Ausrufezeichen des Kaders
Der ungarische Kaderkern ist zwar mit dem der Top-Teams der Liga nicht zu vergleichen, aber doch brauchbar. Einige Cracks stießen im Laufe der Saison an ihre Grenzen und wechselten danach in die ungarisch-rumänische Erste Bank Liga.
Dafür kamen gleich vier Spieler mit Nationalteam-Erfahrung, von denen Defender Tamas Ortenszky – lange in der Schweiz tätig – die größte Soforthilfe sein sollte.
Mit Ramus Bengtsson und Jesper Lindgren verlängerten zwei Defender (spät) ihre Verträge, die letzte Saison viel Eiszeit schulterten und in allen Situationen am Eis standen. Gerade Bengtsson mit seiner Bierruhe hätte auch anderen ICE-Teams weiterhelfen können.
Mit Defender Paavo Tyni (lange verletzt) und den Stürmern Topi Rönni, Jussi Tammela und Aku Kestilä blieben vier weitere Legionäre, dazu Coach Timo Saarikoski. Eine lange Eingewöhnungszeit in die jetzt schon bekannte ICE sollte es daher nicht geben.
Zu Ortenzsky kommen noch Zeteny Hadobas, Milan Horvath sowie eben drei bewährte Legionäre – die Defensive ist nicht unbedingt ein ICE-Prunkstück, sollte aber doch wie in der letzten Saison einige knappe Partien ermöglichen.
Fragezeichen des Kaders
Bis ungefähr zur Hälfte des letztjährigen Grunddurchgangs schaute das Goaltending noch passabel aus – Backup Kristof Nagy etablierte sich kurzzeitig sogar als Nummer eins, Bence Balizs agierte besser als erwartet.
Als dann Nagy zurückfiel und nur mehr Balizs drankam, war Schicht im Schacht – der 36-Jährige gab eine Unzahl von fragwürdigen Gegentreffern her, vor allem bei flachen Schüssen. FTC geht mit dem gleichen Duo in die Saison, eine Formverbesserung würde überraschen.
Mit Brady Shaw, Tyler Coulter und Nachverpflichtung Gordie Green kamen im Sommer gleich 48 Treffer abhanden. Mit Center David Silye und Winger Carter Savoie unterschrieben dafür zwei neue Nordamerikaner. Faceoff-Spezialist Silye war die letzten zwei Jahre immerhin AHL-Stammspieler, allerdings in der vierten Linie mit dementsprechenden Scorerzahlen. Kann er seine Offensive aus dem College wiederfinden?
Savoie hingegen gilt als beweglicher Sniper, was er auch in der Slowakei bewies. Garantie gibt es natürlich keine, aber sie versprechen Hoffnung.
Beim Einstieg in die Liga schwärmte die Führung (wie bei jedem Kandidaten) vom wirtschaftlichen Potential des Neulings. Auf neue Ligasponsoren aus Ungarn wartet man jedoch weiter und die Abwahl von Viktor Orban verheißt allgemein für den Sport und für alle Sparten von Ferencvaros nichts Gutes. Die Gehälter bei der Legionärssuche mussten dementsprechend angepasst werden.
Hier könnte nachgerüstet werden
Ein Legionärsplatz wäre noch offen, in Budapest schlagen neue Ausländer oft erst an einem Spieltag auf. Nachverpflichtungen oder Tausche während der Saison würden nicht überraschen.
Ausblick
FTC Budapest könnte sich auch heuer wieder ins Rennen um die Pre-Playoff-Plätze einmischen, so sie nicht wieder zum wandelnden Lazarett werden...