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Diese Fragen entscheiden das Finale im ICE-Grunddurchgang

Wer holt Platz eins? Wer kämpft gegen das Saisonende an? Vor dem Finish im ICE-Grunddurchgang sind noch zahlreiche Entscheidungen offen.

Diese Fragen entscheiden das Finale im ICE-Grunddurchgang Foto: © GEPA

Drei Spieltage bleiben - und im Grunddurchgang der win2day ICE Hockey League ist noch längst nicht alles entschieden.

Am Mittwoch, Freitag und Sonntag werden die letzten Spiele in der Regular Season bestritten, in denen es für elf der 13 Teams noch um viel geht. Nur die Pioneers Vorarlberg und der HC Innsbruck wissen, dass ihre Saison nach dem 1. März sicher endet.

Vor dem Finish beantwortet LAOLA1 die wichtigsten offenen Fragen:

Wer gewinnt den Grunddurchgang?

Der Kampf um den ersten Platz hat sich am Sonntag nochmal zugespitzt. Durch den 4:2-Heimsieg im Pack-Derby sind die Graz99ers bis auf einen Zähler an den KAC herangerückt. Die Tabelle >>>

Meister Red Bull Salzburg hat bei zwei verbleibenden Spielen und sieben Punkten Rückstand keine Chance mehr auf den Grunddurchgangs-Sieg.

Der HC Bozen könnte mit drei ausstehenden Partien theoretisch noch an Graz und Klagenfurt vorbeiziehen, liegt jedoch acht Punkte hinter der Spitze.

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Graz und der KAC liefern sich einen Zweikampf um den Grunddurchgangs-Sieg
Foto: ©GEPA

Es läuft auf ein Fernduell zwischen dem KAC und Graz hinaus, beide Teams haben noch drei Runden zu absolvieren. Ein klarer Vorteil im Restprogramm ist nicht auszumachen.

Klagenfurt trifft daheim auf Innsbruck (Mittwoch) und die Vienna Capitals (Sonntag), muss dazwischen auswärts nach Bozen (Freitag). Für Graz stehen Reisen nach Wien (Mittwoch) und Linz (Sonntag) an, am Freitag gastiert der VSV im Bunker.

Sollte nach dem letzten Spieltag Punkte-Gleichstand herrschen, würden die 99ers auf Platz eins gereiht werden. Die Murstädter konnten das Head-to-Head mit 3:1 für sich entscheiden.

Der Grunddurchgangs-Sieg bringt nicht nur das erste Wahl-Recht beim obligatorischen Viertelfinal-Pick, sondern auch das Heimrecht in allen Playoff-Runden.

Wer schnappt sich die CHL-Tickets?

Diese Frage dürfte aller Voraussicht nach vor dem letzten Spieltag entschieden werden.

Die mit Abstand besten Karten haben auch in diesem Fall der KAC und die Graz99ers, nur der HC Bozen kann eine der beiden Mannschaften noch aus den Top 2 verdrängen. Sowohl Klagenfurt als auch Graz fehlen allerdings nur mehr zwei Punkte auf die fixe Teilnahme.

Den zwei besten Teams nach dem Grunddurchgang ist ein Platz für die kommende Saison der Champions Hockey League vorbehalten.

Das dritte CHL-Ticket geht an den Liga-Meister - sollte dieser die Regular Season in den Top 2 abgeschlossen haben, darf sich der Drittplatzierte nach dem Grunddurchgang über einen Spot im europäischen Klub-Wettbewerb freuen.

In dieser Hinsicht könnte also noch ein Kampf um Rang drei entflammen. Neben Salzburg (87 Punkte/46 Spiele) und Bozen (86/45) mischen auch Olimpija Ljubljana (82/46) und der HC Pustertal (79/45) noch mit.

Salzburgs Restprogramm: Fehervar AV19 (25.2./A), HC Innsbruck (1.3./H)

Bozens Restprogramm: Olimpija Ljubljana (25.2./A), KAC (27.2./H), Pioneers Vorarlberg (1.3./A)

Ljubljanas Restprogramm: HC Bozen (25.2./H), HC Pustertal (27.2./A)

Pustertals Restprogramm: Pioneers Vorarlberg (25.2./A), Olimpija Ljubljana (27.2./H), VSV (1.3./A)

Wer holt das Heimrecht für das Playoff-Viertelfinale?

Die fixen Playoff-Plätze waren bereits vor der Olympia-Pause vergeben, in den letzten Tagen haben sich der KAC und die Graz99ers zudem das Heimrecht im Viertelfinale gesichert. Dafür braucht es eine Endplatzierung in den Top vier.

Somit sind Salzburg, Bozen, Ljubljana und Pustertal noch in der Verlosung. Wer 89 Punkte erreicht, ist rechnerisch fix unter den vier besten Teams des Grunddurchgangs.

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Für Salzburg geht es um das Heimrecht im Viertelfinale
Foto: ©GEPA

Salzburg fehlen darauf noch zwei Punkte, angesichts des überschaubaren Restprogramms sollte dies keine große Hürde darstellen.

Auch Bozen könnte mit zwei Zählern bereits sehr gute Karten haben, bei drei Punkten aus den drei Begegnungen ist es den "Foxes“ garantiert.

Das direkte Duell zwischen Ljubljana und Pustertal nimmt den Verfolgern gegenseitig Punkte weg - und macht die 89-Punkte-Marke endgültig zur magischen Grenze für das Heimrecht.

An wen gehen die letzten Pre-Playoff-Plätze?

Lange machte kein Team ernsthafte Anstalten, sich entscheidend vom Rest abzusetzen. Mittlerweile ist dies den Vienna Capitals und dem VSV gelungen, beide haben sich ihren Platz in den Pre-Playoffs bereits gesichert.

Das bedeutet: Aus 3 mach’ 2. Die Black Wings Linz (59/46), Fehervar AV19 (57/45) oder FTC-Telekom Budapest (56/46) muss sich nach dem 1. März in die Sommerpause verabschieden.

Mit Blick auf die Ausgangslage hat der Liga-Neuling am Papier zwar die schlechtesten Karten, sein Schicksal aber (fast) selbst in der Hand. Am Freitag steigt das Heimspiel gegen die Black Wings Linz, am Sonntag folgt das ungarische Derby bei Fehervar AV19.

Sechs Punkte könnten in der Endabrechnung trotzdem nicht reichen, da das Head-to-Head gegen Fehervar bereits verloren wurde und jenes gegen Linz nur dann zu eigenen Gunsten ausgeht, wenn man mit sechs oder mehr Toren Unterschied gewinnt. Nichtsdestotrotz hätte der Hauptstadt-Klub wohl die besten Überlebenschancen.

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Die Saison der Black Wings könnte bereits nach dem Grunddurchgang vorbei sein
Foto: ©GEPA

Ein Jahr nach dem beinahe erreichten Finaleinzug droht den Black Wings diesmal das Saisonaus bereits nach dem Grunddurchgang. Am abschließenden Spieltag könnte gegen Graz eine wahre Zitterpartie warten.

Als einziger Anwärter des Trios hat Fehervar noch drei Spiele ausstehend, neben dem Derby als Grande Finale geht es gegen Salzburg (Mittwoch) und nach Wien (Freitag). Gewinnen die "Teufel" eine ihrer verbleibenden Partien, haben sie sehr gute Chancen auf das Pre-Playoff. Mit zwei Siegen wären sie fix durch.

Linz' Restprogramm: FTC-Telekom Budapest (27.2./A), Graz99ers (1.3./H)

Fehervars Restprogramm: EC Red Bull Salzburg (25.2./H), Vienna Capitals (27.2./A), FTC-Telekom Budapest (1.3./H)

Budapests Restprogramm: Black Wings Linz (27.2./H), Fehervar AV19 (1.3./A)

Wer wird MVP des Grunddurchgangs?

Fast schon naturgemäß kommen die heißesten Kandidaten auf die Ron Kennedy Trophy für den Most Valuable Player der Regular Season vom KAC und den Graz99ers.

Mathias From ist in seinem zweiten Jahr am Wörthersee noch einmal eine Leistungssteigerung gelungen, mit 54 Punkten belegt der Däne aktuell den zweiten Platz in der Scorerwertung. Er war damit an rund 20 Toren mehr als sein nächstbester Teamkollege Nick Petersen beteiligt, der allerdings zwölf Spiele weniger bestritten hat.

Der 28-Jährige ist damit heuer das Um und Auf im Klagenfurter Angriffsspiel. Beeindruckend war insbesondere sein 14 Spiele andauernder Scoring-Streak, lediglich in zehn Partien blieb er ohne Punkt.

Auf Grazer Seite stach Nick Bailen hervor. Der US-Amerikaner wurde in seiner Karriere bereits als bester Verteidiger der KHL und DEL ausgezeichnet.

Der Rechtsschütze ist der Denker und Lenker im Powerplay der 99ers, das mit einer Erfolgsquote von 25,85 Prozent das stärkste der gesamten Liga ist, und hat maßgeblichen Anteil am Grazer Höhenflug. Nur in acht Einsätzen blieb Bailen ohne Scorerpunkt, derzeit fällt der Routinier jedoch verletzt aus.

Ebenfalls gute Chancen auf die MVP-Krone sind dem Ljubljana-Duo Nicolai Meyer (Liga-Topscorer mit 57 Punkten) und TJ Brennan (meisten Punkte aller Verteidiger) zuzurechnen.

Wer ist "Coach of the Year" im Grunddurchgang?

Eine fiktive Trophäe – deren Einführung längst überfällig wäre.

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Gäbe es einen Award für den "Coach of the Year", würde dieser an Kirk Furey gehen
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Der Titel kann eigentlich nur an Kirk Furey gehen. Im dritten Jahr in Folge hat der KAC die Chance auf den Gewinn des Grunddurchgangs - und das trotz einer Verletztenliste, die sich über Monate hinweg wie ein roter Faden durch die Saison zog.

Mit Nick Petersen, Jan Mursak oder Jesper Jensen Aabo fehlten immer wieder zentrale Leistungsträger, für Kapitän Thomas Hundertpfund ist die Saison sogar vorzeitig zu Ende. Dennoch blieb Klagenfurt konstant an der Spitze.

Furey hat gemeinsam mit Co-Trainer David Fischer eine Kultur entwickelt, in die jedes neue Puzzleteil nahtlos integriert werden kann. Vor allem Nachwuchsspielern wie David Waschnig oder Johannes Dobrovolny wurde der Einstieg ins Profigeschäft so massiv erleichtert.

Der KAC steht unter F&F für aggressives, offensiv orientiertes Eishockey, in dem die neutrale Zone schnell überbrückt und der Gegner permanent unter Druck gesetzt wird.

Dieses System wurde in dieser Saison weiter gefestigt und ist einer der größten Erfolgsfaktoren - und damit auch ein zentrales Verdienst des Trainerduos.

Nur das Sahnehäubchen fehlt bislang: der 33. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Wann gehen die (Pre-)Playoffs überhaupt los?

Der Grunddurchgang endet am 1. März, drei Tage später steigt Spiel 1 der Best-of-Three-Serie in den Pre-Playoffs. Sollte ein entscheidendes drittes Spiel nötig sein, findet dieses am 8. März statt.

Die Playoffs starten in jedem Fall am 10. März - dann gibt es Eishockey satt. Täglich stehen zwei Viertelfinal-Partien auf dem Programm, spielfrei sind lediglich der 16. und 23. März.

Je nach Ausgang der Viertelfinal-Serien beginnt das Halbfinale am 24. oder 28. März, das Finale frühestens am 12. April.

Spätestens am 29. April wird feststehen, wer sich zum Champion krönt. Zuvor wartet jedoch ein Finish im Grunddurchgang, in dem noch zahlreiche Entscheidungen fallen.

Hier geht's zum vollständigen Rahmenspielplan >>>

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