Ein starker Hauch der ÖEHV-Zukunft

 

Das Eishockey-Jahr beginnt mit Länderspielen. Und zwar besonderen.

Das gilt für das Olympia-Qualifikationsturnier ab Donnerstag in Bratislava sowieso, immerhin geht es um die für Eishockey-Österreich enorm seltene Chance, im Februar in Peking unter den fünf Ringen zu spielen.

Auch die beiden Testspiele gegen Ungarn (Sa., ab 16:30 Uhr im LIVE-Ticker) und Italien (So., ab 16:30 Uhr im LIVE-Ticker) vor der kurzen Fahrt in den Osten haben aber bedeutende Aspekte zu bieten. Immerhin wird ein kleiner Blick in die ÖEHV-Zukunft möglich sein.

Nicht nur, weil Marco Rossi seine ersten Einsätze im A-Nationalteam auf das Eis legen wird. Die Team-Konstellation, etwa mit der Abwesenheit von Michael Raffl, Konstantin Komarek und Fabio Hofer, will es so, dass der Jugend eine tragende Rolle zuteil wird.

Mit Benjamin Baumgartner (21) und Lukas Haudum (24) sind zwei weitere Center für die Tests in der Anfangsphase ihrer Karrieren.

Dazu kommen mit Sebastian Wraneschitz und Alexander Schmidt zwei Goalie-Youngster, die für Bratislava Außenseiter sind, aber hinter den routiniertern Schlussmännern in den Startlöchern scharren.

Routiniers wollen Rossi den Druck nehmen

Dass viele Augen auf Rossi gerichtet sein werden, ist durch seine Rolle als NHL-Hoffnung naheliegend. Zumal er Österreichs einziger NHL-Beitrag sein wird: Michael Raffl war das Verletzungsrisiko zu groß, er muss sich in seinem Einjahres-Vertrag bei den Dallas Stars von Beginn weg voll beweisen.

Obwohl Rossi erst seit Mitte Mai wieder am Eis steht, ist der Coach nach den ersten Trainings happy mit dem körperlichen Zustand des 19-jährigen Vorarlbergers.

"Er ist seit Wochen auf dem Eis und trainiert auf gutem Niveau. Er zeigt auch hier, wie gut er als Spieler wirklich ist. Ich bin gespannt und glaube, er wird sehr viel Freude machen", so Bader, der zu große Erwartungen aber ablehnt, zu LAOLA1.

VIDEO - Das sagt Rossi selbst:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)

"Es geht darum, dass er jetzt einmal ein gutes Turnier spielt, dann rüber nach Minnesota geht und Schritt für Schritt seine Karriere vorantreibt. Aber er und Benjamin Baumgartner sind die 'Next Generation', die wir schon jetzt dabei haben."

Auch die Mitspieler erkennen das Talent schon nach wenigen Einheiten, wollen aber Druck von Rossis jungen Schultern nehmen. "Wir werden schauen, dass alles im Rahmen bleibt. Es ist nicht so leicht, so jung zu sein und so viel Druck von außen zu bekommen", meint etwa Verteidiger Dominique Heinrich.

Ob NHL oder nicht: Für den ÖEHV wertvoll

Baumgartner und Haudum sind keine neuen Gesichter, steigen in der Hierarchie aber kontinuierlich.

Baumgartner wusste seit seinem Team-Debüt rund um die A-WM 2019 stets zu überzeugen, hat als Sechstrunden-Pick der New Jersey Devils auch gewisse NHL-Aussichten.

"Rossi und Baumgartner sind zwei spielerische, junge Top-Talente, die auch athletisch schon hervorragend und voll akzeptiert sind. Ich bin überzeugt, Marco wird es schaffen, diese Saison NHL zu spielen. Benni wird auch irgendwann dort landen. Ich habe Vorbereitungsspiele von Lausanne gesehen, Baumgartner war mit Abstand der beste Spieler", ist Bader von seinen Schützlingen überzeugt.

Haudum, der sich 2019 nach einigen Jahren Schweden zur Heimkehr entschied und seither beim KAC spielt, hat für sein Alter schon eine gute Zahl an Länderspielen gesammelt und war etwa bereits bei der letzten Olympia-Quali dabei. Dennoch zählt er mit 24 noch zu den Spielern mit mehr Zukunftspotenzial, das er etwa beim Beat-Covid-19-Turnier in Ljubljana besonders zeigen konnte.

Als jüngster Beitrag zum Klagenfurt-Sextett im Kader ist er auch ein Archetyp der ÖEHV-Stützen, da sich Bader immer auf die Spieler der besseren ICE-Klubs verlassen kann und neben den sechs KAClern auch diesmal sechs Salzburger dabei hat.

Auch ganz hinten neue Zukunftsaussichten

Und dann wäre da noch die Torhüter-Position.

Zwar ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Capitals-Duo Bernhard Starkbaum und David Kickert in der Pole Position für die Olympia-Quali steht, Bader hatte bei der Junioren-WM aber viel Freude mit Sebastian Wraneschitz, dem sein unglaubliches Turnier sogar den Sprung in die kanadische WHL zu den Victoria Royals ermöglichte. Auch auf ihn könnte bei günstigem Verlauf der nächsten Karriereschritte Großes in Übersee warten.

Starkbaum, zuletzt bei den Capitals lange Seite an Seite mit Wraneschitz tätig, ist zuversichtlich: "Sebi ist um einiges weiter, als ich in dem Alter war. Da habe ich noch nicht einmal eine richtige Technik beherrscht! Er ist ein vifer Bub, der viel an sich arbeitet, und auch Sachen zu Herzen nimmt."

Ob er diesmal auf dem Eis stehen wird oder nicht, in Zukunft wird er immer eine mögliche Antwort auf die Schlussmann-Frage sein.

In Bratislava geht es ohnehin für alle Beteiligten darum, sich den Olympia-Traum jedes Sportlers zu erfüllen. Ob er ganz am Anfang der Karriere, oder doch erst später in Erfüllung geht, macht dabei keinen Unterschied.

Österreich - Ungarn: Samstag, ab 16:30 Uhr im LIVE-Stream>>>

Österreich - Italien: Sonntag, 16:30 Uhr im LIVE-Stream>>>

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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