Freimüller nennt Gründe für Versagen der Flyers

Freimüller nennt Gründe für Versagen der Flyers Foto: © getty
 

Michael Raffl und seine Philadelphia Flyers durchleben bisher eine NHL-Saison zum Vergessen.

Nach 45 Spielen hält Philly bei 38 Punkten und damit die rote Laterne in der Eastern Confernce in Händen. Der Abstand zu den Playoff-Plätzen beträgt bereits 15 Zähler.

Auch für Raffl persönlich läuft es nicht gut. Der Villacher erzielte in 31 Partien nur zwei Treffer und verbuchte fünf Assists. Zusätzlich hält der 30-Jährige bei 20 Strafminuten und einer Plus-Minus-Statistik von +2.

Doch was genau ging in der "City of brotherly love" bisher schief? LAOLA1-Experte Bernd Freimüller weiß es und wagt einen Ausblick:

Was lief für die Flyers schief?

Es fehlt an Scorern: Sean Couturier (16 Tore), Claude Giroux (14) und Wayne Simmonds (13) sind die Top-Goalgetter des Teams, aber keiner von ihnen hat die 20-Tore-Marke erreicht.

Der 29-jährige Tscheche Jakub Voracek steht mit 11 Treffern überhaupt desaströs da, der für Tore aus der Nahdistanz geholte James van Riemsdyk fiel zu Saisonbeginn längere Zeit aus und hält bei acht Treffern. Das katastrophale Powerplay (12,8 Prozent) passt in dieses Bild.

Goalie-Probleme: Gilt bei den Flyers fast per "Paste and Copy" seit Jahrzehnten. Es muss nicht unbedingt eine schlechte Saison bedeuten, wenn viele Goalies zum Einsatz kommen (siehe Vegas Golden Knights letztes Jahr), doch Philly trieb es heuer auf die Spitze.

Der gerade erst aus Vancouver verpflichtete Mike McKenna (35) war bereits der siebte Flyers-Torhüter der laufenden Regular Season. Kein Wunder: Martin Neuvirths Körper wird schon seit Jahren scheinbar mit Tixo und Büroklammern zusammengehalten, Brian Elliott liegt auch schon die zweite Saison darnieder.

Im darauffolgenden Karussell kam mit Carter Hart auch der Hoffnungsträger für die Zukunft zum Einsatz, weist von allen die besten Stats auf, etwas mehr AHL-Erfahrung würde aber sicher auch nicht schaden.

Kein Development der Youngsters: Die beiden Defender Ivan Provorov und Shayne Gostisbehere machten aktuell einen Schritt zurück statt noch vor, ihre Plus-Minus-Werte (-17/-16) sind desaströs. Angreifer Travis Konecny tritt ebenfalls auf der Stelle, ähnliches gilt für Nolan Patrick, dessen Offensive sehr überschaubar ist. Gostisbehere hat sein Können als PP-Defender schon länger bewiesen, sollte wieder zu alter Form finden. Aber hat man den Rest der Youngster vielleicht überschätzt?

Welche Maßnahmen wurden gesetzt?

Abseits des Eises wurden bereits alle Reißleinen gezogen: Chuck Fletcher ersetzte den angeblich zu passiven Ron Hextall als GM, ersetzte nach einer kurzen Anlaufzeit auch Head Coach Dave Hakstol durch Scott Gordon.

Besser wurde dadurch nichts, eher im Gegenteil: Eine acht Spiele andauernde Niederlagen-Serie beendete die letzten Hoffnungen auf die Playoffs. Nennenswerte Trades machten weder Hextall noch Fletcher.

Was steht für den Rest der Saison an?

Es würde überraschen, wenn Fletcher den Kern des Teams sprengen würde, allerdings scheint es, als ob dieser zu großen Taten einfach nicht fähig ist. Dealt er vielleicht Provorov gegen einen anderen Youngster und erspart sich damit die Verhandlungen über dessen ersten Anschlussvertrag?

Jubeln Raffl und Simmonds bald nicht mehr gemeinsam?
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Eher realistisch: Wayne Simmonds muss seine Koffer packen. Der 30-Jährige wird im Sommer ein UFA, eine Vertragsverlängerung fand noch nicht statt. Der kraftvolle Flügel würde vor oder zur Trading Deadline am 25. Februar sicher einen guten Gegenwert besitzen – entweder einen Spieler, der das Team besser machen kann oder Draftpicks und/oder Prospects.

Ein größerer Umbau könnte dann im Sommer stattfinden.

Wie verläuft die Saison für Michael Raffl?

Bescheiden, und das ausgerechnet in einem Vertragsjahr. Eine Knieverletzung kostete ihm mehr als einen Monat, davor und danach bewies er wieder, dass er im Line-up rauf und runter spielen kann, allerdings mit überschaubaren Scorer-Zahlen. Derzeit spielt er in der vierten Linie an der Seite von Career-Minor-Leaguer Phil Varone und Dale Weise.

Natürlich ist auch der Villacher ein Thema für einen Trade, mehr als einen Mid-Round-Pick kann Fletcher als Gegenleistung allerdings nicht erwarten.

Nicholas Aube-Kubel wäre ein möglicher Ersatz aus dem Farmteam Lehigh Valley Phantoms. Andrerseits: Nach einer Saison wie dieser kann Raffl keine großen Forderungen stellen, könnte daher für Fletcher auch zum Thema werden. Noch dazu, wo er mit Claude Giroux, Voracek und Van Riemsdyk ein Trio unter Vertrag hat, das gesamt knapp 24 Millionen Dollar verdient.

Aber irgendwo und irgendwann muss der GM den Kader heuer noch verändern, sonst gilt er als gleich tatenlos wie sein Vorgänger.

Simmonds und Raffl sind als anstehende UFAs die wahrscheinlichsten Kandidaten. Der Österreicher könnte daher heuer die Playoffs erreichen, wenn auch nicht in einer Flyers-Uniform...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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