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Wie ein Capitals-Youngster für Sprechchöre sorgt

Felix Koschek erzielt sein erstes Tor vor den Wiener Fans, danach hallt sein Name von der Westtribüne. Warum die großen Emotionen trotzdem ausbleiben und wie es weitergeht.

Wie ein Capitals-Youngster für Sprechchöre sorgt Foto: © GEPA

"Felix Koschek, Felix Koschek", hallt es von der Westtribüne der Vienna Capitals.

Von den Sprechchören des Fanklubs "Icefire" wirkt der 20-Jährige etwas peinlich berührt, ein Teamkollege muss ihm einen Schubser geben, damit Koschek die Jubelwelle vor den Fans anstimmt.

"Es ist schon cool", gibt das Wiener Eigengewächs auf LAOLA1-Nachfrage zu, "aber ich bin nicht der Typ, der so viele Emotionen zeigt."

Ein Premierentor ohne große Emotionen

Wohl auch deshalb fiel der Torjubel nach seinem 1:0 gegen den VSV eher verhalten aus.

Es kann aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass der Flügelstürmer überrascht war, von der Villacher Defensive vor dem Tor völlig alleine gelassen worden zu sein. "Ich war schon ein wenig verwundert, dass ich so viel Zeit hatte", sagt Koschek.

Er hatte von Torhüter Rene Swette noch einen "Poke-Check" erwartet. Also den Versuch, dass ihm mit dem Schläger der Puck noch von der Schaufel weggeschlagen wird. "Aber ich hatte alle Zeit der Welt", meint der 20-Jährige ungläubig.

Das Tor ab 00:24 Minuten im Video:

(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)

Spieler sollen ihr Premierentor vor heimischer Kulisse schon einmal ausgelassener bejubelt haben. Ganz besonders jene, die von klein auf die hiesigen Vereinsfarben trugen.

Doch das soll das "tolle Gefühl", welches der Linksschütze nach seinem insgesamt dritten Treffer in der win2day ICE Hockey League verspürt hat, nicht schmälern. Seine ersten beiden Liga-Tore hatte er indes jeweils in Bozen erzielt.

Lücke mehr als ordentlich gefüllt

Es lässt sich durchaus behaupten, dass der Wiener beim Trainer seine Visitenkarte hinterlegt hat.

Aufgrund der angespannten Personallage - die Capitals mussten gegen den VSV auf sieben verletzte oder erkrankte Spieler verzichten - war Head Coach Kevin Constantine zum Handeln gezwungen.

Er beförderte Koschek von der vierten Angriffsreihe, in welcher der 2005er-Jahrgang den Großteil der Saison bislang verbracht hatte, in die erste Linie und damit an die Seite von Unterschiedsspieler Linden Vey sowie Mitch Hults.

"Er kann wirklich gut eislaufen, das kannst du nicht coachen."

Capitals-Coach Kevin Constantine

Constantine erläutert, warum die Wahl auf ihn fiel: "Mit seiner Leistung in den letzten zehn Spielen hatte er sich diese Chance verdient. Ich mochte sein Spiel in den letzten Wochen, und auch heute."

Denn auch abseits seines Treffers war Koschek eine der prägenden Figuren im Spiel der Wiener. Kurz nach dem 1:0 spielte er einen perfekt getimten Querpass auf Vey, der beinahe das 2:0 brachte. Er wirkte nie fehl am Platz und wusste vor allem mit seinem Speed zu imponieren.

"Er kann wirklich gut eislaufen, das kannst du nicht coachen", staunt Constantine. Dies sei ein Attribut in Koscheks Spiels, das ihm in seiner Karriere immer helfen werde.

Nächste Chance wartet bereits

Wohin besagte Karriere einmal führen könnte, sei noch zu früh vorherzusagen, betont der Capitals-Coach. Aber: "Mir gefällt der Weg, auf dem er sich gerade befindet. Er wird jedes Spiel ein wenig besser."

Koschek ist außerdem einer von ganz wenigen Eigenbauspielern der Capitals, die sich in den letzten Jahren ihren Weg aus dem Nachwuchs in die Profi-Mannschaft gebahnt haben - und dort dann auch aufzeigen konnten.

Constantine versucht, die Erwartungshaltung bewusst zu bremsen: "Er ist erst 20 Jahre alt. Jetzt geht es darum, sein junges Gehirn in das eines Profis zu verwandeln. In diesem Bereich muss er sich stetig weiterentwickeln." Doch seine Fortschritte sind vielversprechend.

Und weil die Ausfall-Liste bis zum nächsten richtungsweisenden Spiel gegen die Black Wings Linz am Freitagabend (19:15 Uhr im LIVE-Ticker >>>) weiter angewachsen ist, wird sich Koschek eine weitere Chance bieten, seine Aktie zu steigern.

Dann bringt er auch schon etwas mehr Routine mit, wenn er wieder vor die Fans treten soll.

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