HC Znojmo - Die großen Unbekannten

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Die EBEL-Saison 2019/20 naht! Ab Freitag (Runde 1 ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker) rittern elf Teams um die Karl-Nedwed-Trophy.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller wirft einen detaillierten Blick auf die Saison-Aussichten jedes Klubs. Welche Aspekte lassen hoffen, wo befinden sich die Baustellen, wo gibt es Fragezeichen?

Der HC Znojmo kämpft in letzter Zeit um seinen sportlichen Status in der EBEL, vor dem Sommer wurde sogar kurzzeitig ein Ausstieg aus der Liga diskutiert. Nun sind die Südmähren aber dabei und tun ihr Möglichstes, um wieder bessere Zeiten zu sehen: Coach Miroslav Frycer durfte in Sachen Neuzugänge schalten und walten, er hat sich ein physisch starkes Team zusammengestellt.

Das sollte klappen

Wenn alle Spieler ihre Leistungen abrufen, könnte Znojmo über zwei gute Scorer- und ebenso viele Arbeiter-Linien verfügen. Die neu verpflichteten Phil McRae, Parker Bowles, Aaron Berisha, Tomas Svoboda (ein Powerplay-Experte), der bewährte Sniper Anthony Luciani sowie der verbesserte Radim Matus könnten hier vor allem im Powerplay Akzente setzen.

"Mei, seid ihr groß geworden!" - das Team hat über den Sommer einen Wachstumsschub durchgemacht, gehört nun zu den körperlich stärkeren EBEL-Teams. Petr Mrazek war ohnehin immer ein Spieler mit guter Reichweite, Kapitän Patrik Novak stets ein physischer Spieler, dazu kam im Angriff noch Rückkehrer Petr Beranek. In der Defensive stehen überhaupt einige "Redwoods", darunter die neu verpflichteten Kanadier Kevin Tansey (auch als Scharfschütze vorgesehen) und Ondrej Miklis.

Coach Miro Fryer ist nun auch de facto Sportdirektor, verbrachte im Sommer einige Zeit am Telefon, wenn auch nicht während der Testspiele. Reibungsverluste bei der Spieler-Auswahl darf es nun keine mehr geben. Der routinierte Coach weiß aus der Vorsaison, was sein Team braucht, setzt vor allem auf weniger Solisten und mehr Teamplay.

Das könnte in beide Richtungen gehen

Im Gegensatz zu Teams, die am Tabellenende erwartet werden (etwa Innsbruck und Dornbirn), verfügten die Adler doch über einen breiteren Kader, legen im Normalfall auch während der Saison gerne auf dem tschechischen Markt nach. Cracks wie Michal Kruckovyc oder Adam Jonas sollten schön langsam in die Liga wachsen und zumindest zu Kader-Alternativen werden.

Können Heimkehrer wie Antonin Boruta (sein dritter Stint in Znojmo) oder Ales Sova dem Team noch irgendwie helfen? Irgendwie scheinen mir solche Rückholaktionen immer mit dem Hauch der Verzweiflung auf beiden Seiten versehen zu sein.

Phil McRae spielte sich einstmals von den Junioren innerhalb einer Saison in die NHL, danach ging es langsam, aber stetig bergab. Er pendelte dann zwischen Finnland und der AHL, ohne große Wellen zu schlagen. Vor allem seine Beinarbeit ist ein Fragezeichen, allerdings kann er (wie Svoboda) im Powerplay von der rechten Halfwall Akzente setzen. Bringt er in Znojmo seine Karriere nochmals in Schub?

Das dürfte Probleme bereiten

Dass in Znojmo Goalie Teemu Lassila über den grünen Klee gelobt wird und sein Vertrag auch verlängert wurde, ist für mich nur ein Beweis, wie niedrig dort die Latte bezüglich der Goalie-Leistungen liegt. Mir kommt der 36-jährige Finne immer verdammt langsam und unbeweglich vor – irgendwie so wie der "Tin Man" im "Zauberer von Oz", bevor dieser geölt wird.

Während die Offensive durchaus überdurchschnittliches Potenzial hat, kommt mir die Defensive eher dubios vor. Kann Tainsey wirklich physisch stark und als Powerplay-Waffe agieren? Ist Adam Sedlak als Top-Pairing-D nicht um einiges zu hoch gereiht? Muss bei Ausfällen Patrik Novak wieder nach hinten rücken? Insgesamt weit mehr Frage- als Ausrufezeichen...

Aussicht

Das Abschneiden der Adler ist nicht leicht einzuschätzen, vor allem auch, weil über den Sommer doch mehr als die Hälfte des Teams ausgetauscht wurde. Ich halte ein Mitspielen um die Playoff-Plätze über den zweiten Bildungsweg (also die Qualifikationsrunde) am wahrscheinlichsten...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»

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