Das tat die ICE auch in einer Abstimmung vor der Saison: Aus drei Daten wurde der 16. Februar (der 15. fällt auf einen Sonntag) in einer Abstimmung gewählt. Allerdings mit Ausnahmen: Spieler, die sich bei Olympia verletzten, könnten bis zum 2. März ersetzt werden.
Was ist LTIL?
So weit, so gut und auch logisch, knapp zwei Monate später war alles anders: Einige Vereinsmanager murrten bei einer Tagung im Dezember über eine eventuelle Chancenungleichheit, es kam zu einem Umdenken und einer Neuerung.
Lyle Seitz als Director of Hockey Operations entwarf ein Schreiben bezüglich "Long Term Injured List" (LTIL). Lose an etwas Ähnliches in der NHL angelehnt (die ICE gibt sich gerne als Mini-NHL), sollten Spieler, die mindestens 14 Tage ausfallen, auch nach der ICE-Deadline ersetzt werden können. Wird der urspüngliche Spieler dann wieder fit, können er und sein Ersatz im Kader bleiben.
Ob der Ersatz ein In- oder Ausländer ist, ist egal. Schließlich gilt die große Klammer weiter: Die Team dürften über die ganze Saison maximal 26 Domestic Player (einheimische Ü24-Spieler) oder Legionäre jeden Alters anmelden, wobei die Anmeldung der Domestic Players erst mit dem fünften Einsatz schlagend wird.
Kein Team kommt bisher auf diese Zahl, Bozen weist mit 24 Spielern den Höchstwert auf. Diese agierten auch vorausschauend so, dass sie den Kader bezüglich Playoffs frühzeitig verbreiterten, indem Goalie Christopher Gibson, Matt Cairns und Matteo Gennaro im Laufe der Saison verpflichtet wurden.
Alte Transferregeln widersprechen den neuen
Andere Teams wie Villach oder Ljubljana, die jetzt mehrere verletzte Defender aufweisen, können noch in den nächsten Tagen nachlegen, obwohl die eigentliche Deadline schon vorbei ist - LTIL machts möglich.
Überflüssig anzumerken, da für die Liga typisch: Die LTIL-Regelungen wurden nie offiziell publiziert, das Game Book weist lediglich die alten Transferregeln auf, die den neuen Regeln sogar widersprechen.
Zu dieser neuen Regelung kommen bereits bestehende, sodass die ganze Lage ziemlich unübersichtlich ausfällt. Hier daher ein Beispiel aus der Praxis:
Der VSV hat mit Steven Strong, Thomas Vallant und Dylan MacPherson derzeit drei verletzte Defender.
Können sie einen neuen Legionär aus dem Ausland holen?
Ja. Sie haben zwar schon elf unter Vertrag, aber regeltechnisch spricht nichts dagegen.
Einen neuen Legionär aus der Liga holen?
Nein. Für liganinterne Legionärswechsel gilt die Deadline 30. Dezember. Dabei gilt immer das Land des aufnehmenden Teams als entscheidend. So könnte etwa der Slowene Anze Kuralt von Fehervar noch nach Ljubljana wechseln, zu jedem anderen Team jedoch nicht.
Einen österreichischen Verteidiger aus dem Ausland holen?
Fallen mir zwar nicht viele ein, aber theoretisch wäre es möglich.
Einen österreichischen Defender von einem ICE-Konkurrenten, etwa den Schlusslichtern Innsbruck oder den Pioneers?
(Noch) nicht. Dagegen spricht eine ebenfalls im Dezember neu festgelegte Regelung: Um den jährlichen Ausverkauf eben dieser Teams vorzubeugen, müssen sie ab heuer einen Kernkader von 15 Skatern und einem Goalie festlegen, die bis zum letzten Spiel nicht abgegeben werden dürfen.
Diese Kader sind offiziell nicht ersichtlich, aber sie sorgten wirklich dafür, dass es zu keinem Winterschlussverkauf kam. Nur Roberts Bukarts (sein Vertrag lief auch aus) und Devin Steffler verließen die beiden Teams, die anderen Vereine kämpfen sowieso noch um die Pre-Playoffs.
Tohuwabohu nach dem letzten Spieltag?
Nach dem letzten Saisonspiel am kommenden Sonntag ist alles anders - in den darauf folgenden knapp 24 Stunden bis zur IIHF-Deadline am 2. März um Mitternacht können die Nicht-Playoff-Teams ihr Tafelsilber verscherbeln.
Das heißt: Der VSV kann sich dann mit Ramon Schnetzer oder Michael Kernberger verstärken, Legionäre können alle noch in Ligen gehen, deren Transferfenster noch offen ist (z. B. DEL, Liiga oder EIHL).
Logisch, dass solche Transfers schon diese Woche angeleiert werden, am kommenden Montag nur noch die notwendigen Papiere ausgefüllt und weitergeleitet werden müssen.
Der Markt gibt nicht viel her
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht, ist seit jeher das Motto der ICE. Das Resultat dieser Regelungen werden noch einige Signings bis Montag sein.
Allerdings: Der Markt ist völlig ausgetrocknet, nicht nur der VSV kam vor kurzem auf der Suche nach einem Defender mit einem Angreifer (Joel Teasdale) im Einkaufswagerl zurück. Dazu kommt auch noch, dass kurzfristige Änderungen für die Playoffs noch selten einschlugen.
Ljubljana etwa, die im Gegensatz zum VSV wenigstens nicht durch die Pre-Playoffs müssen, muss nicht nur zwei Defender und einen Goalie von hoffnungsfacher Qualität finden, sondern diese dann auch integrieren.
In der nächsten Saison werden die IIHF- und ICE-Deadlines wieder gleichgeschaltet sein. Das wäre ein guter Anlass, die LTIL-Regelung gleich wieder ersatzlos zu streichen...