Die Strafe war komplett unnötig.
Weitere 70 Sekunden später legte die Slowakei das 0:2 nach, dann kam es noch schlimmer. Wegen einer Tätlichkeit, einem Cross-Check gegen den Hals, wurde Vinzenz Rohrer vom Spiel ausgeschlossen. "Die Strafe war komplett unnötig", findet Bader deutliche Worte.
In der folgenden Überzahl netzte die Slowakei zwei Mal. "Wenn man eine Fünf-Minuten-Strafe gegen so eine Mannschaft hat, muss man damit rechnen, dass das eine oder andere Tor fällt. Sowas wird einfach bestraft, das müssen wir extrem lernen", so der Schweizer.
Wieso das Toreschießen so schwer fällt
Der Ehrentreffer durch Ali Wukovits kurz vor der zweiten Drittelpause war ein dringend benötigtes Lebenszeichen, zugleich wurde die Torsperre bei diesem Turnier nach fast 100 Minuten endlich gebrochen.
Die Spieler sind es einfach gewohnt, viel mehr Zeit zu haben.
Warum Österreich das Toreschießen so schwer fällt, ist für den Teamchef leicht erklärt: "Wir tun uns international generell schwer, wenn unsere absoluten Topscorer nicht dabei sind. Die Spieler sind es einfach gewohnt, viel mehr Zeit zu haben."
Auf diesem hohen Niveau gibt es diese allerdings nicht. Bader: "Deshalb schießen wir so oft neben das Tor, weil wir einfach zu lange den Puck herrichten, bis wir den Schuss ansetzen. Wir schießen auch zu wenig direkt."
Die Ursache dafür sieht der Schweizer in der geringen Vorbereitungszeit. "Bei der WM-Vorbereitung haben wir fünf Wochen mit neun, zehn Spielen, wo wir Woche für Woche immer besser sind und bei der WM dann bereit sind. Hier hatten wir zwei Trainings."
Mehr Feuer im Schlussdrittel
Im Schlussabschnitt zeigte die ÖEHV-Equipe deutlich mehr Intensität, verbuchte durch Lucas Thaler (43., 50.) und Simeon Schwinger (49.) mehrere Topchancen auf das 2:4.
Haudum meint: "Wir haben schon gesagt, dass wir etwas mehr Feuer zeigen müssen. Wir dürfen nicht darauf warten, was sie machen. Das haben wir teilweise besser gemacht." Bader ergänzt: "Wir haben gut dagegengehalten."
Trotzdem stellte die Slowakei mit zwei späten Treffern den 1:6-Endstand her. "Das letzte Drittel war gut, wir sollten es eigentlich nicht verlieren", meint der Teamchef.
Man könne trotzdem viel aus dem Spiel lernen, sagt Unterweger. Konkret: "Wir dürfen nicht so kompliziert spielen, auch in der eigenen Zone können wir es viel simpler halten. Wir müssen nicht immer die spielerische Lösung finden, müssen unseren Speed nutzen. Das haben wir viel zu wenig gemacht."
Bader möchte "unser bestes Spiel" gegen Lettland sehen
Ein abschließendes Spiel gibt es am Sonntagvormittag (11:00 Uhr) gegen Lettland noch, dort will Österreich die erfolgsbringenden Tugenden der letzten Jahre endlich aufs Eis bringen.
"Ich möchte sehen, dass wir unser bestes Spiel machen", sagt Bader. "Dass wir von Anfang an den Körper einsetzen, dass wir die Botschaft dieses Turniers begriffen haben. Es geht alles viel schneller und körperbetonter, das müssen wir gegen Lettland auch machen."
Unabhängig des Ausgangs betont Bader: "Wir wollen gegen solche Gegner spielen, auch wenn es dann vielleicht schmerzt, wenn man verliert."