Was zuletzt geschah:

25 von möglichen 30 Punkten brachten die Flyers wieder in die Nähe der Playoff-Plätze, zuletzt folgten aber zwei Niederlagen. GM Chuck Fletcher muss sich bis Montag entscheiden – ist er ein Buyer oder Seller? Oder lässt er alles beim Alten? Mit Anthony Stolarz (im Tausch für seinen Amtskollegen Cam Talbot) tauschte er zuletzt einen anstehenden UFA-Goalie für einen anderen – das wird die Nadel im heurigen Saisonverlauf nicht groß zum Ausschlag bringen. Zuvor holte er aus Montreal Dave Schlemko und Byron Froese für Dale Weise und Christian Folin. Beide Zugänge spielen aber beim Farmteam Lehigh Valley.

Flyers-CEO Dave Scott mahnte am Tag nach dem Rauswurf von Fletchers Vorgänger Ron Hextall Aktivitäten zur Trade Deadline ein – ob das noch gilt?

Was zu erwarten ist:

Ein weiterer zukünftiger UFA, der immer wieder als sicherer Abgang genannt wird: Wayne Simmonds. Der immer noch kraftvolle und vorbildliche Power Forward würde trotz einer durchschnittlichen Saison (zuletzt ein Tor in 15 Spielen) sicher einen guten Return (hohen Pick und/oder guten Prospect) einbringen. Sein Schicksal könnte sich am Montag allerdings erst entscheiden, wenn Namen wie Mark Stone oder Artemi Panarin vom Markt sind oder (im Falle von Panarin) auf diesem gar nicht erscheinen.

Wie sieht’s um Michael Raffl aus? Er ist der einzige der drei NHL-Österreicher, die vor und am Montag sicher zittern müssen. Interessenten würden für Raffl nach einer durchwachsenen Saison sicher nicht viel anbieten, aber die Flyers haben sehr viele junge Stürmer für nächste Saison am Horizont und Raffl hat mit seiner Fähigkeit, in jeder Linie spielen zu können, sicher einen gewissen Wert. Fletcher könnte daher irgendeinen Return (=später Draft Pick) gar keinem im Sommer vorziehen.

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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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