VSV sagt Playoff-Flaute den Kampf an

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Die EBEL-Saison 2019/20 ist ganz nah! Ab Freitag (Runde 1, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker) rittern elf Teams um die Karl-Nedwed-Trophy.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller wirft einen detaillierten Blick auf die Saison-Aussichten jedes Klubs. Welche Aspekte lassen hoffen, wo liegen die Baustellen, welche Fragezeichen bestehen?

Unter der Scout-Lupe heute der VSV. Die Villacher Adler mussten in der letzten Saison durch unruhiges Fahrwasser manövriert werden - vor allem in finanzieller Hinsicht. Nachdem sich die Lage nun etwas stabilisiert hat und mit Andreas Napokoj ein neuer Geschäftsführer installiert wurde, liegt der Fokus ab sofort auf der ersten Playoff-Teilnahme seit 2016.

Wird diese unter dem neuen Head Coach Jyrkki Aho gelingen?

Das sollte klappen

Kein Vergleich: Wo alle Beobachter vergangene Saison schon zu Saisonbeginn die Knochen des Kader-Skelettes klappern hörten, ist der VSV heuer weit tiefer besetzt. Sieben ligataugliche Defender und 14 Stürmer - davon hätte Ex-Coach Gerhard Unterluggauer, der die volle Härte des finanziellen Fast-Kollapses zu spüren bekam, nur träumen können. Die Zeiten, wo schon ein oder zwei Verletzungen zu einem Drei-Linien-Spiel führten, sind vorbei.

Damit zusammenhängend: Auch die Idee, das Ausländer-Kontingent nicht auszuschöpfen, wurde Unterluggauer oktroyiert und war damit schon der Anfang seines Endes. Sein Nachfolger Jyrkki Aho (Typ streng aber gerecht) kann dagegen die Höchstgrenze von elf Legionären ausschöpfen - das macht schon einen gewichtigen Unterschied.

Nur Quantität alleine wird nicht reichen: Chris Collins überzeugte bis zu seiner Fingerverletzung als neuer Center mit viel Kraft am Stock, der sich dadurch aus engen Lagen mit und ohne Scheibe zum Tor powern kann. Kevin Schmidt kann viel Eiszeit nehmen und damit Jamie Fraser entlasten. Der laufstarke Marko Pöyhönen (in Zvolen auch als Center und Flügel im Einsatz) und der bullige Aufräumer Alen Bibic (ohne jegliche Offensive, derzeit noch verletzt) sollten ebenfalls ihre Rollen in der Defensive erfüllen.

Der kurzfristige Wechsel von Dan Bakala zu Brandon Maxwell sollte keinen Qualitätsverlust nach sich ziehen. Eine wichtige Rolle könnte auch Miika Lahti spielen: Er erzielte zwar sein letztes Meisterschaftstor vor zwei Jahren und ist nur geringfügig schneller als eine Wanderdüne, überzeugte aber bisher durch Präsenz vor dem Tor und mehr als die ihm zugetraute Offensive.

Das dürfte Probleme bereiten

Patrick Björkstrand ist seit Jahren ein guter und wertvoller Spieler in Qualitätsligen - für mich ein Energieflügel mit guten Beinen. Der VSV hat ihn als Top-Center vorgesehen - wer sich darunter einen Playmaker vorstellt, wird enttäuscht werden. Ein High-Scoring-Team wird der VSV wohl nicht werden, Collins und der Schwede Anton Karlsson sind am ehesten Kandidaten für die Rolle als Topscorer.

Der nachverpflichtete Brodie Reid ist natürlich auch ein offensiver Hoffnungsträger. Aber die Mischung aus einer leicht abfallenden Tendenz (auch durch einen Kreuzbandriss bedingt) und einem verspäteten Saisonstart würde mich etwas unruhig machen…

In Villach war in den letzten Jahren nichts so beständig wie der Wechsel. Ich habe etwa schon aufgehört zu verfolgen, wer gerade der Geschäftsführer des Monats ist. Bleibt nur zu hoffen, dass Gerald Rauchenwald und Co. den Traditionsklub auch in schwereren Zeiten finanziell über Wasser halten.

Aussicht

In der Öffentlichkeit kaum breitgetreten und dadurch an Einzelpersonen festgemacht: Nur durch Erste Hilfe konnte der VSV in der letzten Saison überhaupt am Ligabetrieb teilnehmen. Das Ärgste sollte aber überstanden sein (bis auf weiteres), das Team 2019/20 ist mit dem des Vorjahres nicht zu vergleichen. Die lokalen Druckereien können sich auf Aufträge für Playoff-Tickets einstellen, selbst ein Mitspielen um die Top-5 könnte realistisch sein, wenn große Teams schwächeln.

Textquelle: © LAOLA1.at

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