Sumann: Ein Großer Schritt vorwärts beim ÖSV

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Ein Deutscher hat in Österreich das Sagen - zumindest bei den Biathleten.

Ricco Groß ist seit Mai Cheftrainer der ÖSV-Herren und soll dafür sorgen, dass Simon Eder, Julian Eberhard, Dominik Landertinger und Co. ihr "verlorenes Potenzial" wieder voll ausschöpfen.

Mit der Verpflichtung des 48-Jährigen ist dem österreichischen Skiverband durchaus ein Coup gelungen. Groß ist vierfacher Staffel-Olympiasieger und neunmaliger Weltmeister. Insgesamt holte er 28 WM- und Olympia-Medaillen und stand in seiner Karriere im Weltcup 33 Mal (9 Einzel, 24 Staffel) ganz oben am Podest.

"Er ist extrem zielorientiert und ehrgeizig - ein absoluter Arbeiter. Aber auch sehr besonnen und menschlich. Genau das sind die Attribute, die man für so eine Aufgabe braucht", sagt Christoph Sumann über den ÖSV-Cheftrainer.

Österreichs Biathlon-Ikone kennt Groß noch aus seiner aktiven Zeit, in der er viele Jahre gegen den Deutschen gelaufen ist. Genau diese langjährige Erfahrung als Spitzenathlet sei es, von der das aktuelle ÖSV-Team nun profitieren könne.

Sumann: "Arbeit von Groß wird Früchte tragen"

"Ricco weiß, um was es geht und verfügt über das nötige Einfühlungsvermögen. Also ich gehe davon aus, dass seine Arbeit Früchte tragen wird", ist Sumann zuversichtlich. Der Weltcup-Auftakt in Pokljuka bestätigt dies. Simon Eder präsentiert sich in Bestform. Auch die Eberhard-Brüder und Felix Leitner kehren durchaus zufrieden aus Slowenien zurück.

Bevor Groß das Angebot des ÖSV annahm war er seit 2015 Coach des russischen Herren-Teams. Vor seiner Zeit in Russland hat er im deutschen Verband als Damen-Tainer und im IBU-Cup gearbeitet.

Die Eingewöhnungsphase in Österreich dauerte für den in Ruhpolding wohnenden dreifachen Familienvater nicht allzu lange. Zumal er ÖSV-Sportdirektor Markus Gandler und Co-Trainer Ludwig Gredler schon aus seiner aktiven Zeit kennt.

"Die verschiedenen Nationen und Verbände ticken natürlich alle ein bisschen anders, aber überall ist alles auf den Erfolg ausgerichtet", weiß Groß. So auch in Österreich.

"Die Stimmung im Team ist top, man versteht sich, das ist wichtig. Die Mannschaft ist durch Ricco wieder zusammengerückt."

Sumann über die Arbeit von Groß

"Was ich so mitbekomme funktioniert das äußerst gut", schildert Sumann seine Eindrücke.

"Die Stimmung im Team ist top, man versteht sich, das ist wichtig. Die Mannschaft ist durch Ricco wieder zusammengerückt, vor allem die wichtigen Einheiten werden wieder gemeinsam absolviert." Damit spricht "Experte" Sumann die "Wiedervereinigung" der Trainingsgruppen an. 

Großer Schritt nach vorne

Die separate Trainingsgruppe "Biathlonschmiede", in der unter anderem Simon Eder und Lisa Hauser unter Alfred Eder trainierten, gibt es in der Form nicht mehr.

Alfred Eder steht Groß, gegen den er einst noch lief und schoss, und seinem Team aber nach wie vor mit seiner enormen Erfahrung zur Seite. 

"Ich glaube, dass Individualität im Leistungssport sehr wichtig ist. Das Gros unserer Athleten sind erfahrene Leute, die genau wissen, was sie zu tun haben. Aber die Schlüsseleinheiten, wo es drauf ankommt, speziell im direkten Vergleich, die gehören zusammen absolviert. Nun ist es wieder so und das ist ein großer Schritt nach vorne", sagt Sumann. 

In der Vorbereitung hat man auf möglichst viele gemeinsame Trainingseinheiten in Hochfilzen gesetzt. Das Biathlon-Zentrum im Pillerseetal ist am kommenden Wochenende Schauplatz der zweiten Weltcup-Station für Damen und Herren. 

ÖSV-Herren: "Die Richtung stimmt"

Der Auftakt in Pokljuka verlief für die rot-weiß-roten Loipen-Jäger vielversprechend. Nach Platz zwei im Single-Mixed durch Simon Eder und Lisa Hauser lief Eder im Einzel-Bewerb zu Rang drei. Damit halten die ÖSV-Herren schon jetzt bei gleichen vielen Podestplätzen im Einzel wie in der gesamten vergangenen Saison. Abgesehen von Olympia-Bronze für Dominik Landertinger gab es im Weltcup 2017/18 nur einen einzigen Podestplatz im Einzel - den Massenstart-Triumph von Julian Eberhard Anfang März in Kontiolahti. 

"Ich glaube, dass die Richtung absolut stimmt", analysiert Sumann nach den Bewerben in Pokljuka, bei denen auch Julian Eberhard mit Platz fünf in der Verfolgung aufzeigen konnte. 

"Simon Eder ist die Konstanz in Person, das hat er in Pokljuka bewiesen. Tja, und Julian Eberhard ist zweifelsohne einer der schnellsten Männer im Feld. Wenn er trifft, kann er jedes Rennen gewinnen", weiß Sumann. 

Dominik Landertinger hat seine Bandscheibenprobleme überwunden, ist erstmals seit Jahren schmerzfrei in die Saison gestartet und könnte von der Geburt seines ersten Kindes beflügelt werden. Hinter den drei Routiniers ließ der dreifache Juniorenweltmeister Felix Leitner sein Talent und Potenzial in Pokljuka mehrmals aufblitzen und punktete in allen drei Einzel-Bewerben.  

ÖSV-Damen: "Top 10 und mehr" für Hauser

Bei den Damen machte Lisa Hauser mit den Plätzen zwei (Single-Mixed) und neun (Einzel) klar, dass sie nach der durchwachsenen letzten Saison wieder an der absoluten Weltspitze mitmischen will. 

"Von Lisa erhoffe ich mir, dass sie wieder zu alter Schießstärke zurückfindet, sie zählt ja eigentlich zu den besten und schnellsten Schützinnen im Feld. Wenn sie das rüberbringt und sich zugleich noch ihre Laufleistung stabilisiert, kann sie definitiv wieder Richtung Top 10 gehen, vielleicht auch weiter vor", sagt Sumann. 

Der Rest der ÖSV-Damen um Katharina Innerhofer, Julia Schwaiger und Dunja Zdouc habe sich ebenfalls weiterentwickelt, so der ORF-Experte. "Der Großteil des Teams besteht aus starken Schützinnen, wenn, dann scheitert's meistens an der Laufleistung. Es heißt einfach, konsequent weiterzuarbeiten."

Das gilt ohnehin für das gesamte österreichische Biathlon-Team. Das große Ziel für alle: Die WM im März in Östersund.

"Da wollen wir natürlich nicht als Touristen hinfahren", sagt Ricco Groß - Der Deutsche, der in Österreich das Sagen hat. 

VIDEO - Sumis "Brot-Trip" mit dem "Kornspitz​ Sport Team":

Auf "Sumi’s Brot-Trip" begleitet der mehrfache Olympia- und WM-Medaillen-Gewinner "seine" Biathleten auf fünf europäischen Weltcup-Stationen mit einem speziellen Präsent im Gepäck: 


Programm Biathlon-Weltcup in Hochfilzen:

Donnerstag, 14:15 Uhr: Sprint Damen 7,5 km
Freitag, 14:15 Uhr: Sprint Herren 10 km
Samstag, 11:30 Uhr: Verfolgung Damen 10 km
Samstag, 14:45 Uhr: Verfolgung Herren 12,5 km
Sonntag, 11:15 Uhr: Staffel Damen 4 x 6 km
Sonntag, 14 Uhr: Staffel Herren 4 x 7,5 km

Jüngste ÖSV-Einzelerfolge in Hochfilzen:

Weltcup:
Simon Eder 2. Verfolgung Dezember 2009
Simon Eder 2. Verfolgung Dezember 2010
WM 2017:
Bronze Simon Eder Massenstart


Textquelle: © LAOLA1.at

Biathlon: Eder und Eberhard in Verfolgung in Top 5

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